Freitag, 20. März 2026

Deutschland / ÖsterreichKooperation für Sekundärregelleistung

[19.07.2016] Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber und der österreichische Übertragungsnetzbetreiber APG haben eine internationale Kooperation für Sekundärregelleistung beschlossen.

Die deutschen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW sowie der österreichische Übertragungsnetzbetreiber APG haben jetzt die erste internationale Kooperation zur Sekundärregelleistung (SRL) in Europa geschlossen. Wie die ÜNB mitteilen, sei die Zusammenarbeit richtungweisend im Hinblick auf die europäische Guideline on Electricity Balancing, die sich aktuell in der Umsetzung befinde. Sie ziele auf eine engere Zusammenarbeit der europäischen Übertragungsnetzbetreiber ab, um einen EU-Binnenmarkt für Regelleistung zu schaffen. Die SRL-Kooperation Deutschland-Österreich nehme damit zukünftige Anforderungen vorweg und stelle die Weichen für einen harmonisierten europäischen Regelleistungsmarkt. Die deutschen sowie der österreichische Übertragungsnetzbetreiber seien bereits Teil des internationalen Netzregelverbundes (IGCC). In dieser Kooperation werde der gegenläufige Abruf von Sekundärregelleistung (SRL) vermieden, indem in den beteiligten Ländern vorab ein Bedarfsausgleich (Netting) durchgeführt werde. Als logischen nächsten Schritt würden die Übertragungsnetzbetreiber nun eine Vertiefung der Kooperation eingehen, indem der Einsatz von SRL anhand einer gemeinsamen Abrufliste (Merit Order) durchgeführt werden soll. Auf diese Weise komme immer das aus wirtschaftlicher Sicht günstigste Angebot für Sekundärregelleistung in beiden Ländern zum Einsatz. Die Kosten für Regelarbeit könnten hierdurch gesenkt werden. Im Falle einer Trennung der Kooperation, zum Beispiel durch operative Netzrestriktionen, setzten die deutschen und österreichischen Übertragungsnetzbetreiber die Sekundärregelleistung wie bislang national ein. Im nächsten Schritt werde zur weiteren Vertiefung der Kooperation eine gemeinsame Beschaffung von SRL in Deutschland und Österreich geprüft. Auch die gemeinsame Weiterentwicklung der Marktregeln und Produkte für SRL stünden im Fokus der Übertragungsnetzbetreiber.





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