Mittwoch, 24. Juni 2026

OffshoreAusbau positiv, aber wie lange noch?

[23.01.2017] Die Ausbauzahlen Offshore für das Jahr 2016 liegen auf dem Tisch. Die Branche bewertet den bisherigen Ausbau positiv, befürchtet jedoch einen Einbruch durch enge Zubaukorridore nach 2020.
Der Trianel Windpark Borkum ging im Dezember 2015 in Betrieb. Die zweite Ausbaustufe soll bald folgen.

Der Trianel Windpark Borkum ging im Dezember 2015 in Betrieb. Die zweite Ausbaustufe soll bald folgen.

(Bildquelle: Adwen J. Oelker/Trianel)

Die Arbeitsgemeinschaft Offshore-Windenergie (AGOW), der Bundesverband Windenergie (BWE), die Stiftung OFFSHORE-ENERGIE, der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und die Windenergie-Agentur (WAB) haben jetzt die Ausbauzahlen 2016 für die Offshore-Windenergie bekannt gegeben. Das Ergebnis: Im Jahr 2016 gingen 156 Offshore-Windräder mit einer Gesamtleistung von 818 Megawatt neu ans Netz. Damit waren zum Ende des Jahres 947 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 4.108 Megawatt in Betrieb. Die Stromerzeugung von Windenergie auf See betrug 2016 etwa 13 Terawattstunden. Wie die Verbände mitteilen, entspricht dies einem Anstieg um fast 57 Prozent im Vergleich zum Jahr 2015 mit 8,3 Terawattstunden. Insgesamt versorge die Branche momentan rund drei Millionen Haushalte mit Strom, was in etwa der Menge an Haushalten in Berlin und Brandenburg entspreche. Im Jahr 2017 sollen weitere 1.400 Megawatt, danach 1.000 Megawatt pro Jahr zugebaut werden.
Das Fazit: Die Branche bewertet den Zubau positiv und erwartet auf Basis optimierter Anlagentechnologien und Betriebskonzepte Kostenreduktionen bei den bevorstehenden Ausschreibungen, ähnlich wie in Dänemark und den Niederlanden. Allerdings seien die jüngsten Ausschreibungsergebnisse der beiden Nachbarländer nicht eins zu eins auf Deutschland übertragbar. So variierten Laufzeit und Leistungsvolumen, die sich ganz wesentlich auf die Projektkosten auswirkten. Auch müssten die Projektträger nicht wie in Deutschland die Kosten für die Umspannplattformen tragen. Hinzu komme, dass deren Projekte deutlich näher an der Küste im flacheren Wasser liegen, als das bei uns der Fall sei.
Die Dynamik werde allerdings durch die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2017 reduzierten Ausbauziele von jeweils 500 Megawatt für nach 2020 gebremst. Lange Vorlaufzeiten in der Produktion werden die Branche nach Einschätzung der Experten bereits in den kommenden Jahren treffen. Damit werden aus Sicht der Verbände industriepolitische Chancen vergeben. Ein zügiger Netzausbau auf See und auch an Land seien weitere Voraussetzungen für Investitionssicherheit.





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