WärmeplanungsgesetzRückenwind für Bioenergie
Der Deutsche Bundestag hat in der vergangenen Woche das Wärmeplanungsgesetz (WPG) verabschiedet und dabei nach Ansicht des Bundesverbands Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) deutliche Verbesserungen für die Bioenergie gegenüber dem ursprünglichen Entwurf erreicht. B.KWK-Präsident Claus-Heinrich Stahl erklärt: „Die Verabschiedung des Wärmeplanungsgesetzes ist ein wichtiger Schritt zur Defossilisierung der Wärmeversorgung.“ Er fordert jedoch, dass darüber hinaus bestehende ordnungsrechtliche Hemmnisse für die energetische Nutzung von Biomasse beseitigt werden.
Das Gesetz sieht vor, dass bis 2030 bundesweit die Hälfte der leitungsgebundenen Wärme aus erneuerbaren Energien oder nicht vermeidbarer Abwärme stammen muss. Die Länder sind verpflichtet, bis zum 30. Juni 2028 (für Gemeinden bis 100.000 Einwohner) und bis zum 30. Juni 2026 (für Gemeinden über 100.000 Einwohner) einen Wärmeplan vorzulegen. Die Bundesregierung hat bei der Ausgestaltung des WPG Empfehlungen der energiewirtschaftlichen Verbände, auch des B.KWK, berücksichtigt. Die Anpassungen betreffen unter anderem:
Fristenverschiebung für neue Netze: Ab dem 1. März 2025 müssen mindestens 65 Prozent der jährlichen Nettowärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien oder aus nicht vermeidbarer Abwärme stammen.
Begrenzung des Biomasseanteils bei größeren Netzen: Bei Netzen ab 50 Kilometern Länge wird der aus Biomasse zu deckende Wärmeanteil auf 25 Prozent begrenzt, ab dem 1. Januar 2045 auf 15 Prozent. Damit sollen insbesondere kleinere Netze entlastet werden.
Ausnahme für Bestandsanlagen: Bestandsanlagen und bereits genehmigte Biomasseanlagen sind von den neuen Regelungen ausgenommen.
Das Wärmeplanungsgesetz tritt zusammen mit dem Gebäudeenergiegesetz am 1. Januar 2024 in Kraft. Ergänzend sind Änderungen des Baugesetzbuchs und des Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetzes vorgesehen, um die Umsetzung der Wärmeplanung in der Bauleitplanung zu unterstützen.
Claus-Heinrich Stahl betont, dass neben der neuen Gesetzgebung weitere Maßnahmen notwendig sind, um die Potenziale der energetischen Biomassenutzung voll auszuschöpfen. Durch den vorläufigen Stopp des Klima- und Energiefonds, der auch die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) betrifft, sei eine Anpassung des Biomasse-Deckels im BEW an die Regelungen des Wärmegesetzes notwendig. Stahl betont: „Um die vorhandenen Potenziale auszuschöpfen, muss der Staat Anreize und Investitionssicherheit schaffen.“
VKU: Strategie für grüne Gase gefordert
[15.10.2026] Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßt erste Eckpunkte des Bundeswirtschaftsministeriums für eine Grüngasquote, sieht aber noch erhebliche offene Fragen. Vor allem müsse die Bundesregierung klären, woher die benötigten Mengen an grünen Gasen kommen sollen und welche Kosten auf die Verbraucher zukommen. mehr...
Kiel: Erprobung von Kohlendioxid-Langzeitspeicherung
[01.10.2026] Die Stadt Kiel und das Start-up Planeteers wollen im Klärwerk Bülk ein Verfahren zur langfristigen Speicherung von Kohlendioxid in der Ostsee erproben. Die geplante Pilotanlage soll jährlich bis zu 625 Tonnen CO₂ binden; das Geomar untersucht mögliche Auswirkungen auf die Meeresumwelt. mehr...
Interview: Dezentral denken
[21.09.2026] Die Bundesregierung plant den Bau neuer Gaskraftwerke. Martin Lass hält es jedoch für sinnvoller, einen Teil der benötigten Leistung durch bestehende Biogasanlagen bereitzustellen. Im Interview mit stadt+werk erläutert er das Potenzial der Bioenergie. mehr...
Biomethan: Verbände fordern bessere Rahmenbedingungen
[17.09.2026] DVGW und Fachverband Biogas sehen in Biomethan einen wichtigen Baustein für die Energiewende. Um die heimischen Potenziale stärker zu erschließen, fordern die Verbände langfristige Anschlussgarantien sowie mehr Planungssicherheit für Anlagen- und Netzbetreiber. mehr...
