Donnerstag, 16. April 2026

StudieWärmenetze trotz knapper Kassen finanzieren

[25.03.2026] Eine neue Studie zeigt, wie Kommunen Wärmenetze trotz knapper Kassen finanzieren und wirtschaftlich betreiben können. Sie liefert konkrete Modelle, Planungswege und ein Berechnungstool – entscheidend angesichts milliardenschwerer Investitionen bis 2030.

Eine aktuelle Studie analysiert, wie man Wärmenetze erfolgreich plant und finanziert.

(Bildquelle: KEA-BW)

Eine aktuelle Untersuchung zur Finanzierung von Wärmenetzen gibt Kommunen konkrete Werkzeuge an die Hand, um Projekte wirtschaftlich zu planen und umzusetzen. Wie die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) berichtet, zeigt die Studie geeignete Finanzierungswege, Betreibermodelle und zentrale Planungsschritte für den Aufbau lokaler Wärmenetze.

Der Ausbau gilt als Schlüssel der Wärmewende, stellt Städte und Gemeinden aber vor große finanzielle Herausforderungen. Allein in Baden-Württemberg liegt der Investitionsbedarf bis 2030 bei rund zehn Milliarden Euro. Die Studie „Finanzierung von Wärmenetzen“, erstellt von GEF Ingenieur, IBS Ingenieurgesellschaft und dem Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu), setzt genau hier an. Sie ergänzt die kommunale Wärmeplanung, die zwar Potenziale aufzeigt, aber keine belastbaren Aussagen zu Kosten und Wirtschaftlichkeit einzelner Projekte liefert.

Im Zentrum stehen die Projektphasen eines Wärmenetzes. Nach der Wärmeplanung empfiehlt sich eine Machbarkeitsstudie, die die technische Auslegung festlegt und damit wesentliche Kostentreiber beeinflusst. Bereits in dieser frühen Phase sollten Kommunen auch das Betreibermodell klären. Die Studie vergleicht dazu verschiedene Organisationsformen, vom kommunalen Eigenbetrieb bis zu Pacht- und Drittinvestorenmodellen wie Contracting. Letztere entlasten Kommunen finanziell und personell, da externe Betreiber Planung, Bau und Betrieb übernehmen. Im Gegenzug behalten Kommunen im Eigenmodell mehr Steuerungshoheit.

Auch bei der Finanzierung zeigt die Untersuchung konkrete Optionen auf. Je nach Modell tragen entweder Kommunen selbst oder externe Investoren die Hauptlast der Investitionen. Als Finanzierungsquellen kommen unter anderem Darlehen, Investitionsfonds, Inhaberschuldverschreibungen, Genussrechte sowie Bürgschaften von Bund und Ländern infrage. Die Studie macht deutlich, dass viele Kommunen künftig stärker auf externes Kapital angewiesen sind, da parallel hohe Ausgaben etwa für Bildung und soziale Infrastruktur anfallen.

Ein zentrales Element ist ein begleitendes Excel-Tool zur Wirtschaftlichkeitsberechnung. Es ermöglicht, Investitionen, Betriebskosten und Finanzierungsstrukturen detailliert zu analysieren und deren Auswirkungen auf den kommunalen Haushalt abzuschätzen. Faktoren wie Anschlussquote oder Zinssätze lassen sich variieren und ihre Effekte unmittelbar nachvollziehen. Ergänzend bietet die KEA-BW Schulungen für die Anwendung des Tools an.

„Wir wollen Städten und Gemeinden eine Entscheidungshilfe an die Hand geben“, sagt Matthias Neumeier von der KEA-BW. Ziel sei es, das passende Betriebs-, Finanzierungs- und Geschäftsmodell für den langfristig erfolgreichen Betrieb von Wärmenetzen vor Ort zu identifizieren.





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