Montag, 7. September 2026

Offshore-WindparksKosten sinken drastisch

[23.03.2017] Immer leistungsstärkere Anlagen lassen die Kosten für Offshore-Windparks deutlich sinken. Laut dem Wirtschaftsprüfungsunternehmen PwC wird die Einspeisevergütung für Offshore-Windräder auf unter zehn Cent je Kilowattstunde fallen.

Am 1. April 2017 erfolgt die erste Ausschreibung für Offshore-Windenergieanlagen nach dem neuen Windenergie-auf-See-Gesetz. Experten der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) schätzen, dass die Einspeisevergütung bei den Ausschreibungen für Offshore-Windparks bereits in den ersten beiden Jahren auf deutlich unter zehn Cent je Kilowattstunde (ct/kWh) fallen wird. Als Grund nennen sie die Installation größerer Windenergieanlagen, die zuletzt zu drastischen Kostendegressionen geführt habe. Angesichts der aktuell gezahlten Vergütung von bis zu 19,4 Cent je kWh bei allerdings kürzeren Laufzeiten würde dies einen enormen Rückgang darstellen.
Wie PwC meldet, hat sich die installierte Leistung von Offshore-Windenergieanlagen von 500 MW im Jahr 2013 auf aktuell rund 4.100 MW erhöht. Auch die Effizienzsteigerung sei immens. So liege die durchschnittliche Leistung aller Anlagen bei 4,3 MW, bei den im Jahr 2016 zugebauten Anlagen habe sie bereits 5,2 MW je Anlage betragen. Dieser Trend werde sich fortsetzen. Projekte mit bis zu acht Megawatt je Anlage seien bereits in Planung und Turbinen mit einer Leistung von mehr als zehn Megawatt in der Entwicklung.
Heiko Stohlmeyer, Leiter des Bereichs Renewables bei PwC, sagte zum Auftakt der 10. EROFORUM-Konferenz Offshore Windparks in Hamburg (21.-22. März 2017): „Die Zeiten, in denen bei Offshore-Projekten die Kosten explodierten, sind vorbei. Die zuletzt realisierten Windparks zeigen, dass sich solche Großprojekte inzwischen weitgehend plangemäß realisieren lassen.“ Angesichts dieser Entwicklung stelle sich auch die Frage, ob die Bundesregierung ihre Offshore-Ziele nicht wieder nach oben korrigieren solle. Ursprünglich hatte diese 25.000 MW bis 2030 anvisiert, wegen des schleppenden Ausbaus aber die Ziele dann auf aktuell 15.000 MW nach unten geschraubt.
Die Prognose des niedrigen Vergütungsniveaus stützt sich auch auf Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern. So erhielt der Weltmarktführer im Bereich Offshore-Windenergie Dong Energy im Sommer 2016 mit einem Angebotspreis von 7,27 ct/kWh den Zuschlag für die beiden Projekte Borssele 1 und 2 in den Niederlanden. Anfang Dezember erfolgte dann die Vergabe der Projekte Borssele 3 und 4 an ein Konsortium von Shell, Van Oord, Eneco und Mitsubishi/DGE für 5,45 ct/kWh. Und auch in Dänemark wurde der Zuschlag für den 600-MW-Park Kriegers Flak Anfang November 2016 für unter 5 ct/kWh an Vattenfall vergeben. „Diese Beispiele zeigen, in welche Richtung es geht – auch wenn sich die Kostenstrukturen natürlich von Projekt zu Projekt unterscheiden“, so Stohlmeyer.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Windenergie

Artenschutz: Erprobung von Anti-Kollisionssystem

[03.09.2026] Das ZSW erprobt ein mobiles, KI-gestütztes Anti-Kollisionssystem für Vögel und Fledermäuse an Windenergieanlagen. Gemeinsam mit ABO Energy soll der Bird- und BatRecorder 2.0 unter realen Bedingungen Daten für einen artenschutzgerechteren Windparkbetrieb liefern. mehr...

Bundesregierung: Windenergie-auf-See-Gesetz beschlossen

[03.09.2026] Das Bundeskabinett hat die Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes beschlossen. VKU und BDEW begrüßen wichtige Änderungen, fordern aber Nachbesserungen bei Ausschreibungen, Netzanbindung und bereits vergebenen Projekten. mehr...

Luftaufnahme einer Windenergieanlage inmitten einer ländlichen Landschaft mit Feldern und Waldflächen. Im Hintergrund sind weitere Windräder zu sehen.

JUWI: Fünf neue Anlagen am Netz

[01.09.2026] Im Landkreis Warendorf speisen fünf neue Windenergieanlagen Strom ins Netz ein. Der Windpark Sassenberg-Füchtorfer Moor II soll jährlich knapp 70 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. mehr...

