Dienstag, 29. September 2026

DBI-StudieGrünes Flüssiggas fürs Land

[01.09.2021] Grünes Flüssiggas könnte eine tragende Rolle bei der Energiewende im ländlichen Raum spielen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des DBI.
Für die Nutzung von grünem Flüssiggas im ländlichen Raum kann ein vorhandener Tank weiterverwendet werden..

Für die Nutzung von grünem Flüssiggas im ländlichen Raum kann ein vorhandener Tank weiterverwendet werden..

(Bildquelle: Frank Urbansky)

Im Auftrag des Deutschen Verbandes Flüssiggas (DVFG) untersuchte das DBI – Gastechnologisches Institut die Potenziale von grünem Flüssiggas. Demnach ist jede zweite Ölheizung in Deutschland prädestiniert für eine Umstellung auf Flüssiggas. Dadurch könnte der Gesamtbedarf an grünem Flüssiggas bis 2050 auf 3,7 Millionen Tonnen pro Jahr steigen. Grünes Flüssiggas aus Deutschland könnte den gesamten künftigen Bedarf für eine klimafreundliche Wärmeversorgung von Wohngebäuden decken, die nicht an das Erdgasnetz angeschlossen sind. Flüssiggas-Heizungen im Wohnungsbestand könnten ohne technische Anpassungen mit grünem Flüssiggas betrieben werden – und damit CO2-Emissionen im Gebäudebestand mindern. Es kann insbesondere die CO2-Emissionen von Wohngebäuden im ländlichen Raum kostengünstig senken, da Flüssiggas-Heizungsanlagen im Wohnungsbestand ohne technische Anpassungen mit dem regenerativen Energieträger betrieben werden können.
„Die vom Deutschen Verband Flüssiggas vorgelegte Studie zeigt, dass grünes Flüssiggas ein zentraler Baustein für eine erfolgreiche Energiewende sein wird“, sagt der DVFG-Vorstandsvorsitzende Jobst-Dietrich Diercks. „In den kommenden 10 bis 15 Jahren wird es unser Ziel sein, überwiegend grünes Flüssiggas einzusetzen und damit die Defossilisierung von Energieerzeugung und Energieeinsatz voranzubringen.“ Laut DBI könnten von den insgesamt 5,87 Millionen Ölheizungen in Deutschland rund die Hälfte (3,08 Millionen) auf Flüssiggas umgestellt werden. Die Studie errechnet bis zum Jahr 2050 ein Absatzpotenzial für grünes Flüssiggas im Wärmemarkt in Deutschland von 3,7 Millionen Tonnen pro Jahr. Laut Einschätzung des DBI ließe sich der gesamte Bedarf an grünem Flüssiggas für den Wärmemarkt aus heimischen Quellen decken. Die wirtschaftlichste Methode grünes Flüssiggas herzustellen, ist der Prozess der trockenen Reformierung von Biogas mit anschließender Dimethylether- und Propylensynthese. Ein weiterer aussichtsreicher Weg liegt in der Co-Elektrolyse von CO2 unter Verwendung von regenerativ erzeugtem Wasserstoff.



Stichwörter: Bioenergie, DBI, DVFG, Flüssiggas


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Bioenergie
interview

Interview: Dezentral denken

[21.09.2026] Die Bundesregierung plant den Bau neuer Gaskraftwerke. Martin Lass hält es jedoch für sinnvoller, einen Teil der benötigten Leistung durch bestehende Biogasanlagen bereitzustellen. Im Interview mit stadt+werk erläutert er das Potenzial der Bioenergie. mehr...

Biomethan: Verbände fordern bessere Rahmenbedingungen

[17.09.2026] DVGW und Fachverband Biogas sehen in Biomethan einen wichtigen Baustein für die Energiewende. Um die heimischen Potenziale stärker zu erschließen, fordern die Verbände langfristige Anschlussgarantien sowie mehr Planungssicherheit für Anlagen- und Netzbetreiber. mehr...

AEE: Integration von Biogasanlagen in Wärmeplanung

[02.09.2026] Sechs Kommunen erproben im Projekt LKFlex, wie flexible Biogasanlagen in die kommunale Wärmeplanung integriert werden können. Im Fokus stehen dabei die Nutzung von Abwärme und die flexible Stromerzeugung als Ergänzung zu Wind- und Solarenergie. mehr...

Grafik der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz: Ein Sechstel der Bioenergie-Leistung zur Stromerzeugung in Rheinland-Pfalz befindet sich im Eifelkreis Bitburg-Prüm. Rechts sind zwei stilisierte Biogasanlagen abgebildet.

