Donnerstag, 29. Januar 2026

PwC-StudieStadtwerke sollen weniger ausschütten

[06.05.2015] Die Rentabilität deutscher Energieversorger hat sich stabilisiert. Aber: Die meisten Unternehmen können Investitionen nicht mehr aus eigenen Mitteln finanzieren. Dies ist ein Ergebnis einer aktuellen Studie.
PwC-Studie: Finanzkennzahlen deutscher Versorgungsunternehmen sind kritisch.

PwC-Studie: Finanzkennzahlen deutscher Versorgungsunternehmen sind kritisch.

(Bildquelle: MEV Verlag)

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterCoopers (PwC) hat die Finanzkennzahlen deutscher Versorger für das Jahr 2013 analysiert. Demnach hat sich Rentabilität der Unternehmen insgesamt stabilisiert. In der Studie heißt es: Die EBITDA-Marge (Gewinn vor Zinsen, Abschreibungen und Steuern im Verhältnis zum Nettoumsatz) ist von 12,8 Prozent im Jahr 2012 auf 13 Prozent im Jahr 2013 leicht gestiegen. Damit sei der Abwärtstrend der Vorjahre gestoppt. Aber: Bei einem Viertel der Unternehmen lägen die Finanzkennzahlen bereits im kritischen Bereich. Infolge der hohen Verschuldung stoßen sie an die Grenzen ihrer Finanzierungskraft, so die Autoren der Studie. Aufgrund von Investitionen im Zuge der Energiewende und bedingt durch hohe Ausschüttungen habe sich die Bonität insgesamt verschlechtert. Die Mehrheit der Energie- und Versorgungsunternehmen (60 Prozent) könne Investitionen nicht aus eigenen Mitteln finanzieren und müsse Fremdkapital aufnehmen.
Norbert Schwieters, Leiter des Bereiches Energiewirtschaft bei PwC, erläutert: „Die Unternehmen passen ihre Geschäftsmodelle an und müssen neue Geschäftsfelder und Dienstleistungen entwickeln. Dafür sind enorme Investitionen notwendig.“ Die PwC-Studie zeige, dass die Versorger immer häufiger auf die Fremdfinanzierung zurückgreifen. So sei die Verbindlichkeitenquote von 42,8 im Jahr 2012 auf 43,2 Prozent im Jahr 2013 gestiegen. Bernd Papenstein, Finanzierungsexperte bei PwC im Bereich öffentlicher Sektor, kommentiert die Studie so: „Trotz der Stabilisierung der Ertragslage und der leichten Verbesserung der Schuldendeckung nimmt die Finanzierungsfähigkeit der deutschen Energie- und Versorgungsunternehmen weiter ab.“ Papenstein rät: „Die Anteilseigner sollten die Ausschüttungspolitik auf den Prüfstand stellen, wenn sie Stadtwerke nachhaltig ausrichten wollen und sie überlebensfähig bleiben sollen.“





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