Mittwoch, 28. Januar 2026

DIWKommunale Unternehmen investieren

[26.10.2015] Im Gegensatz zu den kommunalen Kernhaushalten sinken die Investitionen öffentlicher Unternehmen in der Energie- und Wasserversorgung nicht. Dies hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) herausgefunden.
Fernwärme-Bauarbeiten der Stadtwerke München: Investitionen öffentlicher Unternehmen in Leitungsanlagen haben sich erhöht.

Fernwärme-Bauarbeiten der Stadtwerke München: Investitionen öffentlicher Unternehmen in Leitungsanlagen haben sich erhöht.

(Bildquelle: SWM)

Zahlreiche Kommunen in Deutschland investieren zu wenig, vor allem zulasten der Infrastruktur. Für die kommunalen Energie- und Wasserversorger gilt dies jedoch nicht. Im Gegenteil: Wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in einer aktuellen Untersuchung herausgefunden hat, steigen die Investitionen der öffentlichen Unternehmen im Bereich der Energie- und Wasserversorgung. Nach Angaben des DIW haben sich die Bruttoinvestitionen in Leitungsanlagen der rein öffentlichen Unternehmen in den Jahren 2005 bis 2012 von jährlich rund 1,4 Milliarden auf fast 2,3 Milliarden Euro erhöht.
Obwohl sich die regionale Finanzkraft und demografische Entwicklung in den Versorgungsgebieten stark unterscheide, hätten diese Faktoren bisher kaum Einfluss auf die Investitionsausgaben der öffentlichen Energie- und Wasserversorgungsunternehmen: Kommunale Versorger investierten in finanzschwachen Bundesländern nicht weniger als in finanzstarken und sie investierten in schrumpfenden Regionen nicht weniger als in wachsenden. „Es ist allerdings nicht gesagt, dass dieses Ergebnis auch für weitere oder noch nicht ausgelagerte Bereiche gilt“, schreiben die DIW-Ökonominnen Astrid Cullmann, Maria Nieswand und Caroline Stiel in ihrer Studie. „Denn die Energie- und Wasserversorgung unterscheidet sich insofern grundlegend von anderen kommunalen Tätigkeiten, als dass sie sich in der Regel selbst trägt und damit weitgehend unabhängig von der Finanzlage einer Kommune ist.“
Wie das DIW weiter mitteilt, haben die Autorinnen der Studie die Investitionsausgaben kommunaler Versorger anhand erstmals verfügbarer Mikrodaten aus der amtlichen Statistik analysiert. Diese enthalte sowohl Informationen zu öffentlichen als auch zu privaten Unternehmen, jeweils für die Jahre 2005 bis 2012. Die Auswertung basiere auf sämtlichen Unternehmen der Energie- und Wasserversorgung in Deutschland mit mehr als zehn Mitarbeitern.



Stichwörter: Politik, DIW


Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

VKU: Kurskorrektur beim Offshore-Ausbau gefordert

[28.01.2026] Der Verband kommunaler Unternehmen fordert anlässlich des Nordsee-Gipfels eine Kurskorrektur beim Ausbau der Offshore-Windenergie. Ziel sei ein Ausbaupfad, der Systemkosten begrenzt, Netze besser auslastet und Investitionen wirtschaftlich tragfähig macht. mehr...

BSW-Solar: Bündnis fordert Fortsetzung der Photovoltaik-Förderungen

[28.01.2026] Ein breites Bündnis aus Wirtschafts- und Zivilgesellschaftsverbänden warnt vor geplanten Kürzungen bei der Förderung von Photovoltaik auf Gebäuden. Nach Ansicht der Unterzeichner würde ein Abbau der Förderung den Solarausbau bremsen, Strompreise verteuern und die Klimaziele gefährden. mehr...

Rheinisches Revier: Gigawattpakt erreicht Ausbauziele

[26.01.2026] Der Gigawattpakt im Rheinischen Revier erreicht schneller als geplant zentrale Ausbauziele: Die installierte Leistung erneuerbarer Energien ist seit Ende 2020 auf 4,4 Gigawatt gestiegen. Damit rückt die für 2028 vorgesehene Marke von fünf Gigawatt bereits nach knapp vier Jahren in greifbare Nähe. mehr...

Schleswig-Holstein: Erhöhung des Bürgerenergiefonds

[20.01.2026] Schleswig-Holstein erhöht den Bürgerenergiefonds um weitere fünf Millionen Euro und stärkt damit die Finanzierung von Energieprojekten in Bürgerhand. Das Gesamtvolumen des Fonds steigt auf 15 Millionen Euro und soll neue Wind-, Solar- und Wärmeprojekte anschieben. mehr...

