Montag, 5. Oktober 2026

Nordrhein-WestfalenWärmeplanung auf Kurs

[25.11.2024] Eine Umfrage von NRW.Energy4Climate zeigt, dass viele Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen ihre Wärmeplanung bereits vorantreiben. Zwei Drittel der Kommunen arbeiten dabei eng mit Stadtwerken oder lokalen Energieversorgern zusammen.

Grafische Darstellung der Ergebnisse der Umfrage „Kommunale Wärmeplanung in NRW“.

(Bildquelle: NRW.Energy4Climate)

Die Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate hat zum zweiten Mal den Stand der Wärmeplanung in den Kommunen Nordrhein-Westfalens untersucht. Das Ergebnis: Die Mehrheit der teilnehmenden Städte und Gemeinden ist bereits aktiv in den Planungsprozess eingebunden. Sie seien auf einem guten Weg, die gesetzlichen Fristen einzuhalten. Diese sehen vor, dass größere Kommunen ihre Wärmeplanung bis 2026, kleinere bis 2028 abgeschlossen haben müssen.

Kamp-Lintfort hat Wärmeplan schon beschlossen

Nach der Umfrage, an der sich 112 von insgesamt 396 Kommunen in NRW beteiligten, haben rund 40 Prozent der Befragten bereits mit der Planung begonnen, über 28 Prozent sind sogar schon weit fortgeschritten. Nur noch zehn Prozent gaben an, zunächst abwarten zu wollen – ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr, als noch 20 Prozent diese Position vertraten. Weitere 21 Prozent der befragten Kommunen befinden sich derzeit in der Vorbereitungsphase.

Einige Kommunen haben ihre Wärmepläne sogar schon vor dem Stichtag fertiggestellt. Laut der Landesgesellschaft werden Coesfeld und Borken die inhaltliche Erarbeitung des kommunalen Wärmeplans zum Jahresende abschließen, Mönchengladbach plant den Ratsbeschluss im Dezember und als eine der ersten Kommunen bundesweit hat Kamp-Lintfort bereits seinen beschlossenen Wärmeplan veröffentlicht.

Enge Zusammenarbeit mit Stadtwerken

Laut der Erhebung arbeiten zwei Drittel der Kommunen bei der Erstellung ihrer Wärmepläne eng mit Stadtwerken oder lokalen Energieversorgern zusammen. Diese Zusammenarbeit soll durch das in Kürze zu erwartende Landeswärmeplanungsgesetz NRW gestärkt werden, das den Austausch mit allen relevanten Akteuren wie Energieversorgern, Wohnungswirtschaft und Bürgerenergiegenossenschaften vorschreibt. Ziel ist es, qualitativ hochwertige Wärmepläne zu erstellen, die später auch gut umgesetzt werden können.

Bei den eingesetzten Energieträgern zeichnet sich ein klarer Trend ab. Wasserstoff und Biomethan werden eher als ergänzende Lösungen gesehen, während erneuerbare Energiequellen wie Umweltwärme, Abwärme, Abwasser oder Geothermie deutlich mehr Potenzial bieten.

Wärmeplanungsgesetz NRW setzt den Rahmen

„Die Wärmeplanung in den nordrhein-westfälischen Kommunen kommt richtig in Schwung“, sagt Christian Mildenberger, Geschäftsführer von NRW.Energy4Climate. „Wir sind überzeugt, dass wir diese Entwicklung weiter beflügeln können. Auch wer jetzt erst einsteigt, kann die Wärmeplanung fristgerecht abschließen. Dabei helfen wir neben den bereits bestehenden Förderangeboten auch mit dem Umsetzungsleitfaden, der zum Wärmeplanungsgesetz NRW erscheint.“

Das Landeswärmeplanungsgesetz NRW (wir berichteten), dessen Verabschiedung noch in diesem Jahr erwartet wird, soll den ordnungspolitischen Rahmen setzen. Unter anderem wird die bisherige Förderung durch die Konnexitätszahlung ersetzt. Diese stellt jeder Kommune 165.000 Euro plus 1,36 Euro pro Einwohner für die erstmalige Erstellung des kommunalen Wärmeplans zur Verfügung. Mit diesen Unterstützungsangeboten und der engagierten Arbeit der Kommunen sei Nordrhein-Westfalen auf einem guten Weg, die Wärmeplanung voranzubringen und die Energiewende aktiv zu gestalten, so NRW.Energy4Climate.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung

N-Ergie: Genehmigung für Altholz-Heizkraftwerk

[05.10.2026] N-Ergie hat die Genehmigung für ein neues Altholz-Heizkraftwerk am Standort Nürnberg-Sandreuth erhalten. Die Anlage soll ab Ende 2029 Strom und Fernwärme erzeugen und bis zu 40 Megawatt thermische Leistung bereitstellen. mehr...

Naturstrom: Kölner Quartier wird mit Solarstrom und Wärmepumpe versorgt

[02.10.2026] Ein neues Wohnquartier in Köln-Ehrenfeld wird mit Photovoltaik und Wärmepumpen mit Strom und Wärme versorgt. Naturstrom hat das Energiekonzept für die 91 Wohneinheiten umgesetzt und bereitet zudem alle Tiefgaragenstellplätze für Wallboxen vor. mehr...

