Montag, 14. September 2026

TiefengeothermieUmweltrisiken beherrschbar

[18.12.2015] Die tiefe Geothermie birgt in Deutschland keine unbeherrschbaren Risiken für die Umwelt. Das ist das Ergebnis einer Studie zur Geothermie, die von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe durchgeführt wurde.
Laut der vom Umweltbundesamt (UBA) in Auftrag gegebenen Studie birgt die Tiefengeothermie keine nicht beherrschbaren Umweltrisiken.

Laut der vom Umweltbundesamt (UBA) in Auftrag gegebenen Studie birgt die Tiefengeothermie keine nicht beherrschbaren Umweltrisiken.

(Bildquelle: Quelle: UBA)

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat jetzt auf Grundlage einer Verwaltungsvereinbarung mit dem Umweltbundesamt (UBA) eine Studie zur Geothermie erstellt. Das Ergebnis: In Deutschland birgt die Geothermie keine unbeherrschbaren Risiken für die Umwelt. Wie das Umweltbundesamt mitteilt, setzt die tiefe Geothermie meist erst unterhalb von 2.000 Metern an. Dort herrschten Temperaturen von mehr als 60 Grad Celsius. Um diese Erdwärme nutzen zu können, sei es manchmal erforderlich, Wasser mit hohem Druck in die dortigen Gesteinsschichten zu pressen. So schaffe man Fließwege für die spätere Wasserzirkulation des Geothermie-Kraftwerks. Wassergefährdende Zusätze kämen hierbei nicht zum Einsatz, höchstens im Kalkgestein würden ab und an verdünnte Säuren umweltverträglich eingesetzt. Laut UBA sind bei kontrolliertem Vorgehen auch keine Schäden durch seismische Ereignisse zu befürchten. Beim Einpressen von Wasser könne es zwar in seltenen Fällen zu spürbaren Erschütterungen kommen, diese induzierte Seismizität sei im Gegensatz zu natürlichen Erdbeben jedoch durch eine Regulierung des Wasserdrucks beherrschbar. Ein hierfür notwendiges seismisches Monitoring sei mittlerweile Standard. Generell gelte: Die maximale Stärke von induzierten seismischen Ereignissen ist in der Geothermie deutlich niedriger als bei vielen weiteren Bergbauaktivitäten. Die Risiken seien weder wahrscheinlich noch schwerwiegend. Gefahren für das zur Trinkwassergewinnung nutzbare Grundwasser bestünden nicht. Undichte Bohrungen seien erkennbar und außerdem in ihrer Auswirkung räumlich begrenzt. Allerdings räumt das UBA ein, dass unter Umständen eine gewisse Gefahr von den natürlichen Tiefengrundwässern innerhalb des geothermischen Reservoirs ausgeht. So könne Tiefenwasser mit hohem Salzgehalt und weiteren trinkwasserhygienisch relevanten Spurenstoffen mitgefördert werden. Gegebenenfalls müsse das belastete Tiefenwasser fachgerecht entsorgt werden. Das Umweltbundesamt rät in Anbetracht der geringen Anzahl bestehender Anlagen, zukünftige Projekte generell intensiv wissenschaftlich zu begleiten.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Geothermie

Stadtwerke Weimar: Aufsuchungserlaubnis für Tiefengeothermie erhalten

[14.09.2026] Die Stadtwerke Weimar dürfen das Potenzial für Tiefengeothermie im Raum Weimar untersuchen. Eine bis Juni 2031 befristete Erlaubnis umfasst ein rund 495 Quadratkilometer großes Gebiet und ist Voraussetzung für weitere Erkundungen. mehr...

Stadtwerke Bernau: Tiefengeothermieprojekt pausiert

[11.09.2026] Die Stadtwerke Bernau haben die Planungen für eine Tiefengeothermiebohrung am Schönfelder Weg vorerst gestoppt. Nach einer erneuten Prüfung sei der Bau und Betrieb der geplanten Anlage derzeit wirtschaftlich nicht darstellbar. Der kommunale Versorger will nun alternative Lösungen für eine klimaneutrale Wärmeversorgung untersuchen. mehr...

Geologischer Dienst NRW: Erkundungen im nördlichen Münsterland

[03.09.2026] Im nördlichen Münsterland untersucht der Geologische Dienst NRW das Potenzial für tiefe Erdwärme. Drei Seismik-Trassen sollen Kommunen und Stadtwerken zeigen, wo sich weitere Erkundungen für die Wärmeversorgung lohnen. mehr...

