CO2-AusstoßDeutschland verfehlt Zielmarke
Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) hat jetzt einen Vergleich wissenschaftlicher Szenarien zur Entwicklung der deutschen Treibhausgasbilanz veröffentlicht. Bis zum Jahr 2020 soll in Deutschland der CO2-Ausstoß um 40 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 verringert werden. Setzt sich der bisherige Trend fort, wird Deutschland laut AEE diese Zielmarke verfehlen. „Dass laut aktueller Informationen des Umweltbundesamtes die Treibhausgasemissionen erstmals seit Jahren leicht rückläufig sind, bedeutet noch keine Entwarnung“, sagt AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer. „Vielmehr verkleinert sich damit lediglich die Lücke zwischen Ziel und Wirklichkeit.“ Die Metaanalyse „Klimaschutz und Treibhausgasemissionen in Deutschland“ hat das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien erarbeitet. Im Fokus stehen die Aussagen von elf Studien zur Entwicklung der Treibhausgasemissionen in Deutschland. Die analysierten Daten geben auch Hinweise zu den Ursachen für die beobachtete Entwicklung. Demnach ist der Preis für den Kohlendioxidausstoß im Rahmen des Emissionshandels zu niedrig und es wird zu viel Kohle verstromt. Bei der Entwicklung der erneuerbaren Energien sei Deutschland im Stromsektor aktuell noch auf dem Zielpfad. Perspektivisch reiche das Wachstum aber auch hier nicht aus, um die politischen Ziele zu erreichen. „Erfolgreicher Klimaschutz setzt eine konsequente Nutzung erneuerbarer Energien in allen Sektoren voraus, also auch im Gebäude- und Verkehrssektor, eine stärkere Senkung des Energieverbrauchs sowie CO2-Preise, die die richtigen Investitionssignale liefern“, kommentiert Vohrer.
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