Mittwoch, 18. Februar 2026

BDEWVorschläge für neues Strommarktdesign

[06.07.2023] Die Bundesregierung muss schnell Klarheit beim Strommarktdesign schaffen, fordert der BDEW. Das derzeitige Marktdesign garantiere nicht den notwendigen Dreiklang aus Erneuerbare-Energien-Ausbau, Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit.
Der BDEW legt das Diskussionspapier „Ein langfristiges Marktdesign für Deutschland“ vor.

Der BDEW legt das Diskussionspapier „Ein langfristiges Marktdesign für Deutschland“ vor.

(Bildquelle: BDEW)

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat gestern (5. Juli 2023) umfassende Vorschläge für ein neues Strommarktdesign vorgelegt. Der Verband betont die Notwendigkeit einer Anpassung des Strommarktdesigns, um die Ausbauziele für erneuerbare Energien zu erreichen und die Stromversorgung bezahlbar und sicher zu halten. Das derzeitige Marktdesign könne zwar Kontinuität gewährleisten, biete aber keine Garantie dafür, dass die Ziele in den Bereichen der erneuerbaren Energien, der Bezahlbarkeit und der Versorgungssicherheit erreicht werden. Daher seien zusätzliche Instrumente notwendig.

Langfristiges Marktdesign für Deutschland

Das Diskussionspapier des BDEW „Ein langfristiges Marktdesign für Deutschland“ analysiert verschiedene Bereiche wie die Finanzierung der erneuerbaren Energien, die Versorgungssicherheit, die netzdienliche Flexibilität und das Thema deutsche Preiszone. Es werden Vorschläge zur Weiterentwicklung des Marktdesigns gemacht.
Der BDEW betont die Dringlichkeit einer klaren Organisationsstruktur für die langfristige Sicherstellung der Versorgungssicherheit. Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen fehlten die erforderlichen Voraussetzungen für den Bau der benötigten Kapazitäten gesicherter Leistung bis 2030. Der Verband schlägt die Einführung eines zentralen Kapazitätsmarktes vor, der offen ist für erneuerbare Energien, einschließlich Wind- und Solarenergie, lastseitige Flexibilität, Speicher und Importe. Durch eine solche Öffnung könne volkswirtschaftliche Effizienz erreicht werden, wobei die Teilnehmer sicherstellen müssten, dass ihre Investitionen zur Erreichung der Klimaziele für 2030 und 2045 beitragen.

Zentraler Kapazitätsmarkt

Der BDEW fordert darüber hinaus die zügige Umsetzung eines zentralen Kapazitätsmarktes zur Deckung der Residuallast. Kurzfristig seien Anreize für den Bau von H2-Ready-Kraftwerken im Rahmen der Kraftwerksstrategie notwendig, mittel- und langfristig ein systematischer Ansatz für einen Kapazitätsmarkt. Ein weiterer Schwerpunkt der langfristigen Strommarktreform ist die Finanzierung des Ausbaus der erneuerbaren Energien. Der BDEW schlägt vor, dass die Finanzierung zunehmend über Erlöse aus dem Strommarkt erfolgen sollte. Langfristige Stromlieferverträge, so genannte Power Purchase Agreements (PPA), sollten beim Ausbau der erneuerbaren Energien eine größere Rolle spielen.
Der BDEW betont auch die Bedeutung von Flexibilität. Es wird gefordert, dass Industrieabnehmer belohnt werden sollten, wenn sie Strom verbrauchen, wenn er verfügbar ist. Ein zukünftiges Marktdesign sollte den Netzbetreibern ermöglichen, ihre Netze flexibler zu betreiben und die von den Marktteilnehmern freiwillig zur Verfügung gestellte Flexibilität von Lasten und Speichern zu nutzen.



Stichwörter: Politik, BDEW, Strommarktdesign


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
bericht

Solarenergie: Verstärkte Investitionen gefragt

[16.02.2026] Solarenergie ist die günstigste und populärste Art der Stromerzeugung. Bis 2030 soll die bundesweit installierte Solarleistung noch einmal nahezu verdoppelt werden. Wie gestaltet sich die Energiewende in Photovoltaik, Speichern und Solarthermie? mehr...

Einzelne Windkraftanlage auf einer leicht hügeligen, abgeernteten Feldfläche. Der hohe Turm mit rot-weißen Markierungen ragt in einen blauen Himmel mit großen, weißen Wolken. Die Landschaft wirkt weit und offen, im Vordergrund erstreckt sich ein goldenes Getreidefeld.

Offener Brief: Länder fordern mehr Ausschreibungen

[12.02.2026] Auf eine schnelle Anhebung der Ausschreibungsvolumina für Windkraft an Land drängen mehrere Energieministerinnen und -minister. In einem gemeinsamen Brief wenden sie sich deshalb an die Bundesnetzagentur und das Bundeswirtschaftsministerium. Hintergrund sind verfehlte Ausbauziele bei den erneuerbaren Energien. mehr...

Netzpaket: Verbände sehen Nachbesserungsbedarf

[12.02.2026] Zum Referentenentwurf für das sogenannte Netzpaket nehmen weitere Branchenverbände Stellung. BDEW und BEE sehen Nachbesserungsbedarf und warnen vor Eingriffen in Planungssicherheit und Investitionsbedingungen. mehr...