Münster: Hochschulstandort baut Geothermie-Anlage weiter aus

[02.09.2026] Die FH Münster baut ihre Geothermie-Anlage am Technologie-Campus Steinfurt für 18,8 Millionen Euro aus. Künftig soll Erdwärme rund 64 Prozent des Wärmebedarfs decken und zugleich als Reallabor für effizientere Wärmepumpen dienen. mehr...

Stadtwerke Munster-Bispingen: Heißes Wasser mit bis zu 154 Grad Celsius entdeckt

[28.08.2026] Die Stadtwerke Munster-Bispingen sehen nach ersten Arbeiten am Tiefengeothermie-Projekt in Munster gute Chancen für eine wirtschaftliche Wärmenutzung. In einem ertüchtigten Bohrloch stieß die Unternehmenstochter HeideGeo auf Wasser mit Temperaturen von bis zu 154 Grad Celsius. mehr...

München: Seismik-Messungen gestartet

[26.08.2026] Im Großraum München wird der tiefe Untergrund in den kommenden Monaten großflächig untersucht. Die Daten sollen ein dreidimensionales geologisches Modell ermöglichen und die Planung weiterer Geothermieprojekte unterstützen. Die Messungen sind Teil des Forschungsprojekts GIGA-M. mehr...

Fraunhofer IEG: Forschungsprojekt zu Kalkgestein in der Rhein-Ruhr-Region

[17.08.2026] Ein Forschungsprojekt entwickelt neue Werkzeuge für die Tiefengeothermie in der Rhein-Ruhr-Region. R3Chain soll das Potenzial von Kalkgestein genauer bestimmen und Stadtwerken sowie Energieversorgern frühere Planungssicherheit geben. mehr...

Fraunhofer IEG: EU-Projekt entwickelt neue Bohrtechnik

[13.08.2026] Das EU-Projekt UPLIFT entwickelt mit der MTD-Technologie eine Bohrtechnik, die bestehende Geothermiebohrungen durch seitliche Mikro-Bohrungen erweitern soll. Das Verfahren wird in einer drei Kilometer tiefen Bohrung in Tschechien getestet und soll höhere Wärmeleistungen bei geringerem Erschließungsrisiko ermöglichen. mehr...

Hamburg: Tiefengeothermie-Projekt steht kurz vor Inbetriebnahme

[10.08.2026] Hamburgs erstes Tiefengeothermie-Projekt steht vor der Inbetriebnahme. Noch 2026 soll Erdwärme aus mehr als 1.300 Metern Tiefe in das Fernwärmenetz von Wilhelmsburg eingespeist werden. mehr...

Badenova: Vorbereitung von Tiefbohrungen

[10.08.2026] Das Geothermieprojekt Erdwärme Breisgau hat die bergrechtliche Genehmigung für die nächste Projektphase erhalten. Badenova und Herrenknecht bereiten nun die Bohrungen vor und investieren gemeinsam in die Erschließung eines Tiefengeothermie-Reservoirs. mehr...

Rheinisches Revier: Vorbereitung zu seismischen Messungen

[27.07.2026] Fraunhofer IEG bereitet seismische Messungen zur Erkundung des geothermischen Potenzials im Rheinischen Revier vor. Die Untersuchungen sollen die Datengrundlage für kommunale Wärmeplanung und künftige Geothermieprojekte verbessern. mehr...

EWP Potsdam: Bohrstart für Tiefengeothermie

[17.07.2026] Die Energie und Wasser Potsdam hat am Heizkraftwerk Süd die Bohrungen zur Erschließung von Tiefengeothermie begonnen. Mit dem Projekt soll eine weitere erneuerbare Wärmequelle für die Fernwärmeversorgung der Landeshauptstadt erschlossen werden. mehr...

München: Große Seismik-Kampagne

[14.07.2026] Im Großraum München beginnt Ende August eine groß angelegte seismische Messkampagne zur Erkundung von Geothermiepotenzialen. Nach Angaben des Forschungsprojekts GIGA-M soll dabei erstmals ein durchgängiges dreidimensionales Modell des tiefen Untergrunds entstehen. mehr...

Ruhrgebiet: Größtes Geothermie-Erlaubnisfeld

[25.06.2026] Im Ruhrgebiet entsteht das bislang größte Geothermie-Untersuchungsfeld in Deutschland. Für das Projekt „Erdwärme Metropole Ruhr“ wurde nun die entsprechende Erlaubnis erteilt. mehr...

Potsdam: Verlängerung von Projekt zur Tiefengeothermie

[24.06.2026] EWP und das GFZ erschließen in Potsdam gemeinsam weitere Standorte für die Tiefengeothermie. Die vierjährige Kooperation soll den Umbau der Wärmeversorgung beschleunigen und den Weg für den Ersatz des bestehenden Heizkraftwerks ebnen. mehr...