Montag, 9. Februar 2026

BDEWKraftwerksprojekte im Wartestand

[25.04.2018] Laut aktueller Kraftwerksliste des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sind von 52 Projekten lediglich 14 im Bau. Weil sich Gas- und Pumpspeicherkraftwerke derzeit nicht rechnen, fürchtet der Verband ab 2023 eine Unterdeckung bei der gesicherten Leistung.

Zum Auftakt der Hannover Messe Anfang dieser Woche (23. April 2018) hat BDEW-Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer an die Bundesregierung appelliert: „Die Politik wird das Klimaziel 2030 nicht erreichen, wenn sie nicht endlich die Bedingungen für Kraft-Wärme-Kopplung, Energiespeicher, neue Gaskraftwerke und den Netzausbau verbessert.“ Hintergrund der Mahnung ist die neue Kraftwerksliste, die der Branchenverband veröffentlicht hat. Sie enthält alle in Bau befindlichen Kraftwerke sowie die genehmigten und geplanten Projekte mit einer Leistung von mehr als 20 Megawatt aus dem konventionellen und erneuerbaren Bereich.
Eine Auswertung zeige, dass sich derzeit zahlreiche Kraftwerksprojekte aufgrund der schlechten Investitionsbedingungen im Wartestand befinden. Gleichzeitig setze sich der Trend zum Abbau gesicherter Erzeugungskapazitäten unvermindert fort. Immer mehr Gas- und Kohlekraftwerke, die – abgesehen von geringen Ausfallzeiten – jederzeit und wetterunabhängig Strom erzeugen können, gehen laut BDEW vom Netz. Der Grund: Sie müssen altersbedingt stillgelegt werden oder ihr Betrieb ist unwirtschaftlich geworden. Entsprechend sinke die zur Verfügung stehende gesicherte Kapazität.
Laut der Kraftwerksliste gibt es in Deutschland derzeit 52 Projekte zum Neubau von Kraftwerken. Davon seien jedoch lediglich 14 tatsächlich im Bau. Unter den weiteren geplanten Anlagen sind auch 22 Gas- und sechs Pumpspeicherkraftwerke. Aufgrund der aktuellen Marktsituation rechnen sich diese Kraftwerkstypen nicht, ihre Realisierung sei daher fraglich. Stefan Kapferer erläutert: „Die heute noch bestehenden Überkapazitäten werden in wenigen Jahren nicht nur vollständig abgebaut sein. Vielmehr laufen wir sehenden Auges spätestens im Jahr 2023 in eine Unterdeckung bei der gesicherten Leistung.“
Schaffe die Politik jetzt nicht zügig die Voraussetzungen zur Sicherstellung von gesicherter Leistung oder mehr Flexibilitäten, sei das Klimaziel 2030 gefährdet. Kapferer: „Dann wird die Politik 2027 genauso kurzatmig versuchen, eine Lücke zu schließen. Daher unser dringender Appell an die Bundesregierung: Planungssicherheit für Investoren und ein Marktdesign für gesicherte Leistung schaffen. Zudem muss der Netzausbau dringend beschleunigt werden.“



Stichwörter: Politik, BDEW


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