Sonntag, 7. Juni 2026

BerlinStudie zur Windenergienutzung

[12.01.2024] In Berlin wurde dem Senat jetzt eine Studie zur Windenergienutzung vorgelegt, die im Rahmen des Windenergieflächenbedarfsgesetzes die Ausweisung von Flächen für Windenergieanlagen vorsieht.

In Berlin wurde jetzt die Studie „Windenergienutzung in Berlin – Prüfkulisse für den Flächenbeitragswert“ im Senat vorgestellt und die Ergebnisse diskutiert. Wie die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe mitteilt, sind nach dem Windenergieflächenbedarfsgesetz (WindBG) alle Bundesländer verpflichtet, Flächen für die Nutzung von Windenergieanlagen auszuweisen. Für Berlin und die anderen Stadtstaaten gelte dabei die Zielmarke von 0,25 Prozent der Landesfläche (bis 2027) und 0,5 Prozent der Landesfläche (bis 2032). Mit der ersten systematischen Analyse der Windpotenzialflächen in Berlin leiste der Senat auch einen wichtigen Beitrag zu seinem Ziel, Berlin bis 2045 klimaneutral zu machen.
Mit der Studie beauftragt worden sei Bosch & Partner zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik im Dezember 2022. Die nach umfangreichen datenbasierten Untersuchungen im Dezember 2023 vorgelegten und nun im Senat besprochenen Ergebnisse beinhalten theoretisch mögliche Flächen sowohl für große Windkraftanlagen (230 Meter Höhe) als auch Standorte für etwas kleinere Einzelanlagen (150 Meter Höhe). Im nächsten Schritt werden diese theoretischen Flächen einer Detailanalyse und ortsbezogenen Einzelfallbewertungen mit Bezirks- und Senatsverwaltungen unterzogen. Bis zum 31. Mail 2024 müsse auf dieser Basis das gesetzlich vorgeschriebene Planungsverfahren für die final identifizierten Flächen eingeleitet und gegenüber dem Bund gemeldet werden. Für Berlin biete sich die Darstellung der Windenergiegebiete im Flächennutzungsplan (FNP) an.

Ergebnisse der Studie

In der gesamtstädtischen Analyse seien zunächst 53 theoretische Potenzialflächen ermittelt worden. In einem zweiten Schritt seien unter Berücksichtigung von Mindestgrößen, Abständen und rechtlichen Ausschlusskriterien (wie etwa Vogelschutz, Naturschutzgebiete, Siedlungen, Verkehr: Luft, Schiene, Straße und Wasser) 31 theoretische Potenzialflächen mit rund 4.300 Hektar verblieben. Diese seien detailliert untersucht und in fünf Konfliktrisikokategorien – von sehr geringem Konfliktrisiko (1) bis sehr hohem Konfliktrisiko (5) – eingeteilt worden. Bei überlagernden Restriktionskriterien seien die Flächen der dafür vorgesehenen höchsten Konfliktrisikoklasse 6 „überlagerndes sehr hohes Konfliktrisiko“ zugeordnet worden. Insgesamt gebe es in Berlin keine Potenzialflächen mit einem Konfliktrisikowert von 1 oder 2. Einen mittleren Konfliktrisikowert von 3 bis 4 weisen rund 330 Hektar auf, während ein Großteil der Flächen (rund 4.000 Hektar) einen Konfliktrisikowert von 5 oder 6 aufweise. Zur Erfüllung des 0,5-Prozent-Ziels gemäß Windenergie-Flächenbedarfsgesetz wäre für Berlin ein Flächenbeitrag von 446 Hektar erforderlich.
Laub-, Nadel- und Mischwald seien im Rahmen der vorgelagerten Fachgespräche der Konfliktrisikowert 5 (sehr hohes Konfliktrisiko) zugeordnet worden, da Waldflächen in Berlin gemäß § 10 LWaldG eine gesetzlich verankerte besondere Bedeutung als Schutz- und Erholungswald zukomme und deshalb nur wenige Waldflächen für eine tatsächliche Nutzung für die Windenergie infrage kämen.
Alle 31 identifizierten theoretischen Potenzialflächen und ihre Konfliktrisikowerte seien jeweils in einem Steckbrief detailliert beschrieben. Auf dieser Grundlage erfolge eine Bestimmung derjenigen Flächen, die nach Beratung mit den Bezirken für die Ausweisung als Windenergievorrangflächen tatsächlich infrage kämen.