Auf einem weiten Ackerland wird eine Windenergieanlage errichtet: Ein großer Turm steht bereits, ein roter Baukran montiert weitere Bauteile. Am Boden liegen Rotorblätter mit roten Spitzen, Turmsegmente und Technikcontainer, im Hintergrund sind mehrere fertige Windräder in der Landschaft zu sehen.

Pläne der Bundesregierung: Netzpaket stößt auf Kritik

[11.02.2026] Die geplanten Änderungen beim Netzanschluss für erneuerbare Energien sorgen für Widerstand. Neben dem Bundesverband WindEnergie warnt auch die rheinland-pfälzische Klimaschutzministerin Katrin Eder vor den Folgen für Investitionen, Kommunen und die Versorgungssicherheit. Sie fordert einen Kurswechsel zugunsten von Netzausbau und Flexibilität. mehr...

Baden-Württemberg: Klimaschutz-Programm reaktiviert

[04.02.2026] Kommunen in Baden-Württemberg können wieder Förderanträge für Beratungs- und Begleitmaßnahmen zur energetischen Sanierung öffentlicher Gebäude stellen. Das Land reaktiviert dafür den zweiten Teil des Programms Klimaschutz-Plus und ergänzt die bereits laufende Investitionsförderung. mehr...

Steinbeis: Neue AG für Konfliktkommunikation

[02.02.2026] Eine neue Arbeitsgemeinschaft hat sich zum Ziel gesetzt, Konflikte bei Energie- und Infrastrukturprojekten zu verringern. Sie richtet sich an Verantwortliche aus Unternehmen und Kommunen. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger stärker in Planungen einzubeziehen. mehr...

BDEW: Milliardeninvestitionen in den Netzausbau gefordert

[02.02.2026] Neue Regionalszenarien der Stromverteilnetzbetreiber zeigen einen drastisch steigenden Bedarf an Netzanschlüssen bis 2045. Der BDEW fordert deshalb Milliardeninvestitionen in den Netzausbau und bessere regulatorische Rahmenbedingungen, um privates Kapital zu mobilisieren. mehr...

KRITIS-Dachgesetz: BDEW fordert Tempo

[30.01.2026] Der Bundestag hat gestern das KRITIS-Dachgesetz zur Umsetzung der CER-Richtlinie verabschiedet. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft fordert nun Tempo, klare Zuständigkeiten und eine praxisnahe Ausgestaltung, um die Resilienz kritischer Infrastrukturen wirksam zu erhöhen. mehr...

Gebäudeenergiegesetz: Spitzenverbände fordern Reform

[29.01.2026] Mehrere Spitzenverbände aus Energie-, Kommunal- und Immobilienwirtschaft fordern eine schnelle und grundsätzliche Reform des Gebäudeenergiegesetzes hin zu einem Gebäudemodernisierungsgesetz. Sie verlangen klare, investitionsfreundliche und praxistaugliche Regeln, die nationale und europäische Vorgaben zusammenführen. mehr...

VKU: Kurskorrektur beim Offshore-Ausbau gefordert

[28.01.2026] Der Verband kommunaler Unternehmen fordert anlässlich des Nordsee-Gipfels eine Kurskorrektur beim Ausbau der Offshore-Windenergie. Ziel sei ein Ausbaupfad, der Systemkosten begrenzt, Netze besser auslastet und Investitionen wirtschaftlich tragfähig macht. mehr...

BSW-Solar: Bündnis fordert Fortsetzung der Photovoltaik-Förderungen

[28.01.2026] Ein breites Bündnis aus Wirtschafts- und Zivilgesellschaftsverbänden warnt vor geplanten Kürzungen bei der Förderung von Photovoltaik auf Gebäuden. Nach Ansicht der Unterzeichner würde ein Abbau der Förderung den Solarausbau bremsen, Strompreise verteuern und die Klimaziele gefährden. mehr...

Rheinisches Revier: Gigawattpakt erreicht Ausbauziele

[26.01.2026] Der Gigawattpakt im Rheinischen Revier erreicht schneller als geplant zentrale Ausbauziele: Die installierte Leistung erneuerbarer Energien ist seit Ende 2020 auf 4,4 Gigawatt gestiegen. Damit rückt die für 2028 vorgesehene Marke von fünf Gigawatt bereits nach knapp vier Jahren in greifbare Nähe. mehr...

Schleswig-Holstein: Erhöhung des Bürgerenergiefonds

[20.01.2026] Schleswig-Holstein erhöht den Bürgerenergiefonds um weitere fünf Millionen Euro und stärkt damit die Finanzierung von Energieprojekten in Bürgerhand. Das Gesamtvolumen des Fonds steigt auf 15 Millionen Euro und soll neue Wind-, Solar- und Wärmeprojekte anschieben. mehr...

BDEW: Stellungnahme zur Kraftwerksstrategie

[19.01.2026] Bundesregierung und EU-Kommission haben sich auf Eckpunkte der Kraftwerksstrategie verständigt und damit den Weg für neue Ausschreibungen und zusätzliche gesicherte Leistung geebnet. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft sieht darin ein wichtiges Signal für Versorgungssicherheit und Investitionen in steuerbare Kapazitäten. mehr...

BDEW: Zehn-Punkte-Papier für mehr Resilienz

[14.01.2026] Nach dem mehrtägigen Stromausfall infolge eines Brandanschlags in Berlin fordert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft rasche politische und rechtliche Konsequenzen. Ein Zehn-Punkte-Papier soll die Resilienz Kritischer Energie- und Wasserinfrastrukturen gegen Sabotage, Ausfälle und Krisen stärken. mehr...