Dienstag, 19. Mai 2026

BSW SolarSolarpark-Vorschläge ausbaufähig

[11.02.2022] Die Regierungsvorschläge zur Nutzung landwirtschaftlicher Flächen als Standorte für Photovoltaikanlagen gehen dem Verband BSW Solar nicht weit genug.
Die Potenziale von Agri-PV

Die Potenziale von Agri-PV, hier eine Anlage in Heggelbach am Bodensee, sind groß.

(Bildquelle: Fraunhofer ISE)

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) begrüßt im Grundsatz die von der Bundesregierung formulierte Absicht, die Solarstromerzeugung nicht nur auf Gebäuden, sondern auch auf geeigneten Freiflächen vorantreiben zu wollen. Das teilt der Verband mit. Die Ressorts Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), Umwelt (BMUV) und Landwirtschaft (BMEL) hatten sich darauf verständigt, wie bestehende Flächenpotenziale besser für den Ausbau der Solarenergie genutzt werden können. So sollen künftig verstärkt auch landwirtschaftliche Flächen sowie landwirtschaftlich genutzte Moorböden für den Ausbau der Photovoltaik genutzt werden. Photovoltaikanlagen auf diesen Flächen sollen künftig im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) gefördert werden.
Die in dem am 10. Februar 2022 vorgelegten Eckpunktepapier unterbreiteten konkreten Vorschläge sind nach Auffassung der Solarwirtschaft jedoch unzureichend, um künftig hinreichend Flächen für die Solarstromerzeugung und die Umsetzung der Klimaschutzziele nutzen zu können. Dafür sei künftig in der Tat auch eine stärkere Nutzung landwirtschaftlicher Flächen im Einklang mit den Interessen der Landwirtschaft und des Naturschutzes und ein Einvernehmen der fachlich tangierten Bundesministerien erforderlich. „Die jetzt unterbreiteten Vorschläge der Bundesministerien sind ein Schritt in die richtige Richtung, springen allerdings zu kurz“, meint BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Als positiv bewertet der BSW die angestrebten Erleichterungen für die Errichtung von Photovoltaikanlagen bei gleichzeitiger landwirtschaftlicher Nutzung. Die Doppelnutzung von Agrarflächen für die gleichzeitige Solarstromernte mittels so genannter Agri-PV stellt eine besonders effiziente Form der Flächennutzung dar. Sie kann einen Beitrag zur Verringerung der Flächenkonkurrenz im Kontext der Energiewende leisten. Die Solarstromerzeugung mittels Agri-PV führe erfahrungsgemäß jedoch zu konstruktiv bedingten Mehrkosten, was eine gezielte Förderung mittels eines jährlich aufwachsenden Auktionsvolumens erforderlich mache. Andernfalls drohe die von der Bundesregierung angestrebte Öffnung der Standortkulisse für diese Nutzungsform weitgehend ins Leere zu laufen. Nach Einschätzung der Solarbranche sei es zudem überfällig, die derzeit sehr restriktive Standortkulisse für die Errichtung neuer Solarparks insgesamt und nicht nur für die Agri-PV-Nutzung auszuweiten und zugleich Genehmigungsprozesse für Solarparks zu beschleunigen.





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