Dienstag, 13. Januar 2026

UnnaErgebnisse der Wärmeplanung vorgestellt

[23.05.2025] Die Stadt Unna hat die Ergebnisse ihrer kommunalen Wärmeplanung vorgestellt. Ziel ist eine klimaneutrale und bezahlbare Wärmeversorgung – mit einem Mix aus Wärmenetzen und Wärmepumpen je nach Gebiet.

Im Rahmen eines Informationsabends in der Stadthalle präsentierte die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Hamburg Institut und den Stadtwerken Unna die Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung.

v.l.: Thomas Heer, Klimaschutzmanager Kreisstadt Unna; Frank Weiland, Hauptabteilungsleiter Energie-Service Stadtwerke Unna; Celina Segsa, Wärmeplanerin im Umweltamt; Nico Jaeschke, Felix Landsberg, beide Hamburg Institut; Jürgen Schäpermeier, Geschäftsführer Stadtwerke Unna; Martina Bahde, Verbraucherzentrale NRW; Sandro Wiggerich, Erster Beigeordneter Kreisstadt Unna; Rolf Böttger, Leiter Umweltamt

(Bildquelle: Kevin Kohues/Kreisstadt Unna)

Mit der Vorstellung der kommunalen Wärmeplanung geht die Kreisstadt Unna einen wichtigen Schritt in Richtung klimaneutrale Wärmeversorgung. Wie die Stadt mitteilt, präsentierte die Stadtverwaltung im Rahmen eines Informationsabends in der Stadthalle gemeinsam mit dem Hamburg Institut und den Stadtwerken Unna die Ergebnisse der Analyse und Planung, an der sie bereits vor Inkrafttreten gesetzlicher Vorgaben gearbeitet hatte.

Die Planungen zeigen ein differenziertes Bild der bestehenden Wärmestruktur. Während in den zentralen Stadtteilen und Gewerbegebieten aufgrund hoher Wärmedichten Erdgas dominiert, sind in ländlicheren Bereichen noch Heizöl und andere nicht-leitungsgebundene Energieträger verbreitet. Wärmepumpen und Wärmenetze spielen bisher eine untergeordnete Rolle, sollen jedoch künftig eine tragende Rolle übernehmen.

Technologieoffener Mix

Als geeignete künftige Lösung identifiziert die Planung einen technologieoffenen Mix: In weiten Teilen des Stadtgebiets gelten Luftwärmepumpen als besonders geeignet – das Hamburg Institut hebt hier deren Potenzial hervor. In dichter bebauten Bereichen wie der Innenstadt hingegen sind zentrale Wärmenetze voraussichtlich effizienter. Besonders gute Voraussetzungen für den Ausbau solcher Netze sehen die Planer in den Stadtteilen Königsborn, Massen und Unna-Mitte. Ergänzend könnten künftig auch alternative Wärmequellen wie industrielle Abwärme, Abwasserkanäle, Grundwasser oder Solarthermie einbezogen werden. Die Nutzung von Geothermie wird aufgrund der geologischen Voraussetzungen hingegen derzeit als wenig realistisch eingeschätzt.

Zur Orientierung für künftige Investitionen und Planungen sind aus dem Projekt zwei Karten hervorgegangen. Sie markieren vorrangige Gebiete für eine Machbarkeitsprüfung zum Ausbau von Wärmenetzen bis 2030 und benennen weitere potenzielle Versorgungsgebiete bis 2045. In nicht berücksichtigten Zonen wird der Fokus auf dezentralen Lösungen wie Wärmepumpen liegen. Parallel prüfen die Stadtwerke Unna, ob sich so genannte Wärmenetzinseln rund um bestehende Heizzentralen im Radius von etwa 200 Metern realisieren lassen. Zudem wird das Potenzial für eine Nutzung des Grubenwassers aus alten Bergbauschächten in Königsborn untersucht.

Nächster Schritt: Bürgerbeteiligung

Für die nächsten Schritte plant die Stadt umfassende Bürgerbeteiligung. Gezielte Begehungen sollen die technische Umsetzbarkeit dezentraler Lösungen vor Ort klären, etwa in der denkmalgeschützten Innenstadt. Ein digitaler Fernwärmekataster soll künftig Auskunft darüber geben, in welchem Wärmeversorgungsgebiet ein Gebäude liegt. Mit dem Wärmewendehafen soll zudem eine neue zentrale und mobile Beratungsstelle entstehen, die Bürgerinnen und Bürger zu Energieeffizienz, Fördermitteln und technischen Möglichkeiten informiert.

Der vollständige Entwurf der Wärmeplanung liegt noch bis zum 5. Juni 2025 im Umweltamt der Kreisstadt Unna öffentlich aus und ist online abrufbar. Stellungnahmen können schriftlich oder per E-Mail eingereicht werden. Nach Auswertung der Rückmeldungen wird ein finaler Entwurf erstellt und dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorgelegt.





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