Stichwörter: Windenergie, Berlin, Studie


Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Windenergie

EEG-Novelle: Bayern und Baden-Württemberg fordern Änderungen

[02.06.2026] Baden-Württemberg und Bayern fordern im Bundesrat Änderungen an der geplanten EEG-Novelle, um den Ausbau der Windenergie an Land zu beschleunigen. Die Länder wollen mehr Ausschreibungsvolumen und bessere Bedingungen für Projekte im Süden, um Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit zu stärken. mehr...

Zwei Monteure in Schutzkleidung stehen auf einer angehobenen Arbeitsplattform und begleiten die Montage eines Rotorblatts einer Windkraftanlage. Das lange Rotorblatt wird von einem großen Kran in Position gebracht. Rechts im Bild ist der gelbe Ausleger des Krans zu sehen. Der helle, bedeckte Himmel bildet den Hintergrund der Arbeiten in großer Höhe.

Energieministerkonferenz: Länder bekräftigen Unterstützung für Windkraft

[01.06.2026] Die Energieministerinnen und -minister der Länder haben sich für die Fortsetzung des Windenergieausbaus ausgesprochen. Nach Angaben des Bundesverbands WindEnergie bekräftigten sie die bestehenden Ausbauziele und lehnten einen geplanten Redispatch-Vorbehalt ab. Zudem sprachen sie sich für einen stärkeren Ausbau der Windkraft in Süddeutschland aus. mehr...

KEA-BW: Kostenlose Ersteinschätzung des Windenergiepotenzials

[27.05.2026] Die KEA-BW bietet Kommunen in Baden-Württemberg eine kostenlose Ersteinschätzung ihres Windenergiepotenzials an. Das neue Angebot soll Städten, Gemeinden und Landkreisen helfen, Vorrangflächen besser zu bewerten und Windkraftprojekte früher zu steuern. mehr...

Branchentag Windenergie NRW: Energiewende mit System

[27.05.2026] Der 18. Branchentag Windenergie NRW stellt die Systemfragen der Energiewende in den Mittelpunkt. Am 30. Juni und 1. Juli 2026 diskutieren Politik, Industrie und Energiewirtschaft in Neuss über Netze, Speicher, KI, Finanzierung und die Rolle der Windenergie im künftigen Energiesystem. mehr...

Landkreis Haßberge: Gemeinden planen Bürgerwindpark

[22.05.2026] Die Gemeinden Aidhausen, Riedbach und Königsberg in Bayern wollen gemeinsam mit Green Planet Energy einen Bürgerwindpark im Landkreis Haßberge entwickeln. Geplant sind bis zu elf Windenergieanlagen. Kommunen und Bürgerinnen und Bürger sollen sich finanziell beteiligen können. mehr...

Luftaufnahme eines Windparks in einer ländlichen Landschaft. Drei große Windenergieanlagen stehen zwischen Feldern, Wiesen und Baumreihen. Die Rotorblätter werfen lange Schatten auf die Äcker. Im Hintergrund sind Wälder und ein weiter Horizont unter leicht bewölktem Himmel zu sehen.

enercity Erneuerbare: Naturschutz bei Windparkprojekt

[18.05.2026] In den Landkreisen Oldenburg und Wesermarsch in Niedersachsen sollen zehn neue Windenergieanlagen errichtet werden. Das Unternehmen enercity Erneuerbare zeigt bei dem Projekt, wie der Windkraftausbau mit dem Naturschutz in Einklang gebracht werden kann. mehr...

JUWI: Deal mit Diehl-Gruppe abgeschlossen

[12.05.2026] JUWI hat den Windpark Gundersweiler 2 mit vier Vestas-Anlagen an die Diehl-Gruppe verkauft. Das Projekt in Rheinland-Pfalz soll ab kommendem Sommer Strom für rund 25.000 Haushalte liefern und stärkt den Ausbau der Eigenerzeugung bei dem Industriekonzern. mehr...