BDEW: Stellungnahme zur Kraftwerksstrategie

[19.01.2026] Bundesregierung und EU-Kommission haben sich auf Eckpunkte der Kraftwerksstrategie verständigt und damit den Weg für neue Ausschreibungen und zusätzliche gesicherte Leistung geebnet. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft sieht darin ein wichtiges Signal für Versorgungssicherheit und Investitionen in steuerbare Kapazitäten. mehr...

BDEW: Zehn-Punkte-Papier für mehr Resilienz

[14.01.2026] Nach dem mehrtägigen Stromausfall infolge eines Brandanschlags in Berlin fordert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft rasche politische und rechtliche Konsequenzen. Ein Zehn-Punkte-Papier soll die Resilienz Kritischer Energie- und Wasserinfrastrukturen gegen Sabotage, Ausfälle und Krisen stärken. mehr...

Deutscher Landkreistag: Änderungen an KRITIS-Dachgesetz gefordert

[12.01.2026] Ein mehrtägiger Stromausfall nach einem Anschlag im Berliner Südwesten hat aus Sicht der Landkreise gravierende Schwachstellen in der Krisenvorsorge offengelegt. Der Deutsche Landkreistag dringt deshalb auf einen umfassenderen Schutz Kritischer Infrastrukturen und auf Nachbesserungen beim geplanten KRITIS-Dachgesetz. mehr...

Sachsen: Fortsetzung der zentralen Wasserstoff-Anlaufstelle

[12.01.2026] Sachsen setzt die Arbeit seiner zentralen Wasserstoff-Anlaufstelle fort und beauftragt die bisherige Trägergemeinschaft erneut. Damit soll der Aufbau einer durchgängigen Wasserstoffwirtschaft bis 2030 weiter unterstützt werden. mehr...

Niedersachsen: Gewerbesteueraufkommen für Offshore-Windparks gesichert

[07.01.2026] Niedersachsen ordnet die Gewerbesteuer für Offshore-Windparks neu und sichert damit dauerhaft hohe Einnahmen für seine Kommunen. Kern der Regelung ist die Zuweisung der Hebeberechtigung an Wilhelmshaven ab 2026, mit umfangreichen Umverteilungseffekten über den Kommunalen Finanzausgleich. mehr...

AEE: Fortschritte bei Flächen-Ausweisungen

[07.01.2026] Die Bundesländer kommen bei der Ausweisung von Flächen für Windenergie voran, erreichen die gesetzten Zwischenziele jedoch bislang nur teilweise. Ein Hintergrundpapier der Agentur für Erneuerbare Energien zeigt zudem deutliche Unterschiede zwischen den Ländern sowie Fortschritte bei Genehmigungen und Photovoltaik-Freiflächen. mehr...

Schleswig-Holstein: Forschungszentrum für Leistungselektronik geplant

[06.01.2026] Schleswig-Holstein will am Campus der HAW Kiel ein neues Forschungszentrum für Leistungselektronik errichten und dafür bis zu 15,28 Millionen Euro bereitstellen. Das Vorhaben soll Forschung, industrielle Anwendung und Technologietransfer im Kontext der Energiewende bündeln. mehr...

BSI: Richtlinie für Smart Meter Gateways überarbeitet

[19.12.2025] Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat die Technische Richtlinie TR-03109-6 für die Administration von Smart Meter Gateways überarbeitet. Die neue Version 2.0 wird mit der nächsten Zertifizierung der Gateway-Administrator-Systeme ab 2027 verbindlich. mehr...

Stadtwerke Lübeck: Umfrage zu Investitionen in Energiewende

[17.12.2025] Die Bereitschaft zu staatlichen Investitionen in die Klimaneutralität ist in Deutschland tief gespalten. Eine repräsentative Umfrage zeigt zugleich, dass viele Bürgerinnen und Bürger klare Prioritäten bei Infrastrukturprojekten erwarten und kommunalen Unternehmen dabei eine zentrale Rolle zuschreiben. mehr...

BDEW: Kritik an NEST-Paket

[12.12.2025] Das von der Bundesnetzagentur veröffentlichte NEST-Paket überzeugt die Branche nicht. Aus Sicht des BDEW fehlt ein verlässlicher Rahmen für die neue Anreizregulierung. Die Verbände warnen vor Folgen für Investitionspläne vieler Netzbetreiber. mehr...

Biogasrat: Warnung vor Wettbewerbsnachteilen

[12.12.2025] Der Biogasrat warnt, dass der neue Kabinettsentwurf zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungsquote die Existenz mittelständischer Produzenten fortschrittlicher Biokraftstoffe gefährde. mehr...