Baden-WürttembergPhotovoltaikausbau weiterhin auf hohem Niveau

Bruttozubau der Photovoltaikanlagen in Baden-Württemberg im Jahr 2024 nach Landkreisen.
(Bildquelle: Photovoltaik-Netzwerk Baden-Württemberg)
Nach Angaben der Landesregierung Baden-Württemberg konnte das Land 2024 einen neuen Rekord im Ausbau von Photovoltaikanlagen verzeichnen: Insgesamt wurden im vergangenen Jahr Anlagen mit einer Gesamtleistung von 2,1 Gigawatt neu installiert. Damit wurde der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2023 von 2,0 Gigawatt leicht übertroffen. Bereits im Juli 2024 hatte das Land sein Ausbauziel von 1.150 Megawatt erreicht. Im bundesweiten Vergleich belegt Baden-Württemberg mit Nordrhein-Westfalen den zweiten Platz hinter Bayern.
Zuwachs bei Photovoltaik-Freiflächenanlagen
Die Ministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, Thekla Walker (Bündnis 90/Die Grünen), zeigte sich laut einer Mitteilung der Landesregierung zufrieden: „Der Ausbau der Solarenergie schreitet schneller voran als erwartet und bildet einen wesentlichen Pfeiler für die Versorgung Baden-Württembergs mit erneuerbarer und kostengünstiger Energie.“ Besonders positiv hebt sie den Zuwachs bei Photovoltaik-Freiflächenanlagen hervor, deren Ausbau von 300 Megawatt im Jahr 2023 auf 540 Megawatt im Jahr 2024 gesteigert wurde.
Während die Installation von Solaranlagen auf Freiflächen stark zunahm, zeigte sich bei Gebäudedachanlagen ein leichter Rückgang. Hier wurden 2024 durch rund 155.000 neue Anlagen etwa 1,6 Gigawatt installiert, verglichen mit 1,7 Gigawatt im Vorjahr. Auch so genannte Steckersolaranlagen, die auf Balkonen oder Terrassen betrieben werden, erfreuen sich wachsender Beliebtheit: Über 100.000 solcher Anlagen mit einer Gesamtleistung von 90 Megawatt sind mittlerweile gemeldet, wobei laut der Landesregierung von einer Dunkelziffer nicht erfasster Anlagen auszugehen ist.
Regionale Unterschiede beim Ausbau
Innerhalb des Landes zeigt sich ein differenziertes Bild: Während der Main-Tauber-Kreis mit 126 Megawatt neu installierter Leistung Spitzenreiter ist, bildet der Stadtkreis Baden-Baden mit lediglich sechs Megawatt das Schlusslicht. Diese Daten gehen aus einer Analyse der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) hervor, die gemeinsam mit dem Solar Cluster Baden-Württemberg im Rahmen des Photovoltaik-Netzwerks Baden-Württemberg erstellt wurde. Die Dominanz ländlicher Kreise wird darin unter anderem mit der Verfügbarkeit größerer Flächen für Solarparks und privater Dachinstallationen erklärt.
Dashboard mit aktuellen Daten
Für Interessierte bietet die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) ein Online-Dashboard, das die Daten zur Photovoltaik-Entwicklung grafisch aufbereitet. Hier können Nutzer Details zu den Landkreisen sowie zur Entwicklung von Dach- und Freiflächenanlagen einsehen. Die Daten zu den einzelnen Landkreisen basieren auf dem Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur und Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW).
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