Ostdeutsches EnergieforumKlimapolitik beeinflusst Ostwahlen
Der Ausgang der bevorstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland könnte stark durch die derzeitige Energie- und Klimapolitik beeinflusst werden. Das hat das aktuelle Stimmungsbarometer Energiewende der ostdeutschen Unternehmerverbände ergeben.
Eine deutliche Mehrheit der Unternehmer in der nicht repräsentativen Befragung sieht demnach eine besondere Bedeutung für die zu erwartenden Wahlergebnisse in Sachsen, Thüringen und Brandenburg. Gleichzeitig halten zwei Drittel der befragten Unternehmen die Energiewende für sehr wichtig für den Wirtschaftsstandort Ostdeutschland.
Schlechte Umsetzung
„Die schlechte Umsetzung der Energiewende durch die Politik führt seit langem zu erheblichem Frust bei den Unternehmern. Und durch die hohen Energiepreise und übertriebenen bürokratischen Regularien haben immer mehr Unternehmen große Sorge um ihre Wettbewerbsfähigkeit“, kritisierte der Sprecher der Interessengemeinschaft der Unternehmerverbände Ostdeutschlands und Berlin und Präsident des UV Brandenburg-Berlin, Burkhardt Greiff.
Dabei geht den meisten Unternehmen der Ausbau der erneuerbaren Energien deutlich zu langsam voran. Über 60 Prozent der befragten Unternehmen äußerten sich daher kritisch zur Ausbaugeschwindigkeit. Den geplanten Kohleausstieg hält eine Mehrheit der Unternehmen demgegenüber für grundsätzlich richtig. Das Ausstiegsjahr 2038 halten die meisten dabei auch für einen passenden Zeitpunkt.
Wunsch nach Kernenergie
Ganz anders ist die Haltung zum Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie. 53 Prozent der befragten Unternehmen halten den Ausstieg für falsch. Ein großer Teil wünscht sich, über eine zukünftige weitere Nutzung neu zu verhandeln.
„Unser Stimmungsbarometer Energiewende zeigt auf, dass Energiepolitik in Deutschland Ideologiefreiheit und Technologieoffenheit braucht. Bei jeglichen Maßnahmen benötigen wir die Akzeptanz der Kommunen, Bürger und der Unternehmen: Das setzt die notwendigen Kräfte frei und treibt nachhaltig an. Wir wollen die Energiewende zu wirtschaftlichem, zukunftsfähigem Erfolg voranbringen. Das gelingt nur mit Sozialverträglichkeit und Augenmerk, besonders für die KMU. Dazu gehört auch, dass die Politik Preissteigerungen für Bürger im Rahmen der Energiewende ehrlich kommuniziert und das Überbringen der schlechten Nachricht nicht den Unternehmen überlässt“, forderte Sachsens Unternehmerpräsident Dietrich Enk.
Die Angaben entstammen dem aktuellen Stimmungsbarometer Energiewende der Interessengemeinschaft der Unternehmerverbände Ostdeutschlands und Berlin in einer Verbandsumfrage vom August 2024. In der nicht repräsentativen Untersuchung sind rund einhundert Unternehmen aus Sachsen, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin zu ihren Einschätzungen der Energiewende befragt worden.
Das Stimmungsbarometer dient auch der Vorbereitung des 15. Ostdeutschen Energieforums OEF, das am 17. und 18. September unter der Schirmherrschaft von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck im Leipziger Gewandhaus stattfindet. An den Panels nehmen namhafte Unternehmensvertreter sowie Experten aus Wissenschaft und Politik teil.
BDEW/VKU: Stellungnahme zum Brandanschlag
[02.09.2026] Nach dem Angriff auf ein Umspannwerk in Turnow-Preilack haben sich BDEW und VKU zum Schutz Kritischer Energie-Infrastruktur geäußert. Beide Verbände fordern Konsequenzen, unterscheiden sich aber in der Frage, welche Rolle Staat und Betreiber beim Schutz der Stromnetze übernehmen sollen. mehr...
Bundesregierung: Eckpunkte für ein Wärmenetzpaket beschlossen
[28.08.2026] Die Bundesregierung hat Eckpunkte für ein neues Wärmenetzpaket beschlossen. Der geplante Rechtsrahmen soll Investitionen erleichtern und zugleich Preise sowie Verbraucherrechte neu regeln. mehr...
RWE/Amprion: Stromanbieter kritisieren geplante Übernahme
[19.08.2026] Die geplante Übernahme von Amprion durch RWE stößt bei vier Ökostromanbietern auf Kritik. Sie fordern von der Bundesnetzagentur eine neue Prüfung, weil sie Risiken für Wettbewerb, Netzunabhängigkeit und den Zugang zu Flexibilitätsmärkten sehen. mehr...