Stadtwerke Münster: Start von Bürgerbeteiligung an Windenergieanlage

[07.05.2026] Die Stadtwerke Münster öffnen die Finanzierung ihrer neuen Windenergieanlage in Lemgo für Bürgerinnen und Bürger. Ab 11. Mai können Anwohner und später auch Stromkunden in das 5,7-Megawatt-Projekt investieren und sich eine feste Verzinsung sichern. mehr...

Offshore-Windpark Baltic 1 in der Ostsee: Mehrere Windkraftanlagen stehen in gleichmäßigen Abständen im offenen Meer. Im Vordergrund ist eine Plattform für Technik oder Wartung zu sehen, dahinter drehen sich die Rotoren der Windräder unter einem bewölkten Himmel.

EnBW: Pionierarbeit in der Ostsee

[05.05.2026] Der erste kommerzielle Offshore-Windpark Deutschlands ist seit 15 Jahren am Netz. Nach Angaben des Betreibers EnBW liefert die Anlage weiterhin stabile Erträge und versorgt rechnerisch viele Haushalte mit Strom. mehr...

Stadtwerke Tübingen: Erster regionaler Windpark in Betrieb

[04.05.2026] Die Stadtwerke Tübingen haben ihren ersten regionalen Windpark bei Sonnenbühl technisch in Betrieb genommen. Fünf Anlagen liefern nun Strom für rund 9.000 Haushalte und markieren einen wichtigen Schritt beim Ausbau kommunaler Erzeugungskapazitäten in Baden-Württemberg. mehr...

Mehrere moderne Windenergieanlagen stehen im Windpark Minfeld in einer offenen Agrarlandschaft. Die hohen Windräder drehen sich über Feldern und Wegen, im Hintergrund sind weitere Anlagen sowie eine leicht hügelige Landschaft zu erkennen.

JUWI: Repowering in Minfeld

[02.04.2026] Im Landkreis Germersheim sind zwei neue Windkraftanlagen in Betrieb genommen worden. Sie ersetzen vier ältere Anlagen und werden deutlich mehr Strom erzeugen. Laut den Betreibern steigt der Ertrag des Windparks dadurch erheblich. mehr...

Mehrere Windräder stehen in einer offenen Landschaft und drehen sich im Licht der untergehenden oder aufgehenden Sonne. Im Vordergrund ist ein großes, gebogenes Bauteil einer Windenergieanlage zu sehen, das den Blick auf die Anlagen im Hintergrund teilweise einrahmt.

Bundesnetzagentur: Windkraft-Ausschreibung deutlich überzeichnet

[01.04.2026] Die Nachfrage nach neuen Windkraftprojekten in Deutschland bleibt hoch. So war die jüngste Ausschreibung mehr als doppelt überzeichnet. Branchenvertreter sehen darin ein Signal für zusätzliche Ausbaupotenziale. mehr...

Bau einer Windkraftanlage aus der Vogelperspektive: Ein Kran hebt Turmteile über einem Waldgebiet, Arbeiterinnen und Arbeiter sind am Fundament im Einsatz.

Bundesrat: Initiative für mehr Windkraft

[30.03.2026] Der Bundesrat hat eine Initiative zur Förderung der Windenergie an Land beschlossen. Noch im Jahr 2026 soll eine Sonderausschreibung über 5.000 Megawatt erfolgen. Mehrere Bundesländer unterstützen den Vorstoß. Auch vom BDEW kommt Zustimmung. mehr...

Uniper: Stadtwerke Wolfenbüttel erhalten Windstrom

[30.03.2026] Uniper liefert künftig Windstrom aus Niedersachsen exklusiv an die Stadtwerke Wolfenbüttel. Der Vertrag soll regionale Ökostromangebote stärken und zeigen, wie Post-EEG-Windparks wirtschaftlich weiterbetrieben werden können. mehr...

NRW: Tool zur Artenschutzprüfung soll Genehmigungsverfahren verkürzen

[27.03.2026] Nordrhein-Westfalen führt ein digitales Tool ein, das Artenschutzprüfungen für Windenergieanlagen automatisiert erstellt. Das soll Genehmigungsverfahren deutlich verkürzen und den Ausbau der Windkraft bei gleichbleibenden Schutzstandards beschleunigen. mehr...