BerlinBraunkohle ade

Vattenfall legt sein letztes Braunkohlekraftwerk in Berlin still, das Braunkohlekraftwerk Klingenberg im Stadtteil Lichtenberg.
(Bildquelle: A.Savin, Wikimedia Commons)
Der Energiekonzern Vattenfall schaltet das Braunkohlekraftwerk Klingenberg im Stadtbezirk Lichtenberg ab. Ersetzt werden soll es durch ein modernes Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD-Kraftwerk) am Standort Marzahn bis zum Jahr 2020. Wie der Landespressedienst Berlin meldet, wurde der Deal in der Klimaschutzvereinbarung mit Vattenfall festgeschrieben. Vattenfall setze die Vereinbarung nun vorzeitig um. Durch den Energieträgerwechsel von Braunkohle zu Erdgas sollen pro Jahr rund 600.000 Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden.
Die für Energie und Klimaschutz verantwortlichen Senatorinnen Ramona Pop und Regine Günther (beide Bündnis 90/Die Grünen) begrüßen die mit dem Land Berlin vereinbarte Stilllegung. „Das Pariser Klimaabkommen hat Leitplanken für die globale Energie- und Klimapolitik gesetzt. Jetzt kommt es darauf an, diese Vorgaben in konkrete Politik umzusetzen“, sagt Regine Günther. „Eine intensive Zusammenarbeit mit Brandenburg ist angeraten, um den Braunkohleausstieg auch dort voranzubringen. Damit Berlin klimafreundlicher und gesünder wird.“ Ramona Pop betont: „Mit dem Ersatz durch eine umweltfreundliche Gas-und-Dampf-Anlage wird die Sicherheit der Wärmeversorgung gewährleistet und der richtige Weg zu einer klimaverträglicheren Energieerzeugung eingeschlagen. Die in Klingenberg erfolgten Investitionen begrüße ich als Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Berlin.“
Mit der Stilllegung des Braunkohlekraftwerks Klingenberg verabschiedet sich Berlin von der eigenen Braunkohleverbrennung. Der im Koalitionsvertrag verankerte Kohleausstieg gehört zu den übergeordneten klima- und energiepolitischen Zielen des Landes Berlin. So verpflichtet das Berliner Energiewendegesetz den Senat, darauf hinzuwirken, dass im Land Berlin die Energieerzeugung aus Braunkohle bis zum 31. Dezember 2017 und aus der Steinkohle bis 31. Dezember 2030 beendet wird. Die Novelle des Berliner Energiewendegesetzes hat der Senat erst jüngst am 9. Mai 2017 beschlossen (wir berichteten).
Alternativ will Berlin künftig für die Versorgung mit Strom und Wärme auf erneuerbare Energien, innovative Technologien und CO2-ärmere Energieträger wie Gas setzen. Zentrale Bausteine einer künftigen Versorgungsstrategie sollen Power-to-X-Anlagen und dezentrale Erzeugungsstrukturen wie Mieterstrom und KWK-Technologien sein. Damit sollen nicht nur die energiepolitischen Ziele erreicht, sondern auch die regionale Wertschöpfung gefördert werden, heißt es in einer aktuellen Meldung des Landes Berlin.
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