Windenergie-auf-See-Gesetz: VKU fordert Ausbau mit Augenmaß
[19.08.2026] Der VKU fordert für den weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie mehr Wettbewerb und eine stärkere Orientierung am tatsächlichen Stromertrag. Zur Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes schlägt der Verband unter anderem ein niedrigeres Ausbauziel und kleinere Ausschreibungsflächen vor. mehr...
Interview: Schocks absorbieren
[10.08.2026] Die Energiebranche fordert klare Regeln für den Schutz Kritischer Infrastrukturen. stadt+werk sprach mit Kerstin Andreae, BDEW, und Ingbert Liebing, VKU, über die Bedrohungslage und mögliche Wege zu höherer Sicherheit. mehr...
Verband Region Stuttgart: Ausbau der Stromnetze beschleunigen
[06.08.2026] Der Verband Region Stuttgart und zahlreiche Partner wollen den Ausbau der Stromnetze in der Region beschleunigen. Eine gemeinsame Absichtserklärung soll Planungs- und Genehmigungsverfahren vereinfachen und die Zusammenarbeit von Kommunen, Netzbetreibern und Stadtwerken stärken. mehr...
Bundesregierung: StromVKG verabschiedet
[04.08.2026] Das neue Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz schafft den Rahmen für zusätzliche flexible Stromkapazitäten. Es soll die Versorgung auch bei wachsendem Anteil erneuerbarer Energien und dem Kohleausstieg absichern. mehr...
EEG-Novelle/Netzanschlusspaket: Stellungnahmen zu Reformschritten
[29.07.2026] Das Bundeskabinett hat heute die Entwürfe für die EEG-Novelle und das Netzanschlusspaket beschlossen. Energieverbände begrüßen den Reformkurs, verlangen im parlamentarischen Verfahren aber an zentralen Punkten Änderungen. mehr...
Thüringen: Energie-Anlagen schneller genehmigen
[28.07.2026] Thüringen will Genehmigungsverfahren für Industrie- und Energie-Anlagen weiter beschleunigen. Neue Vorgaben und organisatorische Maßnahmen sollen Investitionen sowie den Ausbau der Energie-Infrastruktur erleichtern, ohne den Umweltschutz zu schwächen. mehr...
Politik: Stellungnahmen zur EEG-Novelle und zum Netzanschlusspaket
[24.07.2026] Die Referentenentwürfe zur EEG-Novelle und zum Netzanschlusspaket stoßen bei Ländern und Verbänden auf ein geteiltes Echo. Während einige Akteure Nachbesserungen verlangen, sehen andere wichtige Fortschritte – fordern aber mehr Zeit und einen strukturierten Dialog vor dem Kabinettsbeschluss. mehr...
Sokratherm: Politische Entscheidungen verbessern Bedingungen für KWK
[22.07.2026] Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz und ein EuGH-Urteil stärken die Rahmenbedingungen für Kraft-Wärme-Kopplung. Beide Entscheidungen könnten den Einsatz von Blockheizkraftwerken erleichtern und die anstehende Reform des KWK-Gesetzes beeinflussen. mehr...
EEG-Novelle: Kritik aus der Biogasbranche
[22.07.2026] Ein Netzwerk der Biogasbranche kritisiert den Entwurf zur EEG-Novelle als existenzielle Bedrohung für bestehende Biogasanlagen. Nach Ansicht der Flexperten gefährden die geplanten Ausschreibungsregeln Versorgungssicherheit, Wärmewende und ländliche Wertschöpfung – und fordern deutliche Nachbesserungen. mehr...
Energiewende: Hybridlösungen statt neuer Lock-ins
[14.07.2026] Die Kraftwerksstrategie des Bundes setzt auf zentrale Großprojekte – doch die kommen zu spät und schaffen neue Abhängigkeiten. Kommunale Hybridlösungen aus KWK, Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und Speichern bieten einen schnelleren, resilienteren Weg. mehr...
Naturstrom: Weniger Negativpreise
[07.07.2026] An der Strombörse gab es im ersten Halbjahr 2026 deutlich weniger Stunden mit negativen Preisen als im Vorjahr. Eine Analyse zeigt, warum die Preise trotz der globalen Energiekrise insgesamt stabil blieben und welche Rolle erneuerbare Energien und Flexibilität dabei spielen. mehr...
TenneT: Bund steigt ein
[06.07.2026] Der Bund hat seine Beteiligung am Stromübertragungsnetzbetreiber TenneT Germany abgeschlossen. Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hält der Staat nun 25,1 Prozent der Anteile. Nach Angaben der Bundesregierung soll damit der Ausbau des Stromübertragungsnetzes unterstützt werden. mehr...