Stadtwerke Energie Jena-Pößneck: Großwärmepumpe für Abwasserwärme

[02.10.2026] Die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck konkretisieren ihre Pläne, Abwasserwärme aus der Kläranlage Jena-Zwätzen für das Wärmenetz zu nutzen. Eine Investitionsentscheidung für das Projekt ANIKA soll 2027 fallen. mehr...

Kommunale Wärmeplanung: Umsetzung bleibt unverbindlich

[01.10.2026] Fast alle deutschen Großstädte haben fristgerecht eine kommunale Wärmeplanung vorgelegt. Eine Analyse des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln von 57 Wärmeplänen zeigt jedoch Grenzen des Instruments bei der Umsetzung auf. mehr...

evm/Iqony: Wärmegeschäft in Koblenz gebündelt

[30.09.2026] Energieversorgung Mittelrhein und Iqony bündeln zum 1. Oktober 2026 ihr Wärmegeschäft im Koblenzer Stadtteil Rauental. Die gemeinsame Gesellschaft Wärme Moselbogen soll die bestehenden Netze verbinden und bis 2034 rund 500 weitere Gebäude anschließen. mehr...

dena: Kommunenumfrage zur Wärmeplanung zeigt geteiltes Bild

[29.09.2026] Die kommunale Wärmeplanung kommt voran, doch die Umsetzbarkeit der Pläne wird unterschiedlich beurteilt. Eine Umfrage der Deutschen Energie-Agentur unter 778 Kommunen zeigt zudem Lücken bei eingeplanten Ressourcen und der angenommenen Sanierungsrate. mehr...

Fraunhofer IEG: KI-Plattform soll Wärmeplanung verständlicher machen

[29.09.2026] Das Forschungsprojekt HEATogether will eine KI-gestützte Plattform entwickeln, die Ergebnisse der Wärmeplanung für Kommunen, Energieversorger und Bürger verständlicher aufbereitet. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Vorhaben für drei Jahre mit rund 1,2 Millionen Euro. mehr...

Advertorial: Wärmewende für Stadtwerke finanzierbar machen – Was erfolgreiche Wärmeprojekte ausmacht

[24.09.2026] Die Wärmewende erfordert von Stadtwerken enorme Investitionen – und häufig wird ausgerechnet das knappe Eigenkapital zum Engpass. Wie sich Wärmeprojekte dennoch finanzieren und bis zur Investitionsreife entwickeln lassen und welche Rolle starke Partner dabei spielen, zeigt die Steag Iqony Group. mehr...

Stuttgart: Rechenzentrum versorgt Wärmenetz

[24.09.2026] Im Stuttgarter Synergiepark ist eine neue Wärmeversorgung mit Abwärme aus einem Rechenzentrum in Betrieb gegangen. Das Gebäudenetz soll jährlich rund fünf Gigawattstunden Wärme liefern und bildet den Ausgangspunkt für den weiteren Ausbau der Wärmeversorgung im Quartier. mehr...

Tettnang: Nahwärmenetz geht in Betrieb

[24.09.2026] In Tettnang ist nach 14 Monaten Bauzeit das neue Nahwärmenetz schrittweise in Betrieb gegangen. Die ersten öffentlichen und privaten Gebäude werden seit Mitte September mit Wärme aus regionalen Holzhackschnitzeln versorgt. mehr...

Stadtwerke Münster: Zweite Großwärmepumpe ist in Betrieb

[23.09.2026] Die Stadtwerke Münster haben am Stadthafen ihre zweite Großwärmepumpe in den Regelbetrieb genommen. Die Anlage nutzt Wärme aus dem Dortmund-Ems-Kanal und soll mit zwei Megawatt Leistung Fernwärme für rund 800 Haushalte erzeugen. mehr...

Baden-Württemberg: Aquathermie bietet großes Potenzial

[22.09.2026] Ein Gutachten des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) sieht in Flüssen und Seen ein erhebliches Potenzial für die Wärmeversorgung in Baden-Württemberg. Bis 2030 könnten Gewässerwärmepumpen demnach jährlich mindestens 2,5 Terawattstunden Wärme bereitstellen. mehr...

Waldalgesheim: Solarthermie ergänzt Nahwärmenetz

[22.09.2026] Waldalgesheim erweitert sein seit mehr als 20 Jahren bestehendes Nahwärmenetz um eine Solarthermieanlage. Sie soll künftig rund 26 Prozent des jährlichen Wärmebedarfs decken und den Verbrauch von Holzhackschnitzeln reduzieren. mehr...

Blick über den Main auf die Frankfurter Skyline. Im Vordergrund überquert eine Straßenbahn auf einer Brücke den Fluss, dahinter erheben sich die Hochhäuser der Innenstadt und der Frankfurter Dom.

Frankfurt am Main: Wärmeplan laut Gutachten rechtswidrig

[21.09.2026] Ein vom Bündnis Wärmewende Frankfurt am Main beauftragtes Rechtsgutachten sieht rechtliche Mängel im kommunalen Wärmeplan der Stadt. Das Bündnis fordert deshalb Nachbesserungen vor der geplanten Beschlussfassung am 1. Oktober. mehr...

NRW.Energy4Climate: Wärmewende in Ostwestfalen-Lippe

[21.09.2026] Kommunen und Stadtwerke haben sich in Lemgo über Wege zu einer bezahlbaren und verlässlichen Wärmeversorgung ausgetauscht. Im Mittelpunkt standen die kommunale Wärmeplanung sowie Projekte aus Ostwestfalen-Lippe, die unterschiedliche Ansätze für die Wärmewende verfolgen. mehr...