Montag, 26. Oktober 2026

PirmasensEin Jahr Klimaschutz-Management

[04.08.2016] Die Stadt Pirmasens setzt auf Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Dabei treiben die Pfälzer vor allem Projekte voran, die wenige Zeit- und Kostenaufwände erfordern und schnell wirken.
Animierte thermografische Aufnahme des Rathauses von Pirmasens mit Denkmal des Landgrafen.

Animierte thermografische Aufnahme des Rathauses von Pirmasens mit Denkmal des Landgrafen.

(Bildquelle: Stadtverwaltung Pirmasens, Martin Seebald)

Das eine tun und das andere nicht lassen. Nach diesem Motto setzt die Stadt Pirmasens auf einen ganzheitlichen Energie- und Klimaschutz, der das gezielte Einsparen von Energie fokussiert und zugleich erneuerbare Energien fördert. Den Startschuss gab ein im Jahr 2015 beschlossenes Klimaschutz-Management. Wie die Stadtverwaltung Pirmasens mitteilt, sind dessen wesentliche Elemente das Erfassen und Fortschreiben von Verbrauchsdaten für kommunale Liegenschaften, die Auswertung der Ist-Daten für den Aufbau von Potenzialanalysen und priorisierender Maßnahmenkataloge sowie ein Energie- oder Klimaschutzbericht inklusive Energie- und CO2-Bilanz. Dabei setzen die Pfälzer auf kurzfristig umsetzbare, schnell wirkende und gering investive Maßnahmen, die beträchtliche Energiesparpotenziale freisetzen. Der städtische Klimaschutz-Manager hat bereits eine Prioritätenliste erstellt und Einsparpotenziale von jährlich bis zu 57 Prozent im Bereich der elektrischen sowie 39 Prozent im Bereich der Wärmeenergie veranschlagt. Ziel ist es, die jährlichen Energieverbrauchskosten der Liegenschaften von 1,3 Millionen um 600.000 Euro zu senken, erste Projekte seien bereits erfolgreich umgesetzt. Im Bereich regenerative Energien setzt Pirmasens beispielsweise auf ein Solardachkataster oder Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden. Außerdem wird bei der Abwasserklärung Biogas gewonnen und zur Wärme- und Stromerzeugung in einem Blockheizkraftwerk verbrannt. Erste kurzfristig mögliche und schnell wirkende günstige Energieeffizienzmaßnahmen wurden in Schulgebäuden realisiert. So wurde etwa am städtischen Leibniz-Gymnasium binnen weniger Tage der Dachboden mit Steinwolle gedämmt. Die Arbeiten wurden vom städtischen Tiefbauamt mit Unterstützung von Asylbewerbern durchgeführt. Durch einen zusätzlichen hydraulischen Abgleich der Heizungsanlage, eine Optimierung der Heizungssteuerung und weitere kleinere Maßnahmen summierte sich eine Heizkostenersparnis von rund 25 Prozent. Ein vergleichbares Projekt wurde zuvor in der Sommerwaldschule umgesetzt, sodass sich aus beiden Maßnahmen eine CO2-Einsparung von rund 50 Tonnen ergibt. Bau- und Finanzdezernent Michael Schieler sagt: „Erklärte Ziele sind, das Treibhausgas in unserem Einflussbereich zu reduzieren und die Energieeffizienz zu optimieren. Letztlich geht es darum, ökologisch verantwortlich und zukunftssicher zu agieren, zugleich aber auch Steuergelder einzusparen und die Verbrauchsgebühren zu senken.“ Neben einer Kostenreduzierung sieht Schieler aber auch die wichtige Vorbildfunktion der Stadt für lokal ansässige Unternehmen und Privathaushalte. „Wir priorisieren bei der Optimierung des Energieverbrauchs unserer städtischen Liegenschaften jene Projekte, die vergleichsweise wenig planerische Zeit- und Kostenaufwände erfordern und schnell wirken. Im Ergebnis zeigt sich, dass Strategie und Pragmatismus perfekt zusammenspielen können“, so der Bau- und Finanzdezernent.



Stichwörter: Klimaschutz, Pirmasens


Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Klimaschutz

Variolytics: Nachhaltigkeitspreis für Messtechnik

[20.10.2026] Das Stuttgarter Unternehmen Variolytics erhält den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Produkte 2027 für ein Messsystem zur Erfassung von Treibhausgasemissionen in Kläranlagen. Die Technologie soll Kommunen dabei unterstützen, insbesondere den Ausstoß von Lachgas zu reduzieren. mehr...

Leipzig: Neues Klimaschutzprogramm vorgelegt

[19.10.2026] Die Stadt Leipzig hat ein Umsetzungsprogramm mit 82 Maßnahmen für den Klimaschutz in den Jahren 2027 und 2028 vorgelegt. Schwerpunkte sind die energetische Sanierung, der Ausbau erneuerbarer Energien und die Umstellung der Wärmeversorgung. mehr...

Energiekommune: Hermeskeil plant Ausbau der Nahwärme

[16.10.2026] Die Verbandsgemeinde Hermeskeil erzeugt mithilfe von Wind- und Sonnenenergie dreimal so viel erneuerbaren Strom, wie sie selbst benötigt. Nun sollen weitere Haushalte an das Nahwärmenetz angeschlossen werden. Für ihr Engagement wurde die Kommune von der Agentur für Erneuerbare Energien als Energie-Kommune des Monats Oktober 2026 ausgezeichnet. mehr...