Trianel: Windpark Borkum stabilisiert Stromnetz

[31.08.2026] Der Trianel Windpark Borkum I nimmt mit rund 70 Megawatt Leistung am Regelenergiemarkt teil. Seit Juli 2026 stellt der Offshore-Windpark negative Sekundärregelleistung bereit und kann dafür seine Einspeisung auf Anforderung des Übertragungsnetzbetreibers automatisch reduzieren. mehr...

Schleswig-Holstein: Zehn GW Windenergieleistung an Land

[27.08.2026] Schleswig-Holstein hat erstmals mehr als zehn Gigawatt Windenergieleistung an Land installiert. Das Land will den Ausbau nun mit Blick auf die geplante EEG-Novelle weiter absichern. mehr...

bericht

Windenergie: Richtung tragfähiger Märkte

[25.08.2026] In einem schwierigen Marktumfeld stellt sich das Unternehmen JUWI neu auf und setzt auf Effizienz und internationale Wachstumsprojekte. Dazu gehören eine neue Organisationsstruktur sowie die Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle. mehr...

Windenergie-auf-See-Gesetz: VKU fordert Ausbau mit Augenmaß

[19.08.2026] Der VKU fordert für den weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie mehr Wettbewerb und eine stärkere Orientierung am tatsächlichen Stromertrag. Zur Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes schlägt der Verband unter anderem ein niedrigeres Ausbauziel und kleinere Ausschreibungsflächen vor. mehr...

bericht

Windenergie: Akzeptanz schaffen

[17.08.2026] Mit dem Windprojekt Schäferköppel realisiert Mainova derzeit den ersten Windpark auf Frankfurter Gemarkung. Das Projekt zeigt, welche Rolle interkommunale Zusammenarbeit, regionale Verankerung und Bürgerbeteiligung für den Ausbau erneuerbarer Energien spielen. mehr...

EnBW: Bau von Offshore-Windpark abgeschlossen

[17.08.2026] Beim Offshore-Windpark He Dreiht sind alle 64 Windkraftanlagen mit jeweils 15 Megawatt Leistung installiert. Der 960-Megawatt-Park soll noch im Spätsommer vollständig in Betrieb gehen, allerdings läuft nach einem Rotorblattschaden Ende Juli noch eine Untersuchung. mehr...

bericht

Windenergie: Weniger ist mehr

[12.08.2026] Der Repowering-Windpark Elster zählt zu den größten Projekten dieser Art in Europa. Er zeigt, wie Kommunen, Betreiber und regionale Energieakteure bestehende Windstandorte neu bewerten können. mehr...

Kreis Steinfurt: Bürgerwind sichert Wertschöpfung vor Ort

[11.08.2026] Im Kreis Steinfurt soll Bürgerwind dafür sorgen, dass ein größerer Teil der Wertschöpfung aus Windenergie in der Region bleibt. Kommunen, Bürger, Banken und Unternehmen sind dabei über ein regionales Netzwerk in die Projekte eingebunden. mehr...

Rheinland-Pfalz: Kommunale Anstalt für Flächenpooling

[11.08.2026] Die Verbandsgemeinde Bad Bergzabern bündelt Flächen für den Ausbau der Windenergie und hat dafür eine kommunale Anstalt gegründet. Mehr als 80 Verhandlungsmandate stärken die Position der Kommune gegenüber Projektentwicklern und sollen regionale Wertschöpfung sichern. mehr...

bericht

Dardesheim: Glücksfall Windpark

[10.08.2026] Windenergie schafft Akzeptanz, wenn ihre Wertschöpfung vor Ort ankommt. Der BürgerEnergiePark Druiberg in Dardesheim zeigt, wie kommunale Förderung, Bürgerstrom und finanzielle Beteiligung ein nahezu konfliktfreies Repowering-Projekt möglich machen. mehr...

Ingstetten: Repowering von Windpark

[10.08.2026] Qualitas Energy hat mit dem Repowering des Windparks Ingstetten in Baden-Württemberg begonnen. Sechs neue Windenergieanlagen mit zusammen 42 MW Leistung sollen ab Ende 2027 deutlich mehr Strom liefern als die bisherigen Anlagen. mehr...

Advertorial: WindEnergy Hamburg 2026 – Lösungen für die Energieversorgung von morgen

[05.08.2026] Der Ausbau erneuerbarer Energien stellt Stadtwerke, Netzbetreiber und Energieversorger vor neue Herausforderungen. Themen wie Netzausbau, Energiespeicherung, Wasserstoff und Digitalisierung gewinnen zunehmend an Bedeutung. Vom 22. bis 25. September 2026 bringt die WindEnergy Hamburg die internationale Windenergiebranche zusammen und bietet eine Plattform für den Austausch über Lösungen für eine sichere, nachhaltige und zukunftsfähige Energieversorgung. mehr...