Dienstag, 5. Mai 2026

RiedlingenWärmenetz errichtet

[14.12.2022] Ein erneuerbar gespeistes Wärmenetz wurde jetzt in Riedlingen errichtet. Es versorgt insgesamt fünf Gebäude und spart jedes Jahr rund 210 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid ein.

In Riedlingen (Landkreis Biberach) wurde jetzt ein Wärmenetz errichtet, das künftig die berufliche Schule, ein Pflegeheim sowie ein Wohn- und Ärztehaus mit klimafreundlicher Wärme versorgt. Wie die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) mitteilt, wird das Wärmenetz von einem Holzpelletkessel und einem Gaskessel mit Biomethan gespeist. Die neue Heizzentrale versorge insgesamt fünf Gebäude und spare jedes Jahr rund 210 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) ein. Die KEA-BW habe das Ausschreibungsverfahren des Landkreises begleitet. Den Zuschlag habe die Firma ENGIE Deutschland erhalten. Nach rund sechs Monaten Bauzeit sei die offizielle Einweihung Ende November erfolgt. Eine Best-Practice-Karte auf der Internet-Seite der KEA-BW stellt das Projekt in Riedlingen und weitere Contracting-Projekte für kommunale und soziale Einrichtungen in Baden-Württemberg vor.

Modernisierung dringend erforderlich

Die berufliche Schule und das Wohn- und Ärztehaus seien Eigentum des Landkreises, das mitversorgte Pflegeheim der St. Elizabeth-Stiftung gehöre der Stiftung. Beide Institutionen hätten die Wärmeversorgung ohne eigene Finanzmittel und Fachwissen energetisch modernisieren lassen. „Ziel war ein verringerter Energiebedarf durch Effizienzmaßnahmen in den Gebäuden des Landkreises sowie eine mehrheitlich erneuerbare Wärmeversorgung über ein Wärmenetz“, erklärt Anders Berg, Leiter des Kompetenzzentrums Contracting der KEA-BW. Laut KEA-BW war das dringend erforderlich: Die berufliche Schule sei bislang über einen alten Gaskessel beheizt worden. Das Wohn- und Ärztehaus sei an die alte Heizzentrale des benachbarten ehemaligen Krankenhauses angeschlossen gewesen. Beide Heizanlagen ließen sich weder effizient noch klimafreundlich betreiben.
Für die Umsetzung der Maßnahmen habe der Landkreis ein Energieliefer-Contracting-Projekt mit Effizienzmaßnahmen für das Areal ausgeschrieben. Seit Oktober erzeuge ein Pelletkessel mit 330 Kilowatt (kW) Leistung in der neuen Heizzentrale bis zu 92 Prozent des Jahreswärmebedarfs regenerativ. Vorgabe des Landkreises sei ein Mindestanteil von 80 Prozent erneuerbaren Energien gewesen. Für die Spitzenlast stehe ein neuer Gasbrennwertkessel mit 740 kW Leistung bereit, der zu 100 Prozent Biomethangas nutzt.

Knapp sechs Monate Bauzeit

Die neue, 350 Meter lange Nahwärmeleitung versorge die drei Gebäude der beruflichen Schule, das Wohn- und Ärztehaus und das Pflegeheim der St. Elisabeth-Stiftung. In der Schule und dem Wohn- und Ärztehaus hätten Fachleute Effizienzmaßnahmen an den Wärmeverteilungsanlagen vorgenommen, indem sie die Heizungsverteiler und Heizkreisregelungen erneuerten und die Warmwasserbereitung im Wohn- und Ärztehaus austauschten. Der geplante Erweiterungsbau der beruflichen Schule solle ebenfalls an das Nahwärmenetz angeschlossen werden.
Baustart war Ende April 2022, im Oktober seien die Anlagen in Betrieb gegangen. ENGIE habe knapp 1,1 Millionen Euro in die Baumaßnahmen investiert. Der Betrieb der Heizungsanlage laufe ebenfalls über das Unternehmen, die Vertragslaufzeit betrage 15 Jahre. Bei einem Energieliefer-Contracting-Vorhaben sichere der Contractor Planung, Bau, Finanzierung, Betrieb, Wartung und Instandhaltung einer neuen Heizzentrale sowie die Umsetzung von möglichen Einspar- und Sanierungsmaßnahmen zu. ENGIE refinanziere seine Investition über einen Grundpreis für die Wärmeerzeugung, für das Nahwärmenetz und für die Effizienzmaßnahmen, einen Arbeitspreis sowie einen Servicepreis. Nach der Vertragslaufzeit gehörten die Anlagen dem Landkreis.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung

Mannheim: Wärmewende Akademie ist jetzt ein Verein

[04.05.2026] Die Mannheimer Wärmewende Akademie hat sich als eingetragener Verein neu aufgestellt. Damit erhält das bisherige Netzwerk aus Stadt, Energieversorgern und Handwerk eine dauerhafte Organisationsform, die Qualifizierung und Umsetzung der kommunalen Wärmewende verstetigen soll. mehr...