Sachsen: Kommunen erhalten Geld aus Wind- und Solarparks

[07.10.2026] Mindestens 390.000 Euro fließen jährlich aus Windenergie- und Photovoltaikanlagen an sächsische Kommunen. Grundlage sind Vereinbarungen nach Paragraf 6 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, wie eine Umfrage der Sächsischen Energieagentur zeigt. mehr...

ZSW/BDEW: Erneuerbare decken gut 60 Prozent des Stromverbrauchs

[05.10.2026] Erneuerbare Energien haben in den ersten drei Quartalen 2026 rund 61 Prozent des deutschen Stromverbrauchs gedeckt. Vor allem Wind- und Solarstrom legten gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich zu. mehr...

Mecklenburg-Vorpommern: Kom.EMS steht kostenfrei zur Verfügung

[25.09.2026] Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern können das Energiemanagement-System Kom.EMS ab sofort kostenfrei nutzen. Die Landesenergie- und Klimaschutzagentur Mecklenburg-Vorpommern unterstützt Städte, Gemeinden und Landkreise bei der Einführung und Anwendung. mehr...

Nordrhein-Westfalen: Treibhausgasemissionen sinken um vier Prozent

[18.09.2026] Die Treibhausgasemissionen in Nordrhein-Westfalen sind 2025 gegenüber dem Vorjahr um rund vier Prozent zurückgegangen. Nach vorläufigen Zahlen wurden 171,5 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente ausgestoßen. Seit 1990 haben sich die Emissionen damit mehr als halbiert. mehr...

European Energy Award: Fünf NRW-Kommunen für Klimaschutz ausgezeichnet

[16.09.2026] Dülmen, Minden, Wuppertal, Greven und Warendorf sind mit dem European Energy Award ausgezeichnet worden. Gewürdigt wurden unter anderem Projekte in den Bereichen Wärmeversorgung, Photovoltaik, Energieeffizienz und nachhaltige Mobilität. mehr...

Leipzig: Flächenkonzept für erneuerbare Energien vorgelegt

[08.09.2026] Leipzig hat ein Flächenkonzept für erneuerbare Energien erarbeitet. Rund zwei Prozent des Stadtgebiets kommen demnach potenziell für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen infrage. Eine wichtige Rolle sollen Photovoltaikanlagen auf Dächern spielen. mehr...

Stadtwerke Osnabrück: Nachhaltigkeitsbericht erstellt

[07.09.2026] Die Stadtwerke Osnabrück haben ihren ersten konzernweiten Nachhaltigkeitsbericht nach CSRD-Logik digital erstellt. Eine PowerApp und ein Power-BI-Dashboard bündeln dafür Nachhaltigkeits- und Emissionsdaten und sollen die Transformation steuerbar machen. mehr...

bericht

Nachhaltige Wirtschaftsflächen: Vom Standort zur passenden Strategie

[02.09.2026] Eine Typologie mit sechs Kategorien zeigt, welche Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu Gewerbe- und Industriegebieten passen. Die Systematik soll Kommunen helfen, Flächennutzung, Klimaanpassung, Energie und Mobilität schon früh standortgerecht zu planen. mehr...

Braunschweig: Projekt als Klima-Leuchtturm ausgezeichnet

[31.08.2026] Braunschweig erhält für das Beteiligungsprojekt COABS erneut den Preis „Klima-Leuchtturm“. Das Projekt entwickelte mit Wissenschaft, Verwaltung und Stadtgesellschaft konkrete Bausteine für die kommunale Klimaanpassung. mehr...

Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen: Elf Kommunen erhalten Auszeichnung

[27.08.2026] Elf Kommunen sind beim Wettbewerb „Klima kommunal“ 2026 für Projekte zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung ausgezeichnet worden. Darunter finden sich auch Vorhaben mit Bezug zu Energieversorgung, Wärme und kommunalen Liegenschaften. mehr...

Photovoltaikanlage auf dem Dach des Stuttgarter Rathauses mit Blick über die Innenstadt. Am Horizont ist der Stuttgarter Fernsehturm erkennbar.
bericht

Stuttgart: Klimaziele nicht erreichbar

[17.08.2026] Stuttgart hat seine Treibhausgasemissionen seit 1990 deutlich reduziert. Für das Ziel, bis 2035 klimaneutral zu werden, reicht das bisherige Tempo jedoch nicht aus. Das geht aus dem neuen Bericht zur Gesamtstädtischen Klimastrategie hervor. Besonders kritisch bewertet die Stadt die Entwicklung im Wärmesektor. mehr...

Energie-Kommune: Tangerhütte setzt auf Erneuerbaren-Mix

[11.08.2026] In Tangerhütte sind bereits Anlagen zur Gewinnung von Strom aus erneuerbaren Energien mit einer Leistung von rund 261 Megawatt installiert. Es sind weitere Wind- und Solarprojekte geplant. Zugleich arbeitet die Stadt an einer nachhaltigen Wärmeversorgung und setzt auf einen großen neuen Batteriespeicher. mehr...