Mittwoch, 28. Oktober 2026

Serie: Startklar für den Klimaschutz (Teil 5)Passendes Förderprogramm finden

[14.08.2020] Die Liste der Maßnahmen für ein erfolgreiches kommunales Klimaschutzkonzept ist lang. Die Serie „Startklar für den Klimaschutz“ in Zusammenarbeit mit der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) beschäftigt sich mit den wichtigsten Handlungsmöglichkeiten. Im fünften Teil geht es um Förderprogramme.
Viele Kommunen sehen sich aufgrund der COVID-19-Pandemie mit einigen Schwierigkeiten konfrontiert. Doch der Klimaschutz sollte dabei nicht auf der Strecke bleiben.

Viele Kommunen sehen sich aufgrund der COVID-19-Pandemie mit einigen Schwierigkeiten konfrontiert. Doch der Klimaschutz sollte dabei nicht auf der Strecke bleiben.

(Bildquelle: colourbox)

Schulen auf einen zukunftsfähigen energetischen Standard bringen, den Weg hin zu einer CO2-freien Wärmeversorgung ebnen oder nachhaltige Mobilitätsstrukturen aufbauen: Immer mehr Kommunen bekennen sich aktiv zum Klimaschutz. Viele sind bereits dem Klimaschutzpakt des Landes Baden-Württemberg beigetreten oder haben den Klimanotstand ausgerufen. „Für fast alle Maßnahmen, die dem Klimaschutz dienen, gibt es attraktive Fördermöglichkeiten“, sagt Matthias Rauch, Ansprechpartner für Förderprogramme bei der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW). „Ein Engpass ist oftmals die fehlende Übersicht über diese Angebote.“

Modular aufgebautes Angebot

Deswegen unterstützt die KEA-BW aktiv dabei, geeignete Förderangebote zu identifizieren. Das Experten-Team prüft außerdem, ob anstehende Maßnahmen in einen Förderrahmen passen und wenn ja, in welchen. Diese Erstberatung rund um Energieeinsparung und erneuerbare Energien ist für baden-württembergische Kommunen kostenlos. Und: Die Klimaschutz- und Energieagentur des Landes agiert als unabhängiger Dienstleister. „Hinzu kommt, dass ein guter Teil der Fördermittel direkt der ortsansässigen Wirtschaft zugutekommt. Das hilft auch über die Corona-Krise hinweg“, betont Rauch.
Ein umfassendes, modular aufgebautes Angebot an Fördermöglichkeiten bietet die Kommunalrichtlinie des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Eine bezuschusste Fokusberatung etwa ermöglicht den Einstieg in das Thema Klimaschutz. Häufig nutzen Kommunen das Programm auch dafür, ganze Klimaschutzkonzepte zu erstellen und umzusetzen – inklusive des dafür benötigten Personals. Darüber hinaus lassen sich Energiesparmodelle an Schulen, eine Potenzialstudie zum Thema Abwärme oder der Einsatz von LED fördern. Mehr als 3.000 Kommunen haben bereits Mittel für über 12.500 konkrete Projekte erhalten. Allein in Baden-Württemberg wurden mehr als 2.500 investive Vorhaben mit insgesamt rund 88 Millionen Euro bezuschusst – Geld das direkt in die Kommunen fließt.

Landeseigene Programme decken Förderlücken ab

Andere Bundesministerien, die KfW als bundeseigene Förderbank, das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), sowie verschiedene Stiftungen unterstützen weitere Vorhaben aus den Bereichen erneuerbare Energien, klimafreundliche Gebäude #bild2 und Quartiere sowie nachhaltige Mobilität. Schließlich ergänzen landeseigene Maßnahmen und Programme das Angebot und decken Förderlücken ab. Nach einem Blick in die Förderdatenbanken des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) oder des Service- und Kompetenzzentrums Kommunaler Klimaschutz (SK:KK) lohnt es sich daher, eine Beratung durch die regionalen Energieagenturen oder die KEA-BW in Anspruch zu nehmen.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Klimaschutz

Variolytics: Nachhaltigkeitspreis für Messtechnik

[20.10.2026] Das Stuttgarter Unternehmen Variolytics erhält den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Produkte 2027 für ein Messsystem zur Erfassung von Treibhausgasemissionen in Kläranlagen. Die Technologie soll Kommunen dabei unterstützen, insbesondere den Ausstoß von Lachgas zu reduzieren. mehr...

Leipzig: Neues Klimaschutzprogramm vorgelegt

[19.10.2026] Die Stadt Leipzig hat ein Umsetzungsprogramm mit 82 Maßnahmen für den Klimaschutz in den Jahren 2027 und 2028 vorgelegt. Schwerpunkte sind die energetische Sanierung, der Ausbau erneuerbarer Energien und die Umstellung der Wärmeversorgung. mehr...

Energiekommune: Hermeskeil plant Ausbau der Nahwärme

[16.10.2026] Die Verbandsgemeinde Hermeskeil erzeugt mithilfe von Wind- und Sonnenenergie dreimal so viel erneuerbaren Strom, wie sie selbst benötigt. Nun sollen weitere Haushalte an das Nahwärmenetz angeschlossen werden. Für ihr Engagement wurde die Kommune von der Agentur für Erneuerbare Energien als Energie-Kommune des Monats Oktober 2026 ausgezeichnet. mehr...

