Dienstag, 10. Februar 2026

Serie Kommunales Energie-ManagementEnergiesparen als Teamarbeit

[07.08.2017] Wie können Städte und Gemeinden sowohl Klimaschutzmaßnahmen umsetzen als auch den Gemeindehaushalt entlasten? stadt+werk begleitet das Energieeffizienz-Netzwerk im baden-württembergischen Enzkreis auf seinem Weg, die Energieeffizienzpotenziale seiner kommunalen Liegenschaften zu erschließen. Teil 3 der Serie.
Kommunale Energieeffizienznetzwerke führen unter anderem ein systematisches Energieverbrauchscontrolling ein.

Kommunale Energieeffizienznetzwerke führen unter anderem ein systematisches Energieverbrauchscontrolling ein.

(Bildquelle: KEA)

Im Jahr 2015 schlossen sich acht Gemeinden aus dem Enzkreis in Baden-Württemberg zu einem kommunalen Energieeffizienz-Netzwerk zusammen. Das Ziel: Die Energieeffizienz ihrer Liegenschaften zu steigern und Kosten zu senken. Gemeinsam und voneinander lernen lautet das Motto der Netzwerkkommunen. Das Kompetenzzentrum Energiemanagement der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg initiierte das Projekt und moderiert die regelmäßigen Treffen.

Energie-Management braucht ein Team

Nachdem die Kommunen das Netzwerk vertraglich gegründet und die Förderung beantragt hatten, mussten zunächst organisatorische Fragen geklärt werden: Welche Aufgaben stehen an und wer übernimmt sie? Energie-Management ist eine Querschnittsaufgabe und muss auf mehrere Schultern verteilt werden. Im Rahmen eines Netzwerktreffens haben die Beauftragten einen Aufgaben-Baukasten entwickelt. Dann lag es an jeder Netzwerkkommune, aus diesem Baukasten die jeweils individuelle Organisationslösung für sich zu finden und ein Energieteam zusammenzustellen.
Die Netzwerkkommunen einigten sich darauf, auch ihre Schulen und Kindertageseinrichtungen in den Prozess des kommunalen Energie-Managements einzubinden. Dafür sollten sie ein Energieeinspar-Beteiligungsprojekt durchführen. Bei dem so genannten Fifty-Fifty-Projekt teilen sich Schule und Schulträger die finanziellen Einsparungen, die sich durch das Energie-Management ergeben. So haben die Bildungseinrichtungen einen zusätzlichen Anreiz, die beschlossenen Maßnahmen umzusetzen.

Controlling zahlt sich zehnfach aus

Eine wichtige Säule des kommunalen Energie-Managements ist die Einführung eines monatlichen Verbrauchscontrollings in den Liegenschaften. Damit werden Auffälligkeiten beim Energieverbrauch erkannt, die Ursachen ermittelt und schließlich die unerwünschten Folgen beseitigt. Auch lassen sich die Zählerablesungen mit den Rechnungen der Versorger und den Versorgungsverträgen abgleichen. Das Controlling zahlt sich aus: Das Kosten-Nutzen-Verhältnis liegt bei eins zu zehn; es werden viel mehr Energiekosten gespart, als Kosten für das Controlling entstehen.
Alle Netzwerkkommunen aus dem Enzkreis schafften sich eine professionelle Energie-Management-Software an und profitierten dabei sogar von einer Förderung des Landes. Dank der professionellen Software haben alle Kommunen ein monatliches Energieverbrauchscontrolling etablieren können und waren auf die Jahresenergieberichte vorbereitet.
Um den Umgang mit der Software für die Gemeinden so einfach wie möglich zu gestalten, findet im Netzwerk eine Aufgabenteilung statt: Die komplexeren Aufgaben, wie beispielsweise das Anlegen der Zählerstruktur, übernimmt der Netzwerk-Manager; die Netzwerkkommunen sind zuständig für die Eingabe der Zählerstände und der Verbrauchsrechnungen. Andreas Herb, Hauptamtsleiter aus der Netzwerkkommune Engelsbrand, weiß die Arbeit des Netzwerk-Managers zu schätzen: „Das ist eine sehr gute Hilfestellung beim Energie-Management.“





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Energieeffizienz

Essen: Modernisierung der Straßenbeleuchtung

[06.02.2026] Essen modernisiert ihre Straßenbeleuchtung und hat 1.394 Laternen auf LED-Technik umgestellt. Die Maßnahme senkt den Energieverbrauch deutlich und ist Teil eines umfassenden städtischen Umrüstungsprogramms. mehr...

Ahlerstedt: Batteriespeicher in Betrieb genommen

[30.01.2026] Terra One hat im niedersächsischen Ahlerstedt einen Batteriespeicher mit 15 MW Leistung und 30 MWh Kapazität in Betrieb genommen. Die Anlage soll Überschüsse aus Wind- und Solarstrom aufnehmen und zur Stabilisierung des regionalen Stromnetzes beitragen. mehr...

dena: Gebäudereport 2026 erschienen

[29.01.2026] Der dena-Gebäudereport 2026 zeigt: Der Gebäudesektor verfehlt weiterhin seine Klimaziele, bietet zugleich aber erhebliche Markt- und Beschäftigungschancen. Vor allem energetische Sanierungen, Speicherlösungen und der Ausbau der Wärmepumpen gelten als zentrale Hebel für Klimaschutz und Konjunktur. mehr...

