Freitag, 22. Mai 2026

ThüringenSolarstrom in benachteiligten Gebieten

[25.03.2022] Thüringen will landwirtschaftliche Flächen mit geringen Erträgen für die Gewinnung von Solarstrom nutzen. Hierfür greift das Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz auf eine im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vorgesehene Möglichkeit zurück.
Der Thüringer Bauernverband und das Energieministerium haben sich darauf geeinigt

Der Thüringer Bauernverband und das Energieministerium haben sich darauf geeinigt, vermehrt Photovoltaikanlagen in benachteiligten Gebieten aufzubauen.

(Bildquelle: Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN))

Um landwirtschaftliche Flächen mit geringen Erträgen für Solarstrom zu nutzen, will jetzt das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz eine dafür vorgesehene Möglichkeit innerhalb des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) nutzen. Wie das Ministerium mitteilt, sollen dadurch die Installation von Photovoltaikanlagen in so genannten benachteiligten Gebieten – also auf bereits festgelegten ertragsschwachen landwirtschaftlichen Standorten – ermöglich werden. Insbesondere auf Grünlandflächen sei es so möglich, die Flächen gleichzeitig für Landwirtschaft, zum Beispiel durch Beweidung, und für die Energieproduktion mit Photovoltaikanlagen zu nutzen. Erhalten die Betreiber – das kann zum Beispiel eine Landwirtin zusammen mit einer lokalen Bürgerenergie-Genossenschaft sein – einen Zuschlag, bekämen sie zusätzlich zur landwirtschaftlichen Nutzung für den generierten Ökostrom eine Einspeisevergütung. Gleichzeitig gelte es, wertvolles Ackerland für die Lebensmittelproduktion zu erhalten.
Energieministerin Anja Siegesmund (Bündnis 90/Die Grünen) erläutert: „Solarmodule auf die Flächen zu stellen, die wenig landwirtschaftlichen Ertrag bringen, schafft einen finanziellen Mehrwert für die Landwirte und schützt gleichzeitig unsere Lebensgrundlagen durch saubere Energie. Es ist angesichts der hohen Abhängigkeit von Energieimporten aus Russland von großem öffentlichen Interesse, sich so schnell wie möglich von fossilen Importen unabhängig zu machen.“
Der Präsident des Thüringer Bauernverbandes (TBV), Klaus Wagner, ergänzt: „Der Ausbau von PV bietet Potenziale für den landwirtschaftlichen Betrieb. PV-Anlagen können für den Landwirt eine Einkommensalternative sein. Es darf aber keine Konkurrenz zwischen Energie- und Lebensmittelproduktion geben. Der Ausbau muss in geordneten Bahnen realisiert werden, sodass die Flächennutzung sinnvoll ist und die landwirtschaftliche Nutzung, aber auch Natur und Landschaft bestmöglich Berücksichtigung finden. Bei jeder Investition müssen die Belange der betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe, aber auch die der Anwohner berücksichtigt werden.“
Sowohl Energieministerium als auch Bauernverband betonen, dass es viele geeignete Flächen für den PV-Ausbau gebe. Die benachteiligten landwirtschaftlichen Flächen, insbesondere das Grünland, können einen Beitrag leisten. Das Gros der Anlagen solle jedoch auf Dächern, versiegelten Flächen, auf Brache- und Konversionsflächen errichtet werden. Das Volumen der Futter- oder Lebensmittelerzeugung solle von PV-Anlagen auf benachteiligten Flächen nicht berührt werden. Landwirtschaft und Kommunen vor Ort gelte es an der Wertschöpfung zu beteiligen. Ebenso gelte es, Projekte voranzutreiben, bei denen gleichzeitig Landwirtschaft und Energie-Ernte möglich seien (Agri-PV-Anlagen). Nur auf diesem Weg könne eine Akzeptanz für PV-Anlagen bei Landwirtinnen und Landwirten, aber auch bei den Anwohnern vor Ort erzielt werden.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Photovoltaik | Solarthermie
Luftaufnahme einer großen Freiflächen-Photovoltaikanlage mit zahlreichen dunkelblauen Solarmodulen, eingebettet in eine grüne Landschaft nahe einer Bahnstrecke und landwirtschaftlichen Flächen. Im Hintergrund ist eine Stadt mit Wohn- und Industriegebäuden zu sehen.

Stadtwerke Speyer: Neue Solaranlage versorgt Wasserwerk

[22.05.2026] Der Solarspezialist Wirsol hat für die Stadtwerke Speyer eine Photovoltaik-Freiflächenanlage mit 2,2 Megawatt Leistung fertiggestellt. Mehr als die Hälfte des erzeugten Stroms soll direkt das Wasserwerk Süd versorgen. mehr...

Fünf Personen mit Schutzhelmen und Warnwesten stehen vor einer großen Freiflächen-Solaranlage. Sie halten ein Schild mit der Aufschrift „Hier entsteht der Solarpark Auhofen“. Im Hintergrund sind lange Reihen von Solarmodulen unter einem bewölkten Himmel zu sehen.

Stadtwerke München: Solarpark in Auhofen vor Fertigstellung

[19.05.2026] Die Stadtwerke München rechnen damit, den Solarpark in Auhofen bei Anzing im Juli fertigzustellen. Nach Angaben des Unternehmens soll die Anlage künftig rund 29 Millionen Kilowattstunden Ökostrom pro Jahr erzeugen. mehr...

Luftaufnahme eines langen Gebäudes mit zahlreichen Solarmodulen auf dem Flachdach. Neben dem Gebäude verlaufen Bahngleise, umgeben von Bäumen und Wohnhäusern. Im Hintergrund sind weitere Gebäude und viel Grünfläche unter klarem blauem Himmel zu sehen.

