BDEWVorschläge für neues Strommarktdesign

Der BDEW legt das Diskussionspapier „Ein langfristiges Marktdesign für Deutschland“ vor.
(Bildquelle: BDEW)
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat gestern (5. Juli 2023) umfassende Vorschläge für ein neues Strommarktdesign vorgelegt. Der Verband betont die Notwendigkeit einer Anpassung des Strommarktdesigns, um die Ausbauziele für erneuerbare Energien zu erreichen und die Stromversorgung bezahlbar und sicher zu halten. Das derzeitige Marktdesign könne zwar Kontinuität gewährleisten, biete aber keine Garantie dafür, dass die Ziele in den Bereichen der erneuerbaren Energien, der Bezahlbarkeit und der Versorgungssicherheit erreicht werden. Daher seien zusätzliche Instrumente notwendig.
Langfristiges Marktdesign für Deutschland
Das Diskussionspapier des BDEW „Ein langfristiges Marktdesign für Deutschland“ analysiert verschiedene Bereiche wie die Finanzierung der erneuerbaren Energien, die Versorgungssicherheit, die netzdienliche Flexibilität und das Thema deutsche Preiszone. Es werden Vorschläge zur Weiterentwicklung des Marktdesigns gemacht.
Der BDEW betont die Dringlichkeit einer klaren Organisationsstruktur für die langfristige Sicherstellung der Versorgungssicherheit. Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen fehlten die erforderlichen Voraussetzungen für den Bau der benötigten Kapazitäten gesicherter Leistung bis 2030. Der Verband schlägt die Einführung eines zentralen Kapazitätsmarktes vor, der offen ist für erneuerbare Energien, einschließlich Wind- und Solarenergie, lastseitige Flexibilität, Speicher und Importe. Durch eine solche Öffnung könne volkswirtschaftliche Effizienz erreicht werden, wobei die Teilnehmer sicherstellen müssten, dass ihre Investitionen zur Erreichung der Klimaziele für 2030 und 2045 beitragen.
Zentraler Kapazitätsmarkt
Der BDEW fordert darüber hinaus die zügige Umsetzung eines zentralen Kapazitätsmarktes zur Deckung der Residuallast. Kurzfristig seien Anreize für den Bau von H2-Ready-Kraftwerken im Rahmen der Kraftwerksstrategie notwendig, mittel- und langfristig ein systematischer Ansatz für einen Kapazitätsmarkt. Ein weiterer Schwerpunkt der langfristigen Strommarktreform ist die Finanzierung des Ausbaus der erneuerbaren Energien. Der BDEW schlägt vor, dass die Finanzierung zunehmend über Erlöse aus dem Strommarkt erfolgen sollte. Langfristige Stromlieferverträge, so genannte Power Purchase Agreements (PPA), sollten beim Ausbau der erneuerbaren Energien eine größere Rolle spielen.
Der BDEW betont auch die Bedeutung von Flexibilität. Es wird gefordert, dass Industrieabnehmer belohnt werden sollten, wenn sie Strom verbrauchen, wenn er verfügbar ist. Ein zukünftiges Marktdesign sollte den Netzbetreibern ermöglichen, ihre Netze flexibler zu betreiben und die von den Marktteilnehmern freiwillig zur Verfügung gestellte Flexibilität von Lasten und Speichern zu nutzen.
Das BDEW-Papier „Ein langfristiges Marktdesign für Deutschland“ steht hier zum Download bereit (PDF)
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