Mannheim: Aktualisierung thermografischer Energiedaten

[29.01.2026] MVV aktualisiert in Mannheim-Sandhofen die thermografischen Energiedaten des Gebäudebestands. Die neuen Aufnahmen sollen die kommunale Wärmeplanung unterstützen und Eigentümern Hinweise auf energetische Schwachstellen liefern. mehr...

Kreis Viersen: Kom.EMS-Zertifikat erhalten

[27.01.2026] Der Kreis Viersen ist als erster Kreis in Nordrhein-Westfalen nach dem Standard des Kommunalen Energiemanagement-Systems Kom.EMS zertifiziert worden. Das digitale System soll der Energieverbrauch senken, Kosten reduzieren und den Klimaschutz in öffentlichen Gebäuden effizienter machen. mehr...

Bonn: Projektstart zu Echtzeit-Energiecontrolling

[20.01.2026] Bonn testet erstmals ein Echtzeit-Energiecontrolling für ausgewählte kommunale Gebäude. Das Pilotprojekt soll Verbrauchsdaten kontinuierlich erfassen, Einsparpotenziale sichtbar machen und die Grundlage für weitere Investitionen liefern. mehr...

BMWSB: Neustart von Förderprogramm

[01.12.2025] Nach einem Jahr Förderpause startet das Programm Energetische Stadtsanierung erneut und unterstützt Kommunen beim klimafreundlichen Umbau ihrer Quartiere. Laut Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen stehen 2025 wieder umfangreiche Mittel für Konzepte und Sanierungsmanagement bereit. mehr...

LENA: Bauherrenmappe feiert Jubiläum

[01.12.2025] Seit zehn Jahren dient die Bauherrenmappe Sachsen-Anhalt als kostenloser Leitfaden für private Bau- und Sanierungsprojekte. Die Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt blickt zum Jubiläum auf ein Jahrzehnt kontinuierlicher Aktualisierung und Beratung zurück. mehr...

Trier: Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED

[28.11.2025] Die Stadt Trier hat ihre gesamte Straßenbeleuchtung schneller als geplant auf vernetzte LED-Technik umgestellt und senkt damit deutlich den Energieverbrauch. Das neue System ermöglicht zudem eine zentral gesteuerte, bedarfsgerechte Beleuchtung im gesamten Stadtgebiet. mehr...

Energieatlas Rheinland-Pfalz: Zehnjähriges Jubiläum

[27.11.2025] Der Energieatlas Rheinland-Pfalz feiert sein zehnjähriges Bestehen und erscheint jetzt in einem neuen Design. Das Datenportal gilt als zentrales Werkzeug für die Analyse regionaler Energiewende-Fortschritte. mehr...

beegy: Mit HEMS Eigenversorgung steuern

[05.11.2025] Sinkende Einspeisevergütungen lenken den Fokus privater PV-Anlagen zunehmend auf den Eigenverbrauch. Laut beegy können intelligente Heim-Energiemanagementsysteme die Wirtschaftlichkeit für Prosumer deutlich steigern. mehr...

Nordrhein-Westfalen: Förderung energieeffizienter Schulgebäude

[28.10.2025] Nordrhein-Westfalen und die Europäische Union fördern den Bau energieeffizienter Schulgebäude mit rund 43 Millionen Euro aus dem EFRE/JTF-Programm. Das Land will damit moderne Lernorte schaffen und zugleich die Energiekosten der Kommunen senken. mehr...

Konstanz: Entwicklung eines Szenarieneditors

[28.10.2025] In Konstanz entsteht derzeit eine digitale Anwendung, die die Energieplanung auf Quartiersebene erleichtern soll. Im Rahmen des Smart-Green-City-Projekts entwickelt die Universität Konstanz gemeinsam mit Stadt und Stadtwerken einen sogenannten Szenarieneditor, mit dem sich verschiedene Energieversorgungskonzepte simulieren und vergleichen lassen. mehr...

Herten: Umrüstung der Straßenbeleuchtung abgeschlossen

[28.10.2025] Nach rund sechseinhalb Jahren ist die LED-Umrüstung der Hertener Straßenbeleuchtung abgeschlossen. Mehr als 7.000 Laternen im Stadtgebiet leuchten nun energieeffizient und klimafreundlich. mehr...

Neubrandenburger Stadtwerke: Kooperation mit Handwerksunternehmen

[15.10.2025] Die Neubrandenburger Stadtwerke (neu.sw) haben eine Energiepartnerschaft mit nb-haustechnik und Buderus geschlossen. Ziel ist es, Hauseigentümern im Raum Neubrandenburg klimafreundliche Komplettlösungen für Wärme, Strom und Mobilität aus einer Hand anzubieten. mehr...