Augsburg: Wärmeplanung liegt öffentlich aus

[04.05.2026] Augsburg hat den Entwurf seiner kommunalen Wärmeplanung veröffentlicht und legt damit erstmals ein konkretes Szenario für die künftige Wärmeversorgung der Stadtteile vor. Bürger, Unternehmen und Verbände können den Plan nun prüfen und bis 20. Mai Hinweise einreichen, bevor die Stadt den Kurs bis 2040 festsetzt. mehr...

Nexiga: Dashboard zum Wärmebedarf

[29.04.2026] Eine frei zugängliche Internet-Plattform zeigt Daten zum Heizwärme- und Warmwasserbedarf auf Postleitzahl- und Gemeindeebene. Nach Angaben des Anbieters Nexiga soll das Angebot Kommunen, Energieversorgern und weiteren Akteurinnen bei der Wärmeplanung helfen. mehr...

Oldenburg: Dialogprozess fließt in Wärmeplanung ein

[28.04.2026] Oldenburg passt seinen kommunalen Wärmeplan nach einem breit angelegten Bürgerdialog an drei zentralen Stellen an. Der jetzt vorliegende Dialogbericht zeigt, welche Beratungs- und Umsetzungsangebote die Stadt für Wärmepumpe, Heizungstausch und energetische Sanierung nachschärfen will. mehr...

SAENA: Broschüre zur Abwärmenutzung aktualisiert

[28.04.2026] Die Sächsische Energieagentur hat ihre Broschüre zu Technologien der industriellen Abwärmenutzung grundlegend aktualisiert und in dritter Auflage veröffentlicht. Der Leitfaden zeigt Unternehmen, wie sich ungenutzte Prozesswärme technisch erschließen lässt, um Energiekosten zu senken und den Umbau hin zu klimaneutralen Prozessen abzufedern. mehr...

Infografik mit einer stilisierten Karte von Konstanz und markierten Projektgebieten für den Ausbau von Wärmenetzen. Farbig hervorgehobene Stadtteile zeigen unterschiedliche Planungsstände: Hafner und Bodensee-Therme in Dunkelgrün (fortgeschrittene Projektentwicklung), Berchengebiet, Paradies und Altstadt in Hellgrün (Machbarkeitsstudie abgeschlossen), Petershausen West in Gelb (Voruntersuchungen), Petershausen West/Königsbau sowie Klinikum in Grau (Voruntersuchungen in Planung). In Sprechblasen stehen jeweils die vorgesehenen Energiequellen wie Seethermie, Außenluft, Abwärme aus Kläranlage oder Kehrichtverwertungsanlage. Rechts oben erklärt eine Legende die Farben und Symbole.

Konstanz: 30 Millionen Euro für Wärmenetze

[27.04.2026] Der Gemeinderat in Konstanz hat den Ausbau klimafreundlicher Wärmenetze beschlossen. Die Stadt will die Stadtwerke über 15 Jahre mit insgesamt 30 Millionen Euro stärken. Damit sollen neue Projekte in geeigneten Stadtgebieten ermöglicht werden. mehr...

Ein großer Autokran hebt auf einer Baustelle einen zylinderförmigen Industriebehälter aus Metall an. Das Bauteil liegt auf Schienen und ist mit mehreren Rohranschlüssen versehen. Im Hintergrund sind Baugeräte, Fahrzeuge und freie Flächen zu sehen. Darüber spannt sich ein blauer Himmel mit dünnen Wolken.

enercity: Großwärmepumpe ersetzt Kohleblock

[23.04.2026] In Hannover hat der Bau einer 30-Megawatt-Großwärmepumpe am Klärwerk Herrenhausen eine neue Phase erreicht. Nach Angaben von enercity hat die Montage zentraler Bauteile begonnen. Die Anlage soll bis Ende 2026 in Betrieb gehen und Wärme für bis zu 13.000 Haushalte liefern. mehr...

