Montag, 23. März 2026

SpeichertechnologieWeniger Netzausbau mit Hybridbatterie

[14.10.2016] Im Weiler Witstung soll ein Hybridspeicher aus Vanadium Redox Flow und Lithium-Ionen-Technologie in Kombination mit einem Smart Grid Netzengpässe beseitigen.

Die Stadtwerke Bühl, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Firma Schmid mit Hauptsitz in Freudenberg wollen mithilfe einer Hybridbatterie und einem Smart Grid Engpässe im Stromnetz kostengünstig beseitigen. Wie das Technologieunternehmen SCHMID mitteilt, soll das Verbundprojekt Hybrid Optimal demonstrieren, dass ein zellularer Ansatz eine wertvolle Alternative zum konventionellen Netzausbau darstellt. Das Land Baden-Württemberg fördert das Vorhaben mit 380.000 Euro. Projektgegenstand ist die Siedlung Witstung bei Bühl in Baden-Württemberg. Jedes zweite der insgesamt zehn Gebäude in Witstung ist mit einer Photovoltaikanlage ausgerüstet. Bilanziell erzeugen diese schon heute so viel Strom, wie Witstung im Jahr verbraucht. Da aber Erzeugung und Verbrauch oft auseinander liegen, wird viel Strom ins öffentliche Netz eingespeist. In den Sommermonaten komme es so häufig zu Überlastungen des Stromnetzes, so genannte Spannungsbandprobleme treten auf. Deshalb statten die Stadtwerke Bühl jetzt die Haushalte der Siedlung mit Smart Metern aus. Zusätzlich werden eine kommerzielle Optimierungssoftware und ein Hybridspeicher installiert. Der Speicher besteht nach Firmenangaben aus einer Vanadium Redox Flow (5 kW/45 kWh) und einer Lithium Ionen Batterie (40 kW/50 kWh). Die Vanadium Redox Flow Batterie wird vom Projektpartner Schmid für die Langzeitspeicherung produziert. Sie ist Teil des Speichers EverFlow Compact Storage und soll die Siedlung über Nacht versorgen. Dazu bedarf es lediglich der Installation größerer Tanks mit mehr Elektrolyt beziehungsweise Speicherflüssigkeit. So kann mit der Vanadium Redox Flow Technologie die Speicherkapazität unabhängig von der Leistung skaliert werden. Speicher, die eine Kapazität für den Verbrauch von mehreren Stunden aufweisen, können so günstig hergestellt werden. Selbst Speicherkapazitäten im Megawattstundenbereich können realisiert werden. Der Elektrolyt selbst ist praktisch unbegrenzt haltbar, was sowohl umweltfreundlich als auch wirtschaftlich interessant ist. Die Lithium Ionen Batterie soll hingegen Netzüberlastungen verhindern und als kurzfristige Leistungsquelle dienen. Beide Batterien wird Schmid eigenen Angaben zufolge zu einem leistungsstarken Hybridspeicher zusammenbauen und entsprechend optimieren. Die Energiezelle soll dann als Einheit an den verfügbaren Energiemärkten teilnehmen. Um die nötige Optimierungssoftware kümmern sich das KIT und die Stadtwerke Bühl. Gegen Projektende soll diese in der Lage sein, Eigenverbrauch, Zukauf und Verkauf nutzen- und gewinnmaximierend zu steuern. Die Projektidee könnte später auf Wohnblocks oder Straßenzüge in größeren Städten sowie auf Aussiedlerhöfe und Enklaven im ländlichen Raum übertragen werden.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Netze | Smart Grid

Netzentwicklungsplan: Zweiten Entwurf bei Bundesnetzagentur eingereicht

[18.03.2026] Die Übertragungsnetzbetreiber haben den zweiten Entwurf des Netzentwicklungsplans Strom 2037/2045 veröffentlicht. Der Plan integriert nun auch das Szenario C und zeigt damit neue Perspektiven für den Ausbau des Höchstspannungsnetzes. mehr...

Stadtwerke Konstanz: Installation von Transformator

[10.03.2026] Die Stadtwerke Konstanz haben im Umspannwerk Weiherhof einen neuen 40-MVA-Transformator installiert. Der Ausbau reagiert auf den stark steigenden Strombedarf durch Wärmepumpen, Elektromobilität und neue Baugebiete und ist Teil einer langfristigen Netzstrategie. mehr...

Smight: Lösung integriert Kurzschlussanzeiger

[09.03.2026] Das Smight Grid2 Gateway Plus bindet erstmals Kurzschlussanzeiger aus der Mittelspannung direkt in eine Lösung zur Netzüberwachung ein. Verteilnetzbetreiber können damit Störungen schneller lokalisieren und erhalten gleichzeitig zusätzliche Transparenz über die Niederspannung. mehr...

