Mittwoch, 18. Februar 2026

JUWIGrüner Strom für Stahlproduktion

[19.11.2025] Feralpi Stahl und der Projektentwickler JUWI wollen prüfen, ob Wind- und Solarkraft aus Sachsen künftig grünen Strom für die Stahlproduktion in Riesa liefern kann. Die Unternehmen sehen darin einen möglichen Schritt zu klimafreundlicherem Stahl und zu mehr regionaler Wertschöpfung.

Das Feralpi-Werksgelände in Riesa.

(Bildquelle: Feralpi.)

Feralpi Stahl und der Projektentwickler JUWI prüfen laut einer gemeinsamen Mitteilung die Chancen eines regionalen Windenergieprojekts, das künftig erneuerbaren Strom für das Stahlwerk und die Walzwerke in Riesa (Landkreis Meißen) bereitstellen könnte. Wie die beiden Unternehmen berichten, wurde dafür eine Absichtserklärung unterzeichnet, um mögliche Formen der Zusammenarbeit auszuloten und zugleich Akzeptanz für zusätzliche Wind- und Solaranlagen im Umfeld zu schaffen.

JUWI entwickelt seit 2011 von Brandis aus Wind- und Solarparks in Sachsen, während Feralpi Stahl seit 1994 in Riesa produziert und dort rund 850 Beschäftigte zählt. Beide Unternehmen sehen im verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien eine Möglichkeit, den CO₂-Ausstoß der Stahlherstellung deutlich zu senken. Der Feralpi-Gruppe zufolge verfolgt der Konzern das Ziel, bis 2050 klimaneutral zu arbeiten.

Nach Angaben von JUWI sollen erste Projekte im Landkreis Mittelsachsen bis 2029 ans Netz gehen. Feralpi Stahl prüft eine Beteiligung, sofern die Wirtschaftlichkeit gegeben ist. Geplant sind zwei Windparks mit fünf beziehungsweise sechs Anlagen, die jeweils rund 20 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen sollen. Der regionale Ansatz soll laut JUWI und Feralpi Stahl L nicht nur Emissionen verringern, sondern auch Aufträge für ansässige Firmen schaffen und Energieimporte ersetzen.

JUWI-Geschäftsführer Christian Arnold sieht in der Kooperation mit einem energieintensiven Betrieb ein mögliches Modell für die Transformation der Schwerindustrie. Feralpi-Geschäftsführer Uwe Reinecke verweist auf die laufende Dekarbonisierung des Werks und die Investition von mehr als 220 Millionen Euro am Standort Riesa, die zeigen solle, dass das Unternehmen an die Zukunft der deutschen Stahlproduktion glaube.

Die Vereinbarung ist zudem eingebettet in eine breitere regionale Initiative. Bereits 2022 gründeten mehrere Industriebetriebe aus dem Raum Riesa, darunter Wacker Chemie Nünchritz, Mannesmann Röhrenwerke und Schmiedewerke Gröditz, die Energie- und Wasserstoff-Allianz im Industrie-Bogen Meißen. Dieser Zusammenschluss vertritt einen jährlichen Energiebedarf von rund 2,1 Milliarden Kilowattstunden Strom und 1,4 Milliarden Kilowattstunden Erdgas und soll gemeinsame Antworten auf Energiepreise und Klimaschutzanforderungen finden.





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