Donnerstag, 26. Februar 2026

OstdeutschlandNetzbetreiber planen Ausbau

[06.10.2017] Die sechs großen Verteilnetzbetreiber in Ostdeutschland haben sich jetzt auf einen Netzausbauplan bis zum Jahr 2027 geeinigt. Der Plan sieht vor, rund 2.600 Kilometer Hochspannungsleitungen und 39 Übergabe-Umspannwerke zu bauen.

Mehr als 95 Prozent der dezentralen Erzeugungsanlagen speisen den erzeugten Strom in die Verteilnetze ein. Gleichzeitig sind in keiner anderen Region Deutschlands so viele Erneuerbare-Energien-Anlagen angeschlossen wie in Ostdeutschland. Die sechs großen Verteilnetzbetreiber in Ostdeutschland ENSO NETZ mit Sitz in Dresden, E.DIS Netz aus Fürstenwalde/Spree, Avacon Netz mit Unternehmenssitz in Helmstedt, Mitnetz Strom aus Halle an der Saale, TEN Thüringer Energienetze aus Erfurt und der Schweriner Netzbetreiber WEMAG Netz haben deshalb jetzt einen Netzausbauplan für das Hochspannungsnetz in Ostdeutschland vorgelegt.
Grundlage hierfür bildet der im Jahr 2013 gemeinsam erarbeitete und 2015 überarbeitete Netzausbauplan für das 110-Kilovolt-Netz, der jetzt an die gesetzlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst wurde. Wie die Netzbetreiber gemeinsam melden, liegt damit ein länderübergreifender Fahrplan der Verteilnetzbetreiber für das Hochspannungsnetz vor. Daran könnten sich Verteilnetzbetreiber, regionale Planungsgemeinschaften und Übertragungsnetzbetreiber orientieren und sich künftig noch besser abstimmen. Ziel sei es, den Netzausbaubedarf insgesamt zu senken.
Dem Ausbauplan zugrunde liegt eine prognostizierte Einspeiseleistung von rund 47.200 Megawattstunden für das Jahr 2027 in Ostdeutschland. Den wesentlichen Beitrag sollen Photovoltaik und Windenergie liefern. Laut dem Plan sollen bis zum Jahr 2027 rund 2.600 Kilometer Hochspannungsleitungen neu gebaut oder verstärkt werden. Zusätzlich sollen 39 Übergabe-Umspannwerke errichtet werden. Dabei berücksichtige der Netzausbauplan die Wirkung der Spitzenkappung, die gleichzeitige Einspeisung aus Wind- und Photovoltaikanlagen sowie die geplanten Ausschreibungsverfahren für Windenergieanlagen.
Bereits in den vergangenen vier Jahren konnten neun Übergabe-Umspannwerke und 450 Kilometer Hochspannungsleitung installiert werden, so die Netzbetreiber. In den kommenden Jahren stünden mit der Digitalisierung, der Sektorkopplung und der Elektromobilität neue Herausforderungen auf der Verbraucherseite bevor. Hierzu seien neben Netzausbaumaßnahmen auch die intelligente Nutzung flexibler Lasten und Erzeugungen nötig.
Für die Erstellung des Netzausbauplans habe man zuvor die Prognosen zur Entwicklung der erneuerbaren Energien in Ostdeutschland zwischen den Verteilnetzbetreibern und der Landesregierung abgeglichen. Auf den Internet-Seiten der Verteilnetzbetreiber kann der Netzausbauplan abgerufen werden.





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