HamburgDezentrale Energie für Neubauviertel

Solaranlagen auf dem Dach erzeugen Strom für ein neues Quartier in Hamburg.
(Bildquelle: NATURSTROM AG)
In Hamburg haben das Unternehmen Naturstrom und die Bürgerenergiegenossenschaft EnergieNetz Hamburg ein nachhaltiges, dezentrales Energiekonzept für ein Neubauquartier umgesetzt. Wie beide Partner mitteilen, werden die 78 Wohneinheiten im Norden der Freien und Hansestadt durch ein biogasbetriebenes Blockheizkraftwerk (BHKW) mit Wärme versorgt. Das BHKW hat eine elektrische Leistung von 20 Kilowatt und eine thermische Leistung von 47 Kilowatt. Verteilt wird die Energie über ein quartierseigenes Wärmenetz. Zusätzlich ist ein Spitzenlastkessel für besonders kalte Tage installiert. Beide Wärmeerzeuger werden mit Biogas von Naturstrom beliefert. Dadurch könne Raumwärme und Warmwasser klimaneutral vor Ort bereitgestellt werden.
Mieterstrom vom eigenen Dach
Auch der Strombedarf des kleinen Quartiers wird zu großen Teilen lokal gedeckt. Neben der Elektrizität, die im BHKW produziert wird, kommt ein erheblicher Teil des Stroms vom Dach der Gebäude: Eine über drei der sechs Häuser verteilte Photovoltaikanlage mit einer Leistung von knapp 120 Kilowatt peak (kWp) sorgt für rund 48.000 Kilowattstunden Sonnenstrom pro Jahr. Die Energie können die Bewohner als Mieterstrom beziehen.
Matthias Ederhof, Vorstand der Energiegenossenschaft, erläutert: „Viele Hamburgerinnen und Hamburger wollen die Energiewende vorantreiben – nicht irgendwo, sondern hier in der Stadt. Das Quartier ‚Hinter der Lieth‘ zeigt, dass das nicht nur technisch funktioniert, sondern auch bürgernah umgesetzt werden kann. Es ist damit ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer dezentralen, bürgernahen und klimaschonenden Energieversorgung hier in der Hansestadt.“
Wärmebereich stärker in den Blick nehmen
Naturstrom-Vorstand Tim Meyer ergänzt: „Bisher war die Energiewende vor allem ein ländlich geprägter Umbau unserer Stromversorgung. Um den Klimaschutz weiter voranzubringen, müssen wir auch in den Städten erneuerbare Energien nutzen und unbedingt den Wärmebereich stärker in den Blick nehmen.“
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