Eifelkreis Bitburg-Prüm: An der Spitze bei Bioenergie

[25.08.2026] Der Eifelkreis Bitburg-Prüm verfügt über die höchste installierte Bioenergie-Leistung unter den Kommunen in Rheinland-Pfalz. Mit knapp 31 Megawatt entfallen rund ein Sechstel der landesweit installierten Leistung und fast ein Viertel der Anlagen auf den Landkreis. mehr...

Green Planet Energy: Biomethan aus Morschen

[07.08.2026] Die Energiegenossenschaft Green Planet Energy baut eine Biogasanlage im hessischen Morschen zu einem Biomethanstandort aus. Das Projekt soll nachhaltiges Gas aus landwirtschaftlichen Reststoffen liefern und den erneuerbaren Anteil der Gasversorgung weiter erhöhen. mehr...

Lahr: Bau von Biomasse-Anlage

[03.08.2026] MVV Enamic baut für die Rubinmühle in Lahr eine Biomasse-Anlage zur Erzeugung von Prozessdampf aus Haferschalen. Das Projekt soll Erdgas ersetzen, CO2-Emissionen senken und zeigt, wie Industrieunternehmen Produktionsreststoffe energetisch nutzen können. mehr...

EEG-Novelle: Kritik aus der Biogasbranche

[22.07.2026] Ein Netzwerk der Biogasbranche kritisiert den Entwurf zur EEG-Novelle als existenzielle Bedrohung für bestehende Biogasanlagen. Nach Ansicht der Flexperten gefährden die geplanten Ausschreibungsregeln Versorgungssicherheit, Wärmewende und ländliche Wertschöpfung – und fordern deutliche Nachbesserungen. mehr...

Cuxhaven: Biovergärungsanlage macht Baufortschritte

[09.03.2026] Am Entsorgungszentrum Pennigbüttel entsteht eine Biovergärungsanlage, die Bioabfälle aus vier Kommunen zu Biogas und Kompost verarbeitet. Ein Jahr nach dem Spatenstich melden die Betreiber deutliche Baufortschritte und starten nach der Winterpause den nächsten Bauabschnitt. mehr...

Weikersheim: Baustart von Rohbiogasleitung

[05.03.2026] In Weikersheim entsteht eine 4,3 Kilometer lange Rohbiogasleitung mit zwei Satelliten-Blockheizkraftwerken für die kommunale Wärmeversorgung. Das vom Land Baden-Württemberg mit 300.000 Euro geförderte Projekt soll jährlich bis zu 500.000 Liter Heizöl ersetzen und gilt als Modell für den ländlichen Raum. mehr...

Hauptstadtbüro Bioenergie: Kritik am Entwurf des Netzentwicklungsplans

[19.01.2026] Der aktuelle Entwurf des Netzentwicklungsplans blendet nach Ansicht der Bioenergiebranche erneut das Potenzial von Biomasse und Biogas aus. Das Hauptstadtbüro Bioenergie kritisiert eine realitätsferne Fortschreibung früherer Annahmen trotz veränderter energiepolitischer Rahmenbedingungen. mehr...

Stadtwerke Flensburg: Gemeinde übernimmt Biomasse-Heizkraftwerk

[08.01.2026] Zum 1. Januar 2026 hat die Gemeinde Langballig das Biomasse-Heizkraftwerk von den Stadtwerken Flensburg übernommen. Damit geht eine seit mehr als drei Jahren vorbereitete Übertragung der klimaneutralen Wärme- und Stromerzeugung in kommunale Verantwortung über. mehr...

Biogasrat: Warnung vor Wettbewerbsnachteilen

[12.12.2025] Der Biogasrat warnt, dass der neue Kabinettsentwurf zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungsquote die Existenz mittelständischer Produzenten fortschrittlicher Biokraftstoffe gefährde. mehr...

Neutraubling: Biomasseheizwerk ans Wärmenetz gegangen

[08.12.2025] REWAG hat in Neutraubling jetzt ein Biomasseheizwerk offiziell in Betrieb genommen. Die Anlage soll das Wärmenetz stabilisieren und ein weiterer Schritt zur Dekarbonisierung sein. mehr...

Biogasrat: Kritik an Referentenentwurf

[01.12.2025] Der Biogasrat kritisiert den Referentenentwurf zum Gas- und Wasserstoff-Binnenmarktpaket als unzureichend und warnt vor Rückschritten bei Klimaschutz und Versorgungssicherheit. Der Verband fordert verlässliche Regeln für den Netzanschluss von Biomethananlagen, den Erhalt bestehender Privilegien und klare Vorgaben zur Investitionssicherheit. mehr...

Putlitz: Umstellung von Gasnetz auf Biomethan

[24.11.2025] Die Stadt Putlitz stellt ihr Gasnetz erstmals vollständig auf nahezu klimaneutrales Biomethan um. Grundlage ist ein Vertrag zum Anschluss der Biogas Produktion Putlitz an das Netz von EMB Energie Brandenburg. mehr...