MVV EnergiePositive Zahlen dank Erneuerbarer

Dank großzügiger Investitionen in Erneuerbare und der Übernahme des rheinland-pfälzischen Projektierers juwi schreibt das Unternehmen MVV Energie positive Zahlen.
(Bildquelle: MVV Pressebild)
Das Mannheimer Energieunternehmen MVV Energie hat am Freitag (12. Februar 2016) einen Zwischenbericht vorgelegt, demzufolge das operative Ergebnis (Adjusted EBIT) im Vorjahresvergleich für das erste Geschäftsquartal 2015/16 von 64 auf 103 Millionen Euro angestiegen ist. Wie der Energieversorger mitteilt, sind vor allem zwei neue Kraftwerke in England (wir berichteten) und die Zahlen des rheinland-pfälzischen Projektentwicklers juwi, an dem MVV seit gut einem Jahr mehrheitlich beteiligt ist (wir berichteten), für das gute Ergebnis verantwortlich. Daneben hätten im Laufe des vergangenen Jahres in Betrieb genommene Erneuerbare-Energien-Anlagen zu den positiven Ergebnissen beigetragen. Der Vorstandsvorsitzende Georg Müller macht in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, dass in der Regel die ersten drei Quartale für Planung, Entwicklung und Bau von Anlagen genutzt werden und erst im vierten Quartal viele Projekte fertiggestellt und abgerechnet werden: „In diesem Quartal machen Projektentwickler wie juwi oder Windwärts den weit überwiegenden Teil ihres Ergebnisses. Januar bis September sind dagegen kostengeprägt – sowohl von Sach- als natürlich auch von Personalkosten.“ Da die juwi-Beteiligung erst ab Mitte Dezember vollkonsolidiert wird, machten sich die guten Zahlen in der Umsatzentwicklung von MVV Energie noch nicht bemerkbar. Entsprechend liege der Umsatz des Unternehmens mit 940 Millionen Euro im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2015/16 auf Vorjahresniveau. Mit den höheren Umsatzerlösen aus den neuen Anlagen habe man aber Einbußen wegen der milden Witterung und weiterer gesunkener Großhandelspreise ausgleichen können.
Die strategische Neuausrichtung
Laut eigenen Angaben verzeichnet MVV Energie auch beim Vorsteuerergebnis (Adjusted EBT) im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres ein Plus von 54 auf 90 Millionen Euro. Der Gewinn, also der bereinigte Periodenüberschuss nach Fremdanteilen, sei im Vorjahresvergleich ebenfalls um 22 auf 54 Millionen Euro angestiegen. Das entspreche einem bereinigten Ergebnis je Aktie von 0,82 Euro gegenüber 0,48 Euro im selben Vorjahresquartal. Auch seien die Mitarbeiterzahlen mit den neuen Beteiligungen und Anlagen gestiegen: So beschäftigte die Unternehmensgruppe mit 6.268 Mitarbeitern Ende 2015 rund 20 Prozent mehr als zwölf Monate zuvor. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen einen Anstieg des Adjusted EBIT um etwa 15 Prozent und eine Umsatzsteigerung auf über vier Milliarden Euro. Diese positiven Zahlen seien vor allem ein Ergebnis der vor sechs Jahren eingeleiteten strategischen Neuausrichtung: „Wir haben sehr früh die richtigen Weichen für unser Unternehmen gestellt“, so Müller, „und ernten damit jetzt die Früchte unserer Investitionen in die Energiewende.“ So habe die Unternehmensgruppe in den vergangenen Jahren fast drei Milliarden Euro in den Ausbau der erneuerbaren Energien, der Kraft-Wärme-Kopplung, der Fernwärme und in die Stärkung von Energieeffizienzmaßnahmen investiert. „Wir haben mit der intelligenten Verknüpfung von erneuerbaren und konventionellen Energien erfolgreich eine Vorreiterrolle für den Umbau der Energieversorgung in Deutschland übernommen“, betont der MVV Energie Vorstandsvorsitzende. Auch künftig wolle man das Tempo weiter hochhalten und Investitionen im selben Umfang tätigen. Deshalb hat Müller auch Forderungen an die Politik: So drängt er bei der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes auf eine Verringerung der Einstiegsschwelle des Referenzertrags von 70 auf 65 Prozent sowie auf eine Erhöhung des jährlichen Ausschreibungsvolumens von den bisher vorgesehenen 2,0 Gigawatt (GW) brutto auf 2,5 GW netto. So könne man das 45-Prozent-Ziel der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung bis 2025 auf 55 Prozent erhöhen.
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