Sonntag, 8. Februar 2026

50Hertz /EVHWindstrom zu Wärme

[26.01.2023] 50Hertz und die Stadtwerke Halle wollen ein Projekt zur effizienten Umwandlung von Strom in Wärme umsetzen.
Nutzen statt abregeln: Ein Windpark in der Nähe von Stendal in Sachsen-Anhalt.

Nutzen statt abregeln: Ein Windpark in der Nähe von Stendal in Sachsen-Anhalt.

(Bildquelle: 50Hertz / Jan Pauls)

Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz und die EVH, ein Unternehmen der Stadtwerke Halle-Gruppe, kooperieren beim Bau einer Power-to-Heat-Anlage (PtH). Die PtH-Anlage hat eine Leistung von 40 Megawatt (MW) und soll bereits Ende 2023 in Betrieb gehen. Die Investitionskosten von bis zu 15 Millionen Euro trägt laut einer Pressemitteilung 50Hertz. Ein entsprechender Redispatch-Vertrag sei zwischen beiden Unternehmen unterzeichnet worden.
Wenn die Windparks im Nordosten Deutschlands wegen starken Winds viel Strom produzieren und dieser nicht vollständig vor Ort verbraucht oder abtransportiert werden kann, müssen Windräder abgeregelt werden, um Stromleitungen und Umspannwerke vor Überlastung zu schützen. Dafür erhalten die Betreiber der Windenergieanlagen eine Entschädigung. Durch die Kooperation von 50Hertz und EVH wird ein Teil dieses Stroms künftig effizient für die Wärmeversorgung der Stadt Halle (Saale) genutzt.
Dirk Biermann, Geschäftsführer Märkte und Systembetrieb bei 50Hertz, sagt: „Das Prinzip ‚Nutzen statt Abregeln‘ ist ökonomisch und ökologisch sinnvoll, weil es die Potenziale der erneuerbaren Energien besser ausschöpft. Unsere 50Hertz-Netzleitstelle in Neuenhagen bei Berlin kann die PtH-Anlage künftig über die Leitwarte der EV Halle steuern und so mehr erneuerbare Energien in das Energiesystem integrieren und gleichzeitig Engpässe im Stromnetz entschärfen.“ Die Region Halle im Süden Sachsen-Anhalts bietet dafür gute Voraussetzungen, da hier viel Windstrom produziert wird.
Halle ist das bislang siebte PtH-Projekt von 50Hertz, die Gesamtleistung aller in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und jetzt Sachsen-Anhalt unter Vertrag genommenen Anlagen beträgt mehr als 180 Megawatt. PtH-Anlagen sind große Elektrodenheizkessel und funktionieren wie ein Tauchsieder im XXL-Format. Sie wandeln elektrische Energie in Wärmeenergie um.
Voraussetzung für die Zusammenarbeit ist eine Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG). Eine Einschränkung, nach der die Förderung solcher Anlagen nur in küstennahen Regionen möglich war, wurde aufgehoben. Damit können Anlagen wie jetzt in Halle auch in südlicheren Regionen mithilfe des Übertragungsnetzbetreibers realisiert werden.





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