Köln: Baustart für Mieterstromprojekt

[19.05.2026] In Köln-Ossendorf hat der Bau eines der bislang größten Mieterstromprojekte der Stadt begonnen. Auf 55 Wohngebäuden sollen Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher installiert werden. mehr...

GModG: BSW-Solar begrüßt Stärkung der Solarthermie

[19.05.2026] Das Bundeskabinett will Solarthermie im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz stärken und den Einsatz von Solarkollektoren beim Heizungstausch erleichtern. Der Bundesverband Solarwirtschaft erwartet dadurch neue Impulse für den Wärmemarkt, kritisiert aber zugleich die geplante Deckelung des CO₂-Preises. mehr...

Hameln: Pilotprojekt zum nachhaltigen Wohnungsbau mit PVT-Technologie

[15.05.2026] Eine Wohnanlage in Hameln kombiniert erstmals serielle Holzbauweise mit einer PVT-Anlage und bivalent angebundener Sole-Wasser-Wärmepumpe. Das ISFH untersucht nun bis Ende 2027, ob das System die angestrebte hohe Energieeffizienz erreicht und sich für den Serienbau eignet. mehr...

München: Mieterstromprojekt in Betrieb genommen

[06.05.2026] Münchner Wohnen und Stadtwerke München haben in Neuhausen das bislang größte Mieterstrom-Photovoltaikprojekt der Landeshauptstadt in Betrieb genommen. Die Anlage versorgt rund 1.000 Haushalte mit lokal erzeugtem Solarstrom und zeigt, wie städtische Wohnungsbestände schneller zur Energiewende beitragen können. mehr...

BSW-Solar: Zubau lässt nach

[06.05.2026] Der Photovoltaik-Ausbau in Deutschland ist schwach ins Jahr 2026 gestartet. Vor allem bei Dachanlagen für Privathaushalte und Unternehmen brechen die Neuinstallationen ein – ausgerechnet vor einer möglichen weiteren Kürzung der Förderbedingungen. mehr...

Greenovative: Satzungsbeschlüsse für vier Solarparkprojekte erhalten

[06.05.2026] Greenovative hat für vier neue Solarparkprojekte in Bayern die Satzungsbeschlüsse der Gemeinden erhalten. Damit rücken Anlagen mit zusammen mehr als 41 Megawatt peak Leistung in die konkrete Bauplanung vor und erweitern das genehmigungsreife Projektportfolio des Nürnberger Entwicklers. mehr...

Kaiserslautern: Photovoltaikanlagen erhalten Batteriespeicher

[04.05.2026] Kaiserslautern rüstet mehrere städtische Gebäude mit Batteriespeichern für bestehende Photovoltaikanlagen aus. Die zusätzlichen Speicher sollen den Eigenverbrauch deutlich steigern, Energiekosten senken und sind Teil eines größeren kommunalen Klimaschutzprogramms. mehr...

Stadtwerke Schwäbisch Hall: Bislang größte PV-Anlage in Betrieb genommen

[27.04.2026] Die Stadtwerke Schwäbisch Hall haben ihre bislang größte Photovoltaikanlage mit 10,8 Megawatt peak in Betrieb genommen. Die Anlage versorgt rechnerisch über 3.000 Haushalte und eröffnet Bürgern zugleich neue Beteiligungsmöglichkeiten an der regionalen Energiewende. mehr...

Lübeck: Neuer Solarthermiepark vorgestellt

[22.04.2026] Der neue Solarthermiepark im Lübecker Stadtteil Moisling speist CO₂-neutrale Wärme in das Fernwärmenetz ein. Die Anlage deckt bereits einen zweistelligen Anteil des lokalen Bedarfs und gilt als zentraler Baustein der kommunalen Wärmewende. mehr...

Stuttgart: Weitere PV-Anlagen auf Schuldächern

[21.04.2026] Neue Photovoltaikanlagen auf zwei Stuttgarter Schulgebäuden steigern die lokale Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen. Die Projekte liefern jährlich rund 140.000 Kilowattstunden und senken den CO₂-Ausstoß deutlich. mehr...

Mecklenburg-Vorpommern: Flächenkontingent für Solarparks erhöht

[20.04.2026] Mecklenburg-Vorpommern weitet die Möglichkeiten für Freiflächen-Photovoltaikanlagen aus. Das bisherige Kontingent wird nach Angaben des Landes über Zielabweichungsverfahren auf insgesamt 10.000 Hektar erhöht. mehr...

Zwei Personen stehen auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses in Hamburg zwischen mehreren Solarmodulen und sprechen miteinander. Im Hintergrund sind weitere Wohnhäuser zu sehen, deren Dächer ebenfalls mit Photovoltaikanlagen ausgestattet sind. Das Bild zeigt ein Mieterstromprojekt mit gemeinschaftlicher Solarstromnutzung in einem Wohnquartier.

Green Planet Energy: Mieterstrom ohne Vergütung unwirtschaftlich

[14.04.2026] Der geplante Wegfall der Einspeisevergütung für kleine Solaranlagen könnte Mieterstromprojekte deutlich bremsen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft im Auftrag von Green Planet Energy. mehr...

Solarcarports: Tragwerk macht den Unterschied

[07.04.2026] Solarcarports scheitern in Deutschland häufig an der Tragwerksplanung statt an der Photovoltaiktechnik. Mit wachsendem Flächendruck und politischen Vorgaben rückt damit die ingenieurtechnische Qualität als entscheidender Erfolgsfaktor in den Fokus. mehr...