Donnerstag, 18. Juni 2026

Stadtwerke LeerSoftware überwacht Kosten

[27.11.2019] Für den Fachbereich Stadtentwässerung setzen die Stadtwerke Leer auf das durchgängige AVA- und Baukostenmanagementsystem California.pro. Mit dem Programm von G&W Software werden alle Rahmenvertragsleistungen für den Bauunterhalt abgerechnet und auch kleinere Projekte ausgeschrieben.
Bauprojekt der Stadtentwässerung Leer.

Bauprojekt der Stadtentwässerung Leer.

(Bildquelle: Stadtwerke Leer)

Die Stadtentwässerung Leer, ein Bereich der Stadtwerke Leer, ist zuständig für das Kanalnetz und die Kläranlagen der 35.000 Einwohner zählenden ostfriesischen Kommune. Das von ihr unterhaltene Kanalnetz hat eine Gesamtlänge von rund 280 Kilometern. Die Unterhalts- und Neubauprojekte hat das kommunale Unternehmen früher von Ingenieurbüros planen und ausschreiben lassen und die Abrechnungen mit Excel koordiniert und kontrolliert. Um die Kostenkontrolle zu optimieren und einen Teil der Tätigkeiten wieder einzugliedern, setzt der Fachbereich bereits seit 2010 auf die Software California.pro des Münchner Anbieters G&W Software. Überzeugt hat die weitreichende Funktionalität, ist das Programm doch weit mehr als eine klassische AVA-Software. Uwe Felgenträger, technischer Leiter bei den Stadtwerken Leer, erklärt: „Ich kannte die Software von meinem früheren Arbeitgeber und war von den umfangreichen Funktionalitäten und der klaren Menüführung überzeugt.“

Optimierte der Kostenkontrolle

Mit der ganzheitlichen Lösung für Kostenplanung, AVA und Baukostenmanagement kann die Stadtentwässerung ihre Projekte von der ersten Kostenschätzung über die Kostenberechnung, Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung einschließlich der laufenden Kostenkontrolle bis hin zur Dokumentation der abgeschlossenen Projekte betreuen. Darüber hinaus kann die Lösung ans ERP-System (Enterprise Ressource Planning) angebunden werden, denn die nächsten Schritte werden die komplette Digitalisierung der Prozesse sein. Unterstützt wird die Stadtentwässerung vom Software-Unternehmen S-S-B DigitalServices. Dieses ist durch seine Consulting-Leistungen maßgeblich daran beteiligt, dass die Prozesse der Stadtentwässerung Leer in California.pro abgebildet und gelebt werden.

Abrechnung der Rahmenvertragsleistungen

Heute rechnet die Stadtentwässerung Leer alle Rahmenvertragsleistungen für den Bauunterhalt ab und hat dazu kostenoptimierte Rahmenverträge mit ausführenden Unternehmen abgeschlossen. Dazu zählen unter anderem Straßen-, Kanal- und Beleuchtungsunterhaltungsarbeiten, Asphaltarbeiten sowie die Gehweginstandhaltung. Die Kosten werden in das dafür eingestellte jeweilige Unterhaltsbudget gebucht. Uwe Felgenträger erläutert: „Wir haben für jeden Unterhaltungsbereich ein eigenes Budget, das entsprechend aufgegliedert ist. So ist die Straßenunterhaltung in Straßenflächen, Parks und Wege eingeteilt.“ Für den Budgetverantwortlichen sei dadurch auf einen Klick ersichtlich, wieviel Budget in den einzelnen Unterhaltungsbereichen noch verfügbar ist.
Wird ein Auftrag an ein Ingenieurbüro vergeben, legen die Kollegen und Uwe Felgenträger das Projekt im System mit Projektnummer und Kostenstellen an. Nach Erhalt des Leistungsverzeichnisses (LV) vom Ingenieurbüro wird ausgeschrieben. Dazu verschickt der Fachbereich die LV elektronisch oder stellt diese auf eine Ausschreibungsplattform. Nach Erhalt der Angebotsdaten der ausführenden Unternehmen liest der Fachbereich diese ins System ein und erstellt den Preisspiegel. California.pro importiert und exportiert sowohl Leistungsverzeichnisse als auch Angebotsdaten bis hin zum Auftrags-LV entsprechend dem GAEB-Standard und ist für den neuesten GAEB-Standard zertifiziert.
#bild2 Während des Projektverlaufs erhält die Stadtentwässerung die durch das Ingenieurbüro geprüften Abschlagsrechnungen mit den Massenermittlungen, übernimmt die Mengen und Korrekturen und gibt die Rechnungen zur Zahlungsfreigabe frei. Auch die HOAI-Rechnungen der Ingenieurbüros rechnet die Stadtentwässerung über California.pro ab. Mit dem Programm ist es möglich, jeden einzelnen Kostenstand zu dokumentieren und die einzelnen Stände zu Vergleichszwecken festzuschreiben. So sind die Auswirkungen auf die Kosten sämtlicher während des Bauablaufs vorgenommenen Änderungen bis in die einzelnen Positionen hinein erfasst.

Budgetierung leicht gemacht

Aufgrund der in California.pro bereits abgerechneten Projekte können die Mitarbeiter der Stadtentwässerung unterschiedlichste Auswertungen nach verschiedenen Kriterien erstellen, um die Kosten für die einzelnen Bereiche für den Wirtschaftsplan für das Folgejahr zu budgetieren. Bei projektierten Vorhaben nutzt Uwe Felgenträger die DBD-BauPreise. Das Programm nennt Orientierungspreise für die mit STLB-Bau beschriebenen Bauleistungen in über 400 Stadt- und Landkreisen in Deutschland und übernimmt die Werte ins Budget. Ist allerdings schon ein Ingenieurbüro mit der Planung beauftragt, übernimmt Felgenträger die vom Büro ermittelten Preise in California.pro. Aufgrund dieser drei Quellen hat der Technische Leiter schnell sein Budget erstellt, welches auf nachvollziehbaren Werten beruht.

Heike Blödorn ist freie Autorin in Karlsruhe.




Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Informationstechnik
interview

Interview: Tief integrierte Systeme

[16.06.2026] Künstliche Intelligenz eröffnet neue Möglichkeiten für Automatisierung und effizientere Prozesse. Andreas Weber von Kraftwerk Software erklärt im Interview, warum KI erst dann ihr volles Potenzial entfaltet, wenn sie in die Systemarchitektur integriert ist. mehr...

FairEnergie: Umstieg auf Intense-Lösung

[09.06.2026] FairEnergie ersetzt seine bisherige SAP-IS-U-Landschaft durch die cloudbasierte Plattform TENTAC auf Basis von SAP S/4HANA Utilities. Der Reutlinger Versorger setzt dabei auf Standardprozesse und integrierte Abläufe, um Kosten zu senken und kundenbezogene Prozesse zu vereinfachen. mehr...

SAP will digitale Souveränität stärken und investiert in sichere Cloudlösungen für den öffentlichen Sektor.

GISA: GASAG senkt Cloud-Kosten

[08.06.2026] Die GASAG hat ihre SAP-Systemlandschaft in der Microsoft-Azure-Cloud überarbeitet. Nach Angaben des IT-Dienstleisters GISA sanken dadurch die monatlichen Speicherkosten deutlich, während sich die Leistungsfähigkeit der Systeme erhöhte. mehr...

bericht

Energiemanagement: Cyber-Sicherheit beginnt im Haus

[04.06.2026] PV-Anlage, Batteriespeicher, Wärmepumpe und Wallbox kommunizieren über digitale Schnittstellen miteinander und mit der Außenwelt. Heim-Energiemanagementsysteme fungieren dabei als zentrale Schaltstelle. Doch mit der Vernetzung steigt auch die Angriffsfläche. mehr...

Berlin: Neues Konzept soll KRITIS schützen

[27.05.2026] Berlin verschärft den Schutz Kritischer Energieinfrastrukturen mit einem neuen TOP-Konzept aus technischen, organisatorischen und physischen Maßnahmen. Anlass sind Brandanschläge auf die Stromversorgung, die zuletzt ganze Stadtteile beeinträchtigten und nun umfangreiche Investitionen sowie neue Sicherheitsstandards auslösen. mehr...

SAP will digitale Souveränität stärken und investiert in sichere Cloudlösungen für den öffentlichen Sektor.

IBM/Natuvion: Cloud-Umstieg beschleunigen

[26.05.2026] Das zentrale SAP-ERP-System (SAP ECC) wird ab 2027 nicht mehr gewartet. Um Energieversorgern den Umstieg auf die Cloud-Plattform SAP S/4HANA Utilities zu erleichtern, haben IBM und Natuvion deshalb eine Zusammenarbeit vereinbart. mehr...

Modernes Gebäude der Stadtwerke Hilden mit großer Glasfassade und silberner Metallverkleidung an einer ruhigen Straße bei sonnigem Wetter. Vor dem Eingangsbereich befinden sich Grünanlagen, kleine Bäume und ein gepflasterter Gehweg.