Münster: Finaler Entwurf der Wärmeplanung liegt vor

[21.04.2026] Münster plant den Umbau seiner Wärmeversorgung mit mehr Fernwärme und Wärmepumpen. Der jetzt vorliegende Wärmeplan zeigt, wie die Stadt bis 2045 klimaneutral werden will, und steht im Mai zur politischen Entscheidung. mehr...

Frontansicht des Bremer Rathauses mit reich verzierter Backsteinfassade, großen Fenstern und historischem Giebel. Über dem Gebäude wehen die deutsche Flagge sowie weitere Fahnen. V

Freie Hansestadt Bremen: Kommunaler Wärmeplan beschlossen

[16.04.2026] Der Bremer Senat hat den kommunalen Wärmeplan beschlossen. Er soll den Umbau der Wärmeversorgung hin zu klimafreundlichen Lösungen steuern und Bürgerinnen und Bürgern Orientierung geben. mehr...

Industrielle Hochtemperatur-Wärmepumpe von Evonik in Herne auf Containerbasis mit Lüftungseinheiten und Rohrleitungen auf Werksgelände.

Uniper / Evonik: Wärmepumpen-Projekt in Herne

[15.04.2026] In Herne geht eine Hochtemperatur-Wärmepumpe in Betrieb, die industrielle Abwärme für die Fernwärmeversorgung nutzt. Nach Angaben der beteiligten Unternehmen können damit rund 1.000 Haushalte im Ruhrgebiet versorgt werden. Zudem sollen jährlich bis zu 1.750 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. mehr...

Schwerin: Zwischenstand zur Wärmeplanung

[13.04.2026] Schwerin setzt in seiner Wärmeplanung auf einen massiven Ausbau der Fernwärme und eine klare Gebietseinteilung bis 2045. Die jetzt vorgestellten Szenarien zeigen, wo zentrale Netze dominieren – und wo Gebäudeeigentümer selbst Lösungen finden müssen. mehr...

Kronshagen: Altlastenfläche wird zum Bürgerpark

[10.04.2026] Kronshagen erschließt Erdwärme unter einem ehemaligen Altlastenstandort und koppelt das Projekt mit einer Parkentwicklung. Die frühzeitige Wärmeplanung ermöglicht klimaneutrales Heizen und zeigt, wie Kommunen mehrere Ziele gleichzeitig erreichen können. mehr...

Dresden: Kommunale Wärmeplanung überarbeitet

[09.04.2026] Dresden bringt eine überarbeitete Fassung seines kommunalen Wärmeplans in den Stadtrat ein, mit klarem Fokus auf den Ausbau von Wärmenetzen und lokale Lösungen. Die Maßnahmen bis 2028 sollen den hohen Erdgasanteil senken und die künftige Rolle des Gasnetzes klären. mehr...

Alt-Text: Bürgerversammlung der Stadt Leverkusen zur kommunalen Wärmeplanung: Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sitzen in einem Veranstaltungsraum und verfolgen einen Vortrag auf einer großen Leinwand, auf der „Heizen mit Zukunft“ präsentiert wird.

Leverkusen: Plan für klimaneutrale Wärme liegt vor

[08.04.2026] Nach der Auswertung von Bürgerhinweisen liegt nun der finale Bericht zur Wärmeplanung der Stadt Leverkusen vor. Dieser benennt Einsparpotenziale sowie mögliche Ausbaugebiete für Wärmenetze. Bei Zustimmung des Rates kann die schrittweise Umsetzung beginnen. mehr...

Deutschlandkarte mit kommunaler Wärmeplanung auf Kreisebene: In verschiedenen Blautönen sind alle Kommunen dargestellt, wobei dunkle Flächen jene Kommunen kennzeichnen, die bereits einen fertigen Wärmeplan vorliegen haben. Diese konzentrieren sich vor allem in Süddeutschland sowie in einzelnen Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet, während in vielen anderen Regionen – insbesondere in Teilen Ostdeutschlands und ländlichen Gebieten – noch überwiegend hellere Flächen ohne abgeschlossene Planung dominieren.

BBSR: Wärmeplanung kommt voran

[07.04.2026] In Deutschland leben immer mehr Menschen in Kommunen mit einem fertigen Wärmeplan. Laut dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung waren es Ende 2025 knapp ein Drittel der Bevölkerung. Besonders weit sind einzelne Bundesländer im Süden und Norden. mehr...