Ostsee: Hybrider Strom-Interkonnektor geplant

[24.02.2026] Deutschland, Lettland und Litauen planen mit dem Baltic-German PowerLink einen hybriden Strom-Interkonnektor durch die Ostsee. Das rund 600 Kilometer lange Seekabel soll Offshore-Windparks anbinden und die Märkte enger koppeln – nun starten die Netzbetreiber die Detailplanung. mehr...

Mitnetz Strom: Zahl der Netzeingriffe gesunken

[17.02.2026] Der Verteilnetzbetreiber Mitnetz Strom hat 2025 erneut weniger Einspeisemanagement-Eingriffe verzeichnet – trotz neuer Rekorde bei erneuerbaren Energien. Grund sind umfangreiche Netzinvestitionen, doch weiter steigende EEG-Leistungen und politische Rahmenbedingungen bleiben entscheidend. mehr...

bericht

Balzhausen: Pilot für die Einspeise­steckdose

[09.02.2026] Die Einspeisesteckdose stellt übliche Ausschreibungsverfahren für erneuerbare Energien auf den Kopf. LEW Verteilnetz hat dieses Verfahren jetzt in seinem Netzgebiet im Rahmen eines Pilotprojekts in Balzhausen erprobt. mehr...

enercity Netz: Digitaler Zwilling von Niederspannungsnetz in Betrieb

[09.02.2026] enercity Netz hat einen Digitalen Zwilling für das Niederspannungsnetz in Betrieb genommen. Das virtuelle Echtzeitmodell soll die Netzführung in Hannover präziser machen und bereitet den Weg für automatisierte Steuerung, schnellere Entstörung und neue Planungsprozesse. mehr...

Westfalen Weser Netz: Niederspannungsleitsystem mit CLS-Management gekoppelt

[09.02.2026] Westfalen Weser Netz koppelt erstmals ein Niederspannungsleitsystem direkt mit dem CLS-Management. Der gestartete Pilotbetrieb zeigt, wie sich Netzzustände automatisiert steuern lassen und welche Rolle das für §14a EnWG spielt. mehr...

Hochspannungsmast mit mehreren Stromleitungen vor blauem Himmel mit Wolken.

Netzanschlüsse: Reifegrad statt Windhundprinzip

[06.02.2026] Die Übertragungsnetzbetreiber ändern das Verfahren für Netzanschlüsse grundlegend. Künftig ist nicht mehr die Schnelligkeit eines Antrags entscheidend, sondern dessen Umsetzbarkeit. Das Ziel besteht darin, einen transparenten und planbaren Prozess zu etablieren. mehr...

Hertener Stadtwerke: Stabiles Stromnetz

[05.02.2026] Das Stromnetz in Herten hat 2024 erneut eine sehr hohe Zuverlässigkeit erreicht. Mit einem SAIDI-Wert von rund 1,84 Minuten pro Haushalt liegt die Ausfallzeit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. mehr...

BDEW: Milliardeninvestitionen in den Netzausbau gefordert

[02.02.2026] Neue Regionalszenarien der Stromverteilnetzbetreiber zeigen einen drastisch steigenden Bedarf an Netzanschlüssen bis 2045. Der BDEW fordert deshalb Milliardeninvestitionen in den Netzausbau und bessere regulatorische Rahmenbedingungen, um privates Kapital zu mobilisieren. mehr...

Hessen: Projektstart von SGLive

[26.01.2026] Mit dem Projekt SGLive startet in Hessen ein dreijähriges Vorhaben zur Digitalisierung der Verteilnetze und zur Stärkung der Resilienz des Energiesystems. Die Hochschule Darmstadt, das Ingenieurbüro Pfeffer und die Denkfabrik House of Energy arbeiten dabei mit rund einer Million Euro EU-Kofinanzierung an Smart-Grid-Technologien und IT-Sicherheitskonzepten. mehr...

Hamburger Energienetze: eRound bündelt drei digitale Lösungen

[05.12.2025] Die Hamburger Energienetze bündeln unter der Marke eRound drei digitale Lösungen für Lade-Infrastruktur, Verteilnetze und Smart-City-Anwendungen. Ziel ist eine effizientere Steuerung der Energiewende und ein transparenter Blick auf den Zustand kritischer Infrastruktur. mehr...

TransnetBW: Gesetz zur Strompreis-Senkung verabschiedet

[04.12.2025] Ein staatlicher Zuschuss von 6,5 Milliarden Euro soll 2026 die Netzentgelte und damit die Strompreise für Verbraucherinnen und Verbraucher spürbar dämpfen. Bundestag und Bundesrat haben das entsprechende Gesetz verabschiedet. mehr...

Niederviehbach: Zweite Einspeisesteckdose gestartet

[02.12.2025] In Niederviehbach ist das zweite bayerische Pilotprojekt zur sogenannten Einspeisesteckdose gestartet. Damit soll laut Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger der Netzausbau schneller, effizienter und planbarer werden. mehr...