Sachsen: Kommunen erhalten Geld aus Wind- und Solarparks

[07.10.2026] Mindestens 390.000 Euro fließen jährlich aus Windenergie- und Photovoltaikanlagen an sächsische Kommunen. Grundlage sind Vereinbarungen nach Paragraf 6 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, wie eine Umfrage der Sächsischen Energieagentur zeigt. mehr...

ZSW/BDEW: Erneuerbare decken gut 60 Prozent des Stromverbrauchs

[05.10.2026] Erneuerbare Energien haben in den ersten drei Quartalen 2026 rund 61 Prozent des deutschen Stromverbrauchs gedeckt. Vor allem Wind- und Solarstrom legten gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich zu. mehr...

Mecklenburg-Vorpommern: Kom.EMS steht kostenfrei zur Verfügung

[25.09.2026] Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern können das Energiemanagement-System Kom.EMS ab sofort kostenfrei nutzen. Die Landesenergie- und Klimaschutzagentur Mecklenburg-Vorpommern unterstützt Städte, Gemeinden und Landkreise bei der Einführung und Anwendung. mehr...

Nordrhein-Westfalen: Treibhausgasemissionen sinken um vier Prozent

[18.09.2026] Die Treibhausgasemissionen in Nordrhein-Westfalen sind 2025 gegenüber dem Vorjahr um rund vier Prozent zurückgegangen. Nach vorläufigen Zahlen wurden 171,5 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente ausgestoßen. Seit 1990 haben sich die Emissionen damit mehr als halbiert. mehr...

European Energy Award: Fünf NRW-Kommunen für Klimaschutz ausgezeichnet

[16.09.2026] Dülmen, Minden, Wuppertal, Greven und Warendorf sind mit dem European Energy Award ausgezeichnet worden. Gewürdigt wurden unter anderem Projekte in den Bereichen Wärmeversorgung, Photovoltaik, Energieeffizienz und nachhaltige Mobilität. mehr...

Leipzig: Flächenkonzept für erneuerbare Energien vorgelegt

[08.09.2026] Leipzig hat ein Flächenkonzept für erneuerbare Energien erarbeitet. Rund zwei Prozent des Stadtgebiets kommen demnach potenziell für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen infrage. Eine wichtige Rolle sollen Photovoltaikanlagen auf Dächern spielen. mehr...

Stadtwerke Osnabrück: Nachhaltigkeitsbericht erstellt

[07.09.2026] Die Stadtwerke Osnabrück haben ihren ersten konzernweiten Nachhaltigkeitsbericht nach CSRD-Logik digital erstellt. Eine PowerApp und ein Power-BI-Dashboard bündeln dafür Nachhaltigkeits- und Emissionsdaten und sollen die Transformation steuerbar machen. mehr...

bericht

Nachhaltige Wirtschaftsflächen: Vom Standort zur passenden Strategie

[02.09.2026] Eine Typologie mit sechs Kategorien zeigt, welche Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu Gewerbe- und Industriegebieten passen. Die Systematik soll Kommunen helfen, Flächennutzung, Klimaanpassung, Energie und Mobilität schon früh standortgerecht zu planen. mehr...

Braunschweig: Projekt als Klima-Leuchtturm ausgezeichnet

[31.08.2026] Braunschweig erhält für das Beteiligungsprojekt COABS erneut den Preis „Klima-Leuchtturm“. Das Projekt entwickelte mit Wissenschaft, Verwaltung und Stadtgesellschaft konkrete Bausteine für die kommunale Klimaanpassung. mehr...

Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen: Elf Kommunen erhalten Auszeichnung

[27.08.2026] Elf Kommunen sind beim Wettbewerb „Klima kommunal“ 2026 für Projekte zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung ausgezeichnet worden. Darunter finden sich auch Vorhaben mit Bezug zu Energieversorgung, Wärme und kommunalen Liegenschaften. mehr...

Photovoltaikanlage auf dem Dach des Stuttgarter Rathauses mit Blick über die Innenstadt. Am Horizont ist der Stuttgarter Fernsehturm erkennbar.
bericht

Stuttgart: Klimaziele nicht erreichbar

[17.08.2026] Stuttgart hat seine Treibhausgasemissionen seit 1990 deutlich reduziert. Für das Ziel, bis 2035 klimaneutral zu werden, reicht das bisherige Tempo jedoch nicht aus. Das geht aus dem neuen Bericht zur Gesamtstädtischen Klimastrategie hervor. Besonders kritisch bewertet die Stadt die Entwicklung im Wärmesektor. mehr...

Energie-Kommune: Tangerhütte setzt auf Erneuerbaren-Mix

[11.08.2026] In Tangerhütte sind bereits Anlagen zur Gewinnung von Strom aus erneuerbaren Energien mit einer Leistung von rund 261 Megawatt installiert. Es sind weitere Wind- und Solarprojekte geplant. Zugleich arbeitet die Stadt an einer nachhaltigen Wärmeversorgung und setzt auf einen großen neuen Batteriespeicher. mehr...