Neckarwestheim IIPlanmäßige Abschaltung

Neckarwestheim II: Am 15. April wird das Kraftwerk abgefahren.
(Bildquelle: EnBW/Daniel Maier-Gerber)
Am 15. April wird das Atomkraftwerk Neckarwestheim II planmäßig abgefahren. Wie das Land Baden-Württemberg mitteilt, begleitet und kontrolliert es den Rückbau ebenso engmaschig wie den Leistungsbetrieb. Umweltministerin Thekla Walker (Bündnis 90/Die Grünen) erläutert: „Mit der Abschaltung des letzten verbliebenen Atommeilers in Baden-Württemberg endet eine Ära. Aber die eigentliche Arbeit beginnt erst. Atomkraft ist keine nachhaltige Technologie. Die Produktion von Atomstrom verursacht enorme Kosten und Entsorgungsprobleme in der Zukunft. Die Herausforderung, wie wir riesige Mengen von Atommüll sicher endlagern, wird uns längere Zeit beschäftigen, als die deutschen Atomkraftwerke in Betrieb waren. Daher ist es richtig, den 2011 beschlossenen Atomausstieg nun endgültig zu vollziehen. Wir wollen alle Kraft in erneuerbare Technologien investieren, die sowohl klimaneutral sind als auch generationengerecht.“
Auskünften des Landes zufolge wird das Umweltministerium als Aufsichtsbehörde den Rückbau des Kraftwerks Neckarwestheim II durch die Betreiberin EnBW Kernkraft (EnKK) intensiv überwachen. Thekla Walker betonte: „Wie sehr die Bürgerinnen und Bürger das Thema Sicherheit umtreibt, zeigen die mehr als 700 eingebrachten Einwendungen zur Stilllegungs- und Abbaugenehmigung. Wir haben diese sorgfältig geprüft und abgearbeitet. Wir sehen die rege Beteiligung der Öffentlichkeit als Auftrag, den Rückbau ebenso engmaschig zu begleiten wie den Leistungsbetrieb.“
Laut Angaben des Landes wird der Reaktor nach dem Abfahren der Anlage geöffnet und die Reaktorgrube geflutet. Die Brennelemente des Reaktorkerns würden in das Abklingbecken entladen. Dort würden sie noch einige Jahre abkühlen müssen. Anschließend würden sie in Castorbehälter im Zwischenlager am Standort umgebettet. Sie blieben in Neckarwestheim, bis ein sicheres Endlager für Deutschland gefunden und gebaut ist.
Im Sommer dieses Jahres würden die Bauteile des Primärkreises dekontaminiert. Im Primärkreislauf durchfließe Wasser den Reaktorkern und werde über die durch Kernspaltung erzeugte Energie erhitzt. Diese Bauteile würden auch als erstes demontiert, um die Strahlenbelastung des Personals bei den weiteren Abbauarbeiten zu minimieren. Die Komponenten des Primärkreislaufs seien – nach den Brennelementen – die am höchsten radioaktiv belasteten Teile des Kraftwerks.
Die für den Abbau nötigen Aufsichtsverfahren begännen ebenfalls im Sommer. Das Umweltministerium prüfe die Vorlagen mithilfe von Sachverständigen und kontrolliere die Maßnahmen vor Ort. Das Umweltministerium überwache auch die Sortierung, Behandlung und sichere Entsorgung der unterschiedlichen Abfälle.
Die EnKK rechne mit einem Zeitraum von circa 15 Jahren für den Rückbau des Meilers Neckarwestheim II.
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