Stadtwerke Hilden: Neues CRM-System eingeführt

[21.05.2026] Die Suche nach einer neuen Ticketing-Lösung führte bei den Stadtwerken Hilden zur Einführung eines umfassenden CRM-Systems. mehr...

Elvaco: ISO-Zertifizierung erhalten

[20.05.2026] Elvaco hat die Zertifizierung nach ISO/IEC 27001 erhalten und stärkt damit sein Informationssicherheits-Management für Gebäude- und Energiedaten. Die Zertifizierung reagiert auf strengere EU-Vorgaben und wachsende Anforderungen an sichere Datenketten in vernetzten Metering- und Smart-Building-Systemen. mehr...

50Hertz: Netzsoftware als Open Source veröffentlicht

[18.05.2026] Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz stellt die Software ToOp zur Bewältigung von Netzengpässen als Open-Source-Projekt bereit. Nach Angaben des Unternehmens soll das Tool Netzbetreiber in Europa bei der Steuerung von Stromflüssen unterstützen. mehr...

nscharfe Aufnahme eines modernen Büro- oder Veranstaltungsraums. Im Vordergrund ist auf einer Glasfläche der Schriftzug „Future Energy Lab“ zu sehen. Im Hintergrund stehen mehrere verschwommene Personen an einem Stehtisch im Gespräch.

Cyber-Sicherheit: Den Ernstfall trainieren

[18.05.2026] Ein Übungskonzept soll die Sicherheit Kritischer Infrastrukturen erhöhen. Das Konzept für KRITIS-Betreiber wurde Fraunhofer IOSB-AST mit dem Future Energy Lab der Deutschen Energie-Agentur entwickelt. mehr...

Eine Drohne steht auf einem rot-weiß markierten Landeplatz am Straßenrand vor einem Servicefahrzeug von WEMAG Netz. Das Fahrzeug ist mit einer Leiter ausgestattet und parkt neben einer ländlichen Straße mit kahlen Bäumen und freiem Feld im Hintergrund. Die Szene wirkt sonnig und zeigt den Einsatz moderner Drohnentechnik zur Kontrolle von Stromnetzen.

WEMAG: Drohnen überwachen Stromnetze

[13.05.2026] Der Einsatz von Drohnen in der Energiebranche nimmt zu. Auch der Stromnetzbetreiber WEMAG Netz setzt auf die Flugsysteme, um Stromleitungen schneller zu kontrollieren und Schäden frühzeitig zu erkennen. mehr...

ASEW: Plattform für IoT-Angebote

[29.04.2026] Eine Informationsplattform für Anwendungen des Internet of Things soll kommunale Unternehmen, Betriebe und öffentliche Einrichtungen über bestehende Angebote informieren. Das Projekt mehrerer Stadtwerke wird von der ASEW koordiniert. mehr...

Computergenerierte Ansicht eines umzäunten Umspannwerks mit zahlreichen Strommasten, Schaltanlagen und zwei Betriebsgebäuden in ländlicher Umgebung. Im Hintergrund sind Felder, Waldflächen und mehrere Windräder zu sehen. Oben rechts liegt ein türkisfarbenes Logo über dem Bild.

Siemens: Security-Dienst für Energie und Infrastruktur

[23.04.2026] Siemens Smart Infrastructure hat einen neuen Sicherheitsdienst für Energieversorger, Industrieunternehmen sowie Betreiber Kritischer Infrastrukturen vorgestellt. Die Lösung soll Cyber-Angriffe schneller erkennen und den Betrieb digitalisierter Anlagen absichern. Der erste Kunde in Deutschland sind die Hertener Stadtwerke. mehr...

interview

Interview: Ende-zu-Ende gut, alles gut

[23.04.2026] Anstatt eine Vielzahl an Einzeltools anzubieten, versteht sich die Lösungsplattform GY der Wilken Software Group als eine Art integriertes Betriebssystem. Im Interview mit stadt+werk erläutert Tobias Mann, Chief Customer Officer (CCO) der Wilken Software Group, wie GY Prozesse in der Energiewirtschaft zukunftsfähig organisiert. mehr...

Frankfurt (Oder): Stadtwerke setzen auf Echtzeit-Steuerung

[15.04.2026] Die Stadtwerke Frankfurt (Oder) treiben die digitale Optimierung ihrer Energieanlagen voran. In Zusammenarbeit mit Data Cybernetics soll eine Software den Betrieb flexibler und wirtschaftlicher gestalten. Das Ziel ist eine automatisierte Steuerung in Echtzeit. mehr...