Samstag, 24. Oktober 2020

Serie: Startklar für den Klimaschutz (Teil 2):
Die Rolle der Mobilitätskonzepte


[2.7.2020] Im zweiten Teil der Serie „Startklar für den Klimaschutz“ geht es um die Mobilitätswende, eine der entscheidenden Stellschrauben im Klimaschutz. Die Serie in Zusammenarbeit mit der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) beschäftigt sich mit den wichtigsten Handlungsmöglichkeiten für Kommunen.

Radfahrern und Fußgängern Vorrecht zu gewähren und den Parkraum in der Innenstadt zu begrenzen macht das Autofahren unattraktiver. Der Verkehrssektor hat beim Klimaschutz bundesweit großen Nachholbedarf. Deshalb gilt es hier besonders, mutige Maßnahmen in Angriff zu nehmen, wie das Vorrecht für Sharing-Lösungen, Elektromobilität, sowie öffentlichen Nah-, Rad- und Fußverkehr, die Einschränkung von Parkraum im Innenstadtbereich und eine Verkehrsberuhigung. All diese Möglichkeiten sollten in einem stimmigen Konzept mit der Ausweitung nachhaltiger Mobilitätsangebote in Einklang gebracht werden.
Angesichts der Folgen der Corona-Pandemie wird nochmals klarer, dass der öffentliche Raum anders verteilt werden muss: „Es gibt aktuell nicht genügend Platz für Fußgänger und Radfahrer, um mit Abstand unterwegs zu sein“, sagt Maria Franke. Sie kümmert sich bei der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) schwerpunktmäßig um nachhaltige Mobilität in Kommunen. Zusammen mit dem Kompetenznetz Klima Mobil steht sie Städten, Gemeinden und Landkreisen bei den Herausforderungen dieser Zukunftsaufgabe zur Seite. „Kommunen, die sich intensiv mit der Thematik befassen wollen, sollten als erstes ein Mobilitätskonzept erstellen“, rät Franke. „Darin sollten sich gleichermaßen Push- wie Pull-Maßnahmen wiederfinden.“

Push- und Pull-Maßnahmen

Pull-Maßnahmen sind Anreize für eine klimafreundlichere Mobilität, also verbesserte Radverbindungen, ausreichende Nahverkehrsanbindungen, Car-Sharing-Angebote und ähnliches. Push-Maßnahmen hingegen machen den motorisierten Individualverkehr unattraktiver. Wenn Anreize auf der einen Seite nicht mit Einschränkungen auf der anderen Seite flankiert werden, erzielen Mobilitätskonzepte oft nicht den gewünschten Erfolg. Maria Franke von der KEA-BW weiß, wie wichtig nachhaltige Mobilität für einen effizienten und langfristig erfolgreichen Klimaschutz ist.
 Zu den zahlreichen Förderungsmöglichkeiten können sich die Kommen bei der KEA-BW beraten lassen. „Bund und Land haben die finanzielle Unterstützung für Mobilitäts-Projekte kontinuierlich ausgebaut und erhöht“, erklärt Franke. „Ob kleine oder große Projekte, große Kreisstadt oder kleine ländliche Gemeinde – es ist für jeden etwas dabei, der Klimaschutz und Mobilität effektiv und zukunftsorientiert angehen möchte.“
Franke weiß, dass vor allem kleinen Kommunen oft nicht klar ist, wie und wo sie am besten mit dem großen Thema Klimaschutz anfangen sollen. „Mobilität ist dabei ein wichtiger Baustein von mehreren“, sagt Franke. „Durch unser Mitwirken möchten wir den Kommunen zeigen, dass es einfach ist, wenn man einen Schritt nach dem anderen geht. Dazu beraten wir sie, bieten Veranstaltungen an, unterstützen beim Netzwerken und stellen Info-Material bereit.“ (sav)

Weitere Informationen zur nachhaltigen Mobilität (Deep Link)
Weiterlesen: Startklar für den Klimaschutz (Teil 1) (Deep Link)

Stichwörter: Klimaschutz, KEA, Mobilitätskonzepte

Bildquelle v.o.n.u.: Adobe Stock, KEA-BW

Druckversion    PDF     Link mailen


 Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Klimaschutz

Kommunen: Klimaschutz trotz klammer Kassen
[23.10.2020] Welche Handlungsspielräume haben speziell finanzschwache Kommunen für den Klimaschutz vor Ort? Das Difu hat gemeinsam mit dem IÖW eine Broschüre mit ergänzenden Faltblättern entwickelt, in denen Tipps für die kommunale Praxis zu finden sind. mehr...
Rolle und Handlungsbereiche der Kommune im Klimaschutz.
Agora-Studie: Deutschland klimaneutral bis 2050
[23.10.2020] Deutschland kann mit ambitionierteren Zielen bis 2050 klimaneutral werden. Das ist der Tenor einer Studie von Agora Energiewende, Agora Verkehrswende und der Stiftung Klimaneutralität. mehr...
Baden-Württemberg: Statusbericht kommunaler Klimaschutz
[20.10.2020] Einen Überblick über kommunale Klimaschutzaktivitäten gibt der jetzt veröffentlichte Statusbericht zum kommunalen Klimaschutz in Baden-Württemberg. Auch wo noch Nachholbedarf besteht, zeigt die Publikation auf. mehr...
Wo erfolgreiche Klimaschutzaktivitäten umgesetzt wurden und wo noch Nachholbedarf besteht, zeigt der Statusbericht zum kommunalen Klimaschutz in Baden-Württemberg.
Stadtwerke Konstanz: Klimaneutrale Antriebe bevorzugt
[13.10.2020] Die Stadtwerke Konstanz setzen schon seit Jahren auf klimaneutrale Antriebe. Die von ihnen betriebene Bodenseefähre wird mit verflüssigtem Erdgas (LNG) angetrieben und könnte nun den Innovationspreis der Deutschen Gaswirtschaft gewinnen. mehr...
Die Fähre der Stadtwerke Konstanz fährt bereits mit verflüssigtem Erdgas (LNG) auf dem Bodensee.
MVV: Erst-Mitglied im Klimabündnis
[9.10.2020] Als einer von 17 Erstunterzeichnern ist das Mannheimer Energieunternehmen MVV dem Klimabündnis Baden-Württemberg beigetreten und hat dazu mit dem Land eine individuelle Klimaschutzvereinbarung unterzeichnet. mehr...
Franz Untersteller (Landesumweltminister, links) und Georg Müller (MVV-Vorstandsvorsitzender) bei der Unterzeichnung der individuellen Klimaschutzvereinbarung.

Suchen...

 Anzeige

 Anzeige

 Anzeige

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 9/10 2020
stadt+werk, Ausgabe 7/8 2020
stadt+werk, Sonderheft Juni 2020
stadt+werk, Ausgabe 5/6 2020

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Klimaschutz:
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen