Dienstag, 3. Februar 2026

UmweltbundesamtFinale Treibhausgasbilanz 2021

[30.01.2023] Die endgültigen Zahlen zu den Treibhausgasemissionen für das Jahr 2021 liegen vor. Deutschland konnte die europäischen Emissionsminderungsziele für dieses Jahr vollständig einhalten.

Deutschland hat die europäischen Emissionsminderungsziele für das Jahr 2021 vollständig erreicht. Wie das Umweltbundesamt (UBA) mitteilt, zeigen dies die endgültigen Daten zu den Treibhausgasemissionen für dieses Jahr.
Demnach wurden in Deutschland im Jahr 2021 insgesamt 759,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente emittiert. Das seien rund 29,6 Millionen Tonnen oder vier Prozent mehr als 2020 und 39 Prozent weniger als 1990. Gestiegen seien vor allem die Emissionen der Energiewirtschaft und der Industrie, während die CO2-Emissionen der Haushalte und der Landwirtschaft zurückgegangen seien.
Das geht aus Berechnungen hervor, die das UBA der Europäischen Kommission übermittelt hat. Mit rund 403 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten im Nicht-Emissionshandelsbereich (vor allem Verkehr und Gebäude) könne Deutschland im Jahr 2021 sein Budget im ersten Jahr der europäischen Zielverpflichtung unter der Effort-Sharing-Regelung (ESR) einhalten.

Anstieg in der Energiewirtschaft

In der Energiewirtschaft sei es im Jahr 2021 zu einem Anstieg der Treibhausgasemissionen um 27 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente beziehungsweise 12,5 Prozent gekommen. Besonders deutlich seien die Emissionen aus der Stein- und Braunkohlenverstromung aufgrund des erhöhten Kohleeinsatzes gestiegen. Der Einsatz von emissionsärmerem Erdgas habe dagegen schon in der zweiten Jahreshälfte aufgrund der deutlich gestiegenen Gaspreise abgenommen. Die wesentlichen Gründe für den erhöhten Einsatz fossiler Energieträger zur Stromerzeugung sei die im Vergleich zum Vorjahr um 17,5 Terawattstunden (TWh) deutlich verringerte Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien gewesen, insbesondere die geringere Windstromerzeugung und ein um 14,9 TWh gestiegener Bruttostromverbrauch. 
Auch in der Industrie seien die Emissionen im Jahr 2021 gestiegen: um 4,3 Prozent oder 7,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Verantwortlich dafür seien vor allem die anziehende Konjunktur nach der Corona-Krise und der vermehrte Einsatz fossiler Brennstoffe. Den stärksten prozentualen Anstieg gab es in der Stahlindustrie, wo die Rohstahlproduktion um rund zwölf Prozent zunahm.

Anstieg im Straßenverkehr

Die Emissionen des Verkehrs seien 2021 im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent auf 147 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente gestiegen. Dieser Anstieg sei vor allem auf den Straßenverkehr zurückzuführen. Während die Fahrleistung und der gesamte Kraftstoffabsatz im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert blieben, wurden weniger Biokraftstoffe eingesetzt, was zu einem Anstieg der Emissionen führte. Gegenüber dem Niveau vor der Corona-Pandemie (2019) sei die Fahrleistung im Straßenverkehr – mit Ausnahme des Güterverkehrs – weiter deutlich zurückgegangen.
Dagegen seien die Emissionen im Gebäudebereich um 5,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente oder 4,2 Prozent zurückgegangen. Die Emissionsminderung sei im Wesentlichen als Sondereffekt auf einen deutlich geringeren Heizölverbrauch zurückzuführen. Die Heizöllager seien aufgrund der günstigen Preise und in Erwartung des Emissionshandelsgesetzes bereits für die Jahre 2019 und 2020 erheblich aufgestockt worden. Der Erdgasverbrauch sei dagegen witterungsbedingt angestiegen.

Schweinezahlen massiv gesunken

Auch in der Landwirtschaft seien die Treibhausgasemissionen leicht um rund 1,1 Millionen Tonnen auf 61,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente zurückgegangen. Hier habe sich der Trend der letzten Jahre zu sinkenden Tierzahlen fortgesetzt. Die Rinderbestände seien um 2,3 Prozent zurückgegangen, die Schweinebestände um 9,2 Prozent. Dadurch sei weniger Gülle angefallen, die Emissionen seien ebenfalls zurückgegangen (minus 4,0 Prozent gegenüber 2020). Die deutliche Unterschreitung der festgelegten jährlichen Emissionsmenge sei aber vor allem auf methodische Verbesserungen bei der Emissionsberechnung zurückzuführen.
Mit 89,4 Prozent habe auch im Jahr 2021 Kohlendioxid (CO2) die Treibhausgasemissionen dominiert – vor allem aus der Verbrennung fossiler Energieträger. Die restlichen Emissionen verteilten sich auf Methan (CH₄) mit 5,4 Prozent und Lachgas (N₂O) mit knapp 3,7 Prozent, wobei der Bereich Landwirtschaft dominiere. Gegenüber 1990 seien die Emissionen von Kohlendioxid um 35,6 Prozent, von Methan um 65,5 Prozent und von Lachgas um 52,0 Prozent zurückgegangen.
Fluorierte Treibhausgase (F-Gase) machten insgesamt nur etwa 1,5 Prozent der Treibhausgasemissionen aus, hätten aber zum Teil ein sehr hohes Treibhauspotenzial. Seit 1995 seien die Emissionen fluorierter Treibhausgase um 32,0 Prozent zurückgegangen.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Klimaschutz

Hamburg: Forschungsgebäude für Energiewende geplant

[03.02.2026] Die Freie und Hansestadt Hamburg plant am Energie-Campus der HAW Hamburg ein neues Forschungsgebäude für die Energiewende. Rund 20 Millionen Euro fließen in Labore, Büros und einen Showroom für Zukunftstechnologien, der 2028 in Betrieb gehen soll. mehr...

Rheinland-Pfalz: Ausbau der Erneuerbaren nimmt zu

[27.01.2026] Der Ausbau der erneuerbaren Energien in Rheinland-Pfalz hat 2025 deutlich zugelegt, insbesondere bei Windenergie-Genehmigungen und Photovoltaik-Zubau. Nach Angaben des Klimaschutzministeriums sieht sich das Land damit auf Kurs in Richtung Klimaneutralität bis 2040. mehr...

KlimaAgentur Hamm: Auf vier weitere Jahre

[22.01.2026] Die KlimaAgentur Hamm wird für weitere vier Jahre beauftragt und setzt ihren Beratungs- und Unterstützungsauftrag für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen fort. Neue Schwerpunkte liegen auf sozialverträglicher Energiewende, klimaneutraler Mobilität und dem Ausbau des Beratungsangebots. mehr...

Rhein-Lahn-Kreis: Klimaschutzportal bündelt Daten

[22.01.2026] Der Rhein-Lahn-Kreis stellt mit einem regionalen Klimaschutzportal eine zentrale Online-Plattform für klimarelevante Daten, Förderangebote und Aktivitäten bereit. Das Portal soll Transparenz schaffen, Information bündeln und perspektivisch mehr Beteiligung ermöglichen. mehr...

Verbandsgemeinde Schweich: Maßnahmenpaket für Energiewende

[21.01.2026] Die Verbandsgemeinde Schweich baut ihre Eigenstromerzeugung massiv aus und organisiert die Energiewende künftig über eine neue Anstalt des öffentlichen Rechts. Photovoltaik, Strombilanzkreis und geplante Wärmenetze sollen den Weg zur klimaneutralen kommunalen Energieversorgung beschleunigen. mehr...

Kreis Borken: Positive Bilanz zu Beratungsangeboten

[21.01.2026] Der Klimakreis Borken zieht für 2025 eine positive Bilanz seiner Informationsangebote zur energetischen Sanierung und kündigt für 2026 neue Beratungstage und Veranstaltungsformate an. Nach Angaben des Netzwerks stießen insbesondere Vorträge, Klimawochen und Energiechecks auf große Resonanz in der Bevölkerung. mehr...

Enzkreis: Bis 2040 treibhausgasneutral

[19.01.2026] Der Landkreis Enz setzt auf den Ausbau von Solar- und Windenergie sowie auf Beratung und Beteiligung. Dafür wurde er von der AEE zur Energie-Kommune des Monats gekürt. mehr...

Klimaaktive Kommune: Aufruf zur Teilnahme an Wettbewerb

[09.01.2026] Das Deutsche Institut für Urbanistik ruft Kommunen zur Teilnahme am Wettbewerb Klimaaktive Kommune 2026 auf. Ausgezeichnet werden erfolgreich umgesetzte Klimaschutzprojekte, die mit jeweils 40.000 Euro Preisgeld gefördert werden. mehr...

Sächsische Energieagentur: Energieportal erweitert

[06.01.2026] Das Energieportal Sachsen der Sächsischen Energieagentur wird um mehrere neue Kategorien erweitert. Ziel ist es, Kommunen, Unternehmen und Bürgern einen noch besseren Überblick über qualifizierte Akteure im Bereich Energie und Klimaschutz zu geben. mehr...

Stadtwerke Rostock: Waldaktie als Goodie

[12.12.2025] Die Stadtwerke Rostock verknüpfen ab 2026 neue Regionaltarife für Strom und Gas mit dem Erwerb der Waldaktie. Damit steigt nach Angaben des Klimaschutzministeriums die Nachfrage nach dem seit fast zwei Jahrzehnten erfolgreichen Ökowertpapier weiter. mehr...

BDEW/ZSW: Erneuerbare decken 2025 fast 56 Prozent des Stromverbrauchs

[11.12.2025] Erneuerbare Energien lieferten 2025 nach Berechnungen von ZSW und BDEW knapp 56 Prozent des deutschen Stromverbrauchs. Trotz schwachem Windjahr stützte vor allem der starke Photovoltaikzubau das Plus. mehr...

Stuttgart: Energiekommune dank Bildung und Sparen

[09.12.2025] Stuttgart will spätestens 2035 klimaneutral sein. Die Stadt arbeitet seit vielen Jahren an ihrem Energiemanagement und unterstützt auch Bürger beim Energiesparen. Schulen spielen dabei eine zentrale Rolle. mehr...

AEE: Tool soll Klimaschutz und Energiewende vermitteln

[28.11.2025] Ein neues mehrsprachiges Online-Tool soll Kommunen und Institutionen helfen, Klimaschutz und Energiewende verständlich zu vermitteln. Entwickelt wurde das kostenlose Awareness Toolkit im Rahmen des vom Auswärtigen Amt geförderten Projekts Energiewende Partnerstadt 3.0. mehr...

Difu: Sechs klimaaktive Kommunen ausgezeichnet

[27.11.2025] Sechs Kommunen erhalten im Wettbewerb Klimaaktive Kommune 2025 jeweils 40.000 Euro für besonders gelungene Klimaschutzprojekte. Ziel des vom Deutschen Institut für Urbanistik ausgelobten Wettbewerbs ist es, wirksame lokale Maßnahmen sichtbar zu machen und Nachahmer zu finden. mehr...

Osnabrück: Erster Klima-Abend

[25.11.2025] In Osnabrück haben vergangene Woche rund 200 Gäste beim ersten Klima-Abend der Stadt über Wege zur Klimaneutralität 2040 diskutiert. Die Veranstaltung bot laut Stadt Einblicke in zentrale Handlungsfelder und viel Raum für direkten Austausch. mehr...