Bad WaldseeKlimakommune dank Nahwärme

Spatenstich für das Nahwärmenetz in Bad Waldsee.
v.l.: Manfred Erne, Geschäftsführer Stadtwerke Bad Waldsee, Matthias Henne, Bürgermeister von Bad Waldsee (CDU), und Monika Ludy, erste Beigeordnete von Bad Waldsee.
(Bildquelle: Stadt Bad Waldsee)
Im baden-württembergischen Bad Waldsee soll im kommenden Jahr der Bau eines Nahwärmenetzes abgeschlossen werden, welches die Altstadt nachhaltig mit Wärme versorgt und so jährlich 1.800 Tonnen CO2 einsparen wird. Damit setzt der Kurort im Süden des Bundeslands seinen konsequenten Klimakurs fort. „Die Wärmewende ist ein entscheidender Faktor für die Erreichung der Klimaziele. Kommunen wie Bad Waldsee zeigen, wie Wärmeprojekte durch eine konsequente Umsetzung auf kommunaler Ebene in Verbindung mit Förderprogrammen von Bund und Ländern gelingen können“, sagt Robert Brandt, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE).
Viele und grüne Nahwärme-Quellen
Zum neuen Quartierskonzept von Bad Waldsee gehört der Bau eines Nahwärmenetzes mit 4.100 Metern neuer Wärmetrassen, das nach Fertigstellung alle kommunalen Gebäude in der Innenstadt sowie weitere 44 private und gewerbliche Gebäude mit 10,5 Millionen Kilowattstunden Wärme jährlich versorgen wird und durch ein Förderprogramm vom Landesministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft mit insgesamt 200.000 Euro gefördert wurde. Einen Teil stellt ab der Inbetriebnahme im Oktober die neugebaute Heizzentrale Bad Waldsee Mitte mit Blockheizkraftwerk (BHKW) und angeschlossener Wärmepumpe bereit. Zusätzlich dazu verfügt der Neubau über ein im Februar installierten, 200.000 Liter fassenden, Wärmespeicher.
Nach Abschluss des Projekts 2022 wird die Heizzentrale im Verbund mit Wärmepumpen, BHWKs sowie weiteren Energiesystemen wie Solar- und Geothermieanlagen für eine zuverlässige Wärmeversorgung in kommunalen Gebäuden, der lokalen Rehaklinik Maximilianbad, Mehrfamilienhäusern, Genossenschaftsbauten und anderen Wohngebäuden sorgen. Einige Bauabschnitte wurden bereits abgeschlossen und sollen ab Oktober mit der Wärmeversorgung aus der Heizzentrale beginnen. So erreicht die Wärme klimafreundlich und wartungsarm die Wohnungen der Bürger und versorgt ganze Stadtteile mit Raumwärme und Warmwasser.
Bis 2030 THG um 55 Prozent sparen
Bereits 2013 gründete Bad Waldsee die Stadtwerke und legte damit den Grundstein für die lokale Energiewende. Im Klimaschutzkonzept 2020/2050 setzte sich die Stadt klare Ziele. Bis 2030 sollen die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 1990 in den Sektoren Wärme, Strom und Verkehr insgesamt um 55 Prozent reduziert werden. Der Anteil des erneuerbaren Stroms soll auf 50 Prozent ansteigen und die Wärmeversorgung zu mindestens 25 Prozent aus nachhaltigen Quellen stammen. Bis spätestens 2050 soll die Energieerzeugung nahezu zu 100 Prozent erneuerbar sein. Gleichzeitig werden durch die Verdopplung der Sanierungsquote – auf mindestens zwei Prozent – der Stromverbrauch bis 2050 um 25 Prozent und der Wärmeverbrauch um 66 Prozent gesenkt. Um die Umsetzung der Maßnahmen künftig noch besser zu koordinieren, wurde im diesjährigen Haushalt eine neue Stelle für einen Klimaschutzbeauftragten der Stadt geschaffen. Im Herbst 2021 hat die Stadt zusätzlich das Klima-Team ins Leben gerufen, das mit externen Mitgliedern aus unterschiedlichen Bereichen neuerliche Impulse für den Klimaschutz vor Ort schaffen soll.
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