Schleswig-HolsteinErhöhung des Bürgerenergiefonds

Schleswig-Holstein stockt den Bürgerenergiefonds um weitere fünf Millionen Euro auf und erhöht damit das Gesamtbudget auf nun 15 Millionen Euro.
(Bildquelle: adobestock)
Schleswig-Holstein stockt den Bürgerenergiefonds um weitere fünf Millionen Euro auf und erhöht damit das Gesamtbudget auf nun 15 Millionen Euro. Wie das Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur mitteilt, soll die zusätzliche Finanzierung dazu beitragen, neue Bürgerenergieprojekte in der Start- und Planungsphase abzusichern.
Energiewendeminister Tobias Goldschmidt (Bündnis 90/Die Grünen) kündigte die Aufstockung bei einem Besuch des Bürgerwindparks Neuengörs-Weede an. Nach Angaben des Ministeriums stößt das Förderinstrument seit Jahren auf großes Interesse. Seit dem Start im Jahr 2018 wurden demnach 79 Bürgerenergiewendeprojekte unterstützt. Weitere Vorhaben befinden sich in Vorbereitung. Die aktuelle Aufstockung wird aus dem Sondervermögen Bürgerenergie finanziert.
Tragende Säule der Energiewende
Goldschmidt betonte bei dem Termin die Rolle der Bürgerenergie für die Energiewende im Land. „Ein Dorf produziert seinen Strom oder seine Wärme selbst und profitiert davon – das ist die Idee von Bürgerenergieprojekten“, sagte der Minister. Bürgerwindparks seien eine tragende Säule der Energiewende in Schleswig-Holstein. Vor Ort tauschte sich Goldschmidt mit an dem Projekt beteiligten Bürgerinnen und Bürgern aus und besichtigte die Anlagen.
Der Geschäftsführer der Repower NW, Jan Eike Schuldt, hob die wirtschaftlichen Risiken solcher Vorhaben hervor. Bürgerenergieprojekte seien unternehmerische Wagnisse, die von Anwohnern getragen würden. Nach seinen Worten erleichtern Mittel aus dem Bürgerenergiefonds den Zugang zu Risikokapital und erhöhten die Chancen auf eine tatsächliche Umsetzung deutlich. Für das Projekt in Neuengörs sei die Förderung ein wichtiger Baustein in der Entwicklungsphase gewesen.
Der Bürgerenergiefonds richtet sich an Projektideen aus den Bereichen erneuerbare Energien, neue Mobilität, Energieeffizienz von Gebäuden und Quartieren sowie Digitalisierung im Energiesektor. Gefördert werden vor allem frühe Projektphasen, in denen noch keine Bankfinanzierung möglich ist. Pro Projekt können bis zu 200.000 Euro bereitgestellt werden. Der Fonds ist revolvierend organisiert: Sobald eine reguläre Finanzierung zustande kommt, wird der Förderbetrag in die Gesamtfinanzierung eingebracht und an den Fonds zurückgeführt. Ziel ist es, die Lücke zwischen erster Projektidee und Realisierung zu schließen.
Erfolgreiches Projekt aus dem Fondsumfeld
Anträge können bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein gestellt werden, die den Fonds im Auftrag des Ministeriums verwaltet. Voraussetzung ist der Zusammenschluss von mindestens sieben natürlichen Personen aus verschiedenen Haushalten der beteiligten Gemeinden. Förderfähig sind unter anderem Machbarkeitsstudien, Standortanalysen, Wirtschaftlichkeitsberechnungen, Umweltverträglichkeitsprüfungen, Rechtsberatung sowie Ausgaben für Öffentlichkeitsarbeit.
Der Bürgerwindpark Neuengörs-Weede gilt als Beispiel für ein erfolgreiches Projekt aus dem Fondsumfeld. Er wurde von örtlichen Landeigentümern initiiert, die bereits 2013 Projektgesellschaften gründeten und das Entwicklungsrisiko übernahmen. Der erste Windpark ging 2017 mit einer Nennleistung von 20,4 Megawatt in Betrieb. Mit einem zweiten Park, der 2025 eingeweiht wurde, kamen weitere 27,2 Megawatt hinzu. Insgesamt sind rund 100 Bürger aus acht umliegenden Dörfern beteiligt. Der erzeugte Strom wird über ein eigenes Umspannwerk in das 110-Kilovolt-Netz der SH-Netz eingespeist. Das Gesamtinvestitionsvolumen liegt bei rund 70 Millionen Euro.
Bundesverband Solarwirtschaft: Frontalangriff auf die Energiewende
[03.03.2026] Ein geleakter Entwurf zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sieht die Streichung der Förderung für neue private Solaranlagen und eine Pflicht zur Direktvermarktung vor. Die Solarbranche warnt vor massiven Folgen für Investitionen, Arbeitsplätze und die Klimaziele. mehr...
Gebäudemodernisierungsgesetz: Städte sehen Hürden
[02.03.2026] Die ostdeutschen Städte arbeiten an der Wärmewende. Nun liegen Eckpunkte für ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz vor. Der Deutsche Städtetag begrüßt die Einigung, sieht jedoch noch offene Fragen und warnt vor Risiken für Investitionen und Klimaziele. mehr...
Baden-Württemberg: 22 Windpark-Projektierer warnen vor Aus von Windenergie
[02.03.2026] 22 Windpark-Projektierer aus dem Südwesten warnen vor einem faktischen Aus für neue Anlagen in Baden-Württemberg. Sie sehen den Ausschreibungsmechanismus des EEG als Ursache und drängen die Bundesregierung zu raschen Korrekturen. mehr...
