Montag, 23. März 2026

IsernhagenWärme to go

[25.08.2017] Isernhagen schreitet bei der Wärmeversorgung mit einem innovativen Modellprojekt voran. Die Wärme für eine Schule wird von mehreren Blockheizkraftwerken in sechs Kilometer Entfernung erzeugt. Container mit einem Latentspeichermedium transportieren die Energie über eine Elektroschiene.
aha-Mitarbeiter Stefan Bode schließt die Wärmeleitung an den Container an.

aha-Mitarbeiter Stefan Bode schließt die Wärmeleitung an den Container an.

(Bildquelle: Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover (aha))

Der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) betreibt auf der Deponie in Hannover-Lahe mehrere Blockheizkraftwerke, die das Methangas, welches bei der biologischen Behandlung des Restabfalls entsteht, in Strom umwandeln. Die gleichzeitig entstehende Wärme verpuffte bislang. Dies soll sich künftig ändern. So wird das bisherige Abfallprodukt Wärme von nun an das sechs Kilometer entfernte Schulzentrum Isernhagen in Altwarmbüchen mit Energie versorgen. Dazu wird die Wärme in Container eingebracht, die mit dem Wärmespeichermedium Natriumacetat gefüllt sind. Das Phasenwechselmedium verflüssigt sich, wenn ihm Wärme zugeführt wird und kristalliert, wenn die Wärme abgegeben wird. Der Vorgang kann beliebig oft wiederholt werden. Eine Elektrozugmaschine fährt die Container schließlich nach Altwarmbüchen, wo die Wärme in die Heizung der Schule eingespeist wird. Auch das Bundesumweltministerium hat Gefallen an dem innovativen Projekt Wärme to go gefunden und fördert es mit rund 1,4 Million Euro. Wie aha meldet, beläuft sich der Gesamtaufwand für das Projekt auf 1,7 Millionen Euro.
In dem Projekt arbeiten aha, die Gemeinde Isernhagen und die Klimaschutzagentur Region Hannover zusammen. Axel Priebs, Dezernent für Planung und Umwelt bei der Region Hannover, hebt den Modellcharakter des Projekts hervor. So mache vor allem die Kombination von nachhaltigen Projektbausteinen das Vorhaben vorbildhaft und rund. Mit den vorgesehenen zehn Wärmecontainern und der Elektro-Zugmaschine könnten bis 2020 Treibhausgasemissionen von bis zu 8.000 Tonnen vermieden werden. Auch Arpad Bogya (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Isernhagen, ist stolz auf das gemeinsame Projekt und sagt: „Dank der ergänzenden Förderung der Heizungsoptimierung über die Leuchtturmrichtlinie der Region konnten die ersten beiden kommunalen Brennstoffzellen im Schulzentrum installiert werden.“ Diese seien die Voraussetzung für das Projekt gewesen. Bogya erinnerte auch daran, dass die Gemeinde bereits 13 Blockheizkraftwerke (BHKW) betreibe. Diese versorgten das Rathaus, fünf Schulen, vier Sporthallen und das Hallenbad.





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