AEE: Integration von Biogasanlagen in Wärmeplanung
[02.09.2026] Sechs Kommunen erproben im Projekt LKFlex, wie flexible Biogasanlagen in die kommunale Wärmeplanung integriert werden können. Im Fokus stehen dabei die Nutzung von Abwärme und die flexible Stromerzeugung als Ergänzung zu Wind- und Solarenergie. mehr...
Eifelkreis Bitburg-Prüm: An der Spitze bei Bioenergie
[25.08.2026] Der Eifelkreis Bitburg-Prüm verfügt über die höchste installierte Bioenergie-Leistung unter den Kommunen in Rheinland-Pfalz. Mit knapp 31 Megawatt entfallen rund ein Sechstel der landesweit installierten Leistung und fast ein Viertel der Anlagen auf den Landkreis. mehr...
Green Planet Energy: Biomethan aus Morschen
[07.08.2026] Die Energiegenossenschaft Green Planet Energy baut eine Biogasanlage im hessischen Morschen zu einem Biomethanstandort aus. Das Projekt soll nachhaltiges Gas aus landwirtschaftlichen Reststoffen liefern und den erneuerbaren Anteil der Gasversorgung weiter erhöhen. mehr...
Lahr: Bau von Biomasse-Anlage
[03.08.2026] MVV Enamic baut für die Rubinmühle in Lahr eine Biomasse-Anlage zur Erzeugung von Prozessdampf aus Haferschalen. Das Projekt soll Erdgas ersetzen, CO2-Emissionen senken und zeigt, wie Industrieunternehmen Produktionsreststoffe energetisch nutzen können. mehr...
EEG-Novelle: Kritik aus der Biogasbranche
[22.07.2026] Ein Netzwerk der Biogasbranche kritisiert den Entwurf zur EEG-Novelle als existenzielle Bedrohung für bestehende Biogasanlagen. Nach Ansicht der Flexperten gefährden die geplanten Ausschreibungsregeln Versorgungssicherheit, Wärmewende und ländliche Wertschöpfung – und fordern deutliche Nachbesserungen. mehr...
Cuxhaven: Biovergärungsanlage macht Baufortschritte
[09.03.2026] Am Entsorgungszentrum Pennigbüttel entsteht eine Biovergärungsanlage, die Bioabfälle aus vier Kommunen zu Biogas und Kompost verarbeitet. Ein Jahr nach dem Spatenstich melden die Betreiber deutliche Baufortschritte und starten nach der Winterpause den nächsten Bauabschnitt. mehr...
Weikersheim: Baustart von Rohbiogasleitung
[05.03.2026] In Weikersheim entsteht eine 4,3 Kilometer lange Rohbiogasleitung mit zwei Satelliten-Blockheizkraftwerken für die kommunale Wärmeversorgung. Das vom Land Baden-Württemberg mit 300.000 Euro geförderte Projekt soll jährlich bis zu 500.000 Liter Heizöl ersetzen und gilt als Modell für den ländlichen Raum. mehr...
Hauptstadtbüro Bioenergie: Kritik am Entwurf des Netzentwicklungsplans
[19.01.2026] Der aktuelle Entwurf des Netzentwicklungsplans blendet nach Ansicht der Bioenergiebranche erneut das Potenzial von Biomasse und Biogas aus. Das Hauptstadtbüro Bioenergie kritisiert eine realitätsferne Fortschreibung früherer Annahmen trotz veränderter energiepolitischer Rahmenbedingungen. mehr...
Stadtwerke Flensburg: Gemeinde übernimmt Biomasse-Heizkraftwerk
[08.01.2026] Zum 1. Januar 2026 hat die Gemeinde Langballig das Biomasse-Heizkraftwerk von den Stadtwerken Flensburg übernommen. Damit geht eine seit mehr als drei Jahren vorbereitete Übertragung der klimaneutralen Wärme- und Stromerzeugung in kommunale Verantwortung über. mehr...
Biogasrat: Warnung vor Wettbewerbsnachteilen
[12.12.2025] Der Biogasrat warnt, dass der neue Kabinettsentwurf zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungsquote die Existenz mittelständischer Produzenten fortschrittlicher Biokraftstoffe gefährde. mehr...
Neutraubling: Biomasseheizwerk ans Wärmenetz gegangen
[08.12.2025] REWAG hat in Neutraubling jetzt ein Biomasseheizwerk offiziell in Betrieb genommen. Die Anlage soll das Wärmenetz stabilisieren und ein weiterer Schritt zur Dekarbonisierung sein. mehr...