Gebäudemodernisierungsgesetz: Kritik und Lob von Branchenverbänden
[26.02.2026] Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) setzt auf eine Grüngasquote, eine entfristete Bio-Treppe und stärkere Förderung für Fernwärmenetze. Verbände aus der Energie- und Wärmewirtschaft begrüßen den Kurswechsel, warnen aber vor Preisrisiken, fehlender Planungssicherheit und offenen Detailfragen. mehr...
Baden-Württemberg: Land stellt 50 Millionen Euro für Elektrolyseure bereit
[25.02.2026] Baden-Württemberg startet die zweite Runde seines Förderprogramms für Elektrolyseure und stellt weitere 50 Millionen Euro für die regionale Wasserstofferzeugung bereit. Das Umweltministerium reagiert damit auch auf fehlende Vorgaben des Bundes und will den Aufbau lokaler Wasserstoff-Hubs beschleunigen. mehr...
Speicherbranche: Kritik an AgNes-Prozess
[24.02.2026] Die geplante Neuordnung der Netzentgelte im AgNes-Prozess stellt die bisherige Befreiung von Stromspeichern infrage. Vertreter der Speicherbranche warnen, dass ohne Vertrauensschutz Milliardeninvestitionen und bis zu 16 GW Batteriespeicherleistung auf der Kippe stehen. mehr...
Sachsen-Anhalt: Resilienz-Stab zum KRITIS-Schutz eingerichtet
[24.02.2026] Sachsen-Anhalt richtet einen ressortübergreifenden Resilienz-Stab zum Schutz Kritischer Infrastrukturen ein. Das neue Gremium soll angesichts wachsender Risiken durch Extremwetter, Cyber-Angriffe und hybride Bedrohungen die Krisenvorsorge des Landes neu ordnen. mehr...
Hamburg: Firmen warnen vor Netzplänen
[23.02.2026] Mehr als 20 Energieunternehmen aus Hamburg wenden sich gegen das vom Bundeswirtschaftsministerium geplante „Netzpaket“. Sie befürchten Nachteile für den Ausbau erneuerbarer Energien und für den Standort. In einem Brief an die Hamburger CDU fordern sie eine Kehrtwende. mehr...
Berlin: Gesetzentwurf zum besseren Schutz von KRITIS
[23.02.2026] Der Berliner Senat will das Datenschutz- und Sicherheitsrecht anpassen, um Kritische Infrastruktur besser vor Anschlägen zu schützen. Hintergrund sind gezielte Attacken auf die Stromversorgung; der Gesetzentwurf soll moderne Schutztechnik rechtlich absichern und Informationsrisiken begrenzen. mehr...
VKU/BDEW: Stellungnahme zum Diskussionspapier der Bundesnetzagentur
[19.02.2026] Die Branchenverbände VKU und BDEW haben sich jetzt jeweils zum Diskussionspapier der Bundesnetzagentur zu möglichen Einspeisenetzentgelten positioniert. Beide Verbände begrüßen Reformschritte bei den Stromnetzentgelten, lehnen dynamische Einspeiseentgelte jedoch ab. mehr...
Bundesnetzagentur: Orientierungspunkte für Einspeiseentgelte vorgelegt
[19.02.2026] Die Bundesnetzagentur hat jetzt Orientierungspunkte für Einspeiseentgelte vorgelegt. Daraus geht hervor, dass die Behörde Stromerzeuger ab 2029 systematisch an den Netzkosten beteiligen und dafür ein Kapazitätsentgelt sowie dynamische Einspeiseentgelte einführen will. mehr...
Solarenergie: Verstärkte Investitionen gefragt
[16.02.2026] Solarenergie ist die günstigste und populärste Art der Stromerzeugung. Bis 2030 soll die bundesweit installierte Solarleistung noch einmal nahezu verdoppelt werden. Wie gestaltet sich die Energiewende in Photovoltaik, Speichern und Solarthermie? mehr...
Offener Brief: Länder fordern mehr Ausschreibungen
[12.02.2026] Auf eine schnelle Anhebung der Ausschreibungsvolumina für Windkraft an Land drängen mehrere Energieministerinnen und -minister. In einem gemeinsamen Brief wenden sie sich deshalb an die Bundesnetzagentur und das Bundeswirtschaftsministerium. Hintergrund sind verfehlte Ausbauziele bei den erneuerbaren Energien. mehr...
Netzpaket: Verbände sehen Nachbesserungsbedarf
[12.02.2026] Zum Referentenentwurf für das sogenannte Netzpaket nehmen weitere Branchenverbände Stellung. BDEW und BEE sehen Nachbesserungsbedarf und warnen vor Eingriffen in Planungssicherheit und Investitionsbedingungen. mehr...
Pläne der Bundesregierung: Netzpaket stößt auf Kritik
[11.02.2026] Die geplanten Änderungen beim Netzanschluss für erneuerbare Energien sorgen für Widerstand. Neben dem Bundesverband WindEnergie warnt auch die rheinland-pfälzische Klimaschutzministerin Katrin Eder vor den Folgen für Investitionen, Kommunen und die Versorgungssicherheit. Sie fordert einen Kurswechsel zugunsten von Netzausbau und Flexibilität. mehr...













