Donnerstag, 12. März 2026

BlockchainProjekt zur Stromnetzstabilisierung

[08.11.2017] Das europaweit erste Pilotprojekt nutzt jetzt über die Blockchain vernetzte, dezentrale Heimspeicher zur Stabilisierung des Stromnetzes. Übertragungsnetzbetreiber Tennet kooperiert dafür mit dem Betreiber der sonnenCommunity, die dezentrale Heimspeicher umfasst.

Das europaweit erste Pilotprojekt nutzt jetzt vernetzte Heimspeicher und die Blockchain-Technologie zur Stabilisierung des Stromnetzes. Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) Tennet hat laut eigenen Angaben diese Heimspeicher erstmals erfolgreich für den Redispatch genutzt. Damit sei die Pilotphase des von Tennet initiierten Vorhabens gestartet, an dem sich das Unternehmen sonnen e-Services als erster Partner beteilige (wir berichteten). Die Pilotphase soll bis zum zweiten Quartal 2018 andauern. Eine mehrmonatige Vorbereitungsphase liege bereits hinter den Projektpartnern. Während der Pilotphase sollen die dezentralen Batteriespeicher über eine Blockchain-Lösung in das Netz von Tennet eingebunden werden. Entwickelt wurde die Blockchain-Lösung von IBM. Den Heimspeicherpool stelle sonnen bereit, indem es die einzelnen Speicher der sonnenCommunity zu einem virtuellen Batteriepool miteinander vernetze. Das intelligente Management der Batteriespeicher passe sich individuell der jeweiligen Situation im Tennet-Netz an. So könne der vernetzte Speicherpool je nach Bedarf überschüssigen Strom sekundenschnell aufnehmen oder abgeben. „Das Projekt ist das erste seiner Art, das die Blockchain-Technologie verwendet“, sagt Tennet TSO-Geschäftsführer Urban Keussen. „Es ist wegweisend für die zukünftige Einbindung der erneuerbaren Energien. Wir sehen klar ein Potenzial, neue Flexibilitätsmöglichkeiten über die Blockchain-Technologie zu erschließen. Letztlich hilft das, die teure Abregelung von Windanlagen zu begrenzen, die notwendig ist, um das Netz zu stabilisieren.“ Philipp Schröder, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing bei sonnen ergänzt: „Bei dem gemeinsamen Projekt mit Tennet nutzen wir bei Netzengpässen erstmals grüne Energie aus Speichern statt Kohle- oder Atomstrom. Statt grünen Strom im Norden wegzuwerfen, speichern wir ihn. Statt Großkraftwerke im Süden hochzufahren, rufen wir Solarstrom aus Speichern ab. Damit entsteht eine grüne, virtuelle Stromleitung von der sowohl unsere Kunden als auch die Allgemeinheit profitieren.“ Im Gegensatz zu anderen Blockchain-Projekten im Energiesektor beschränkt sich das Vorhaben mit sonnen laut Tennet nicht auf Standard-Handelsaktionen, sondern setze eine komplexe Netzdienstleistung um. Als günstige und praktisch unendlich skalierbare Technologie sei die Blockchain prädestiniert für den Einsatz in der künftigen Energieversorgung, die aus Millionen dezentraler und miteinander vernetzter Einheiten bestehen wird. Nach einer Evaluierungsphase will der ÜNB entsprechende Flexibilitätsprojekte für neue Partner öffnen.





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