Freitag, 25. September 2026

EWE NetzNicht von der Stange

[12.06.2025] Der Energienetzbetreiber EWE Netz hat bereits zahlreiche Kommunen auf dem Weg der Wärmeplanung begleitet. Dabei konnte er wichtige Erkenntnisse zu den Herausforderungen und Fallstricken bei der kommunalen Wärmeplanung sammeln.

Die Energiewende ist eine der größten Transformationsaufgaben unserer Zeit – und sie beginnt direkt vor unserer Haustür. Kommunen spielen eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, klimafreundliche Wärmeversorgung voranzubringen. Doch zwischen ambitionierten Klimazielen und praktischer Umsetzung liegt oft ein weiter Weg. Dennoch haben sich unter anderem im Netzgebiet von EWE Netz viele Kommunen frühzeitig auf den Weg gemacht, um mit der Wärmeplanung den ersten strategischen Schritt in Richtung Wärmwende zu gehen.

Das 15-köpfige Team des Energienetzbetreibers EWE Netz begleitet diesen Weg mit einem ganzheitlichen Angebot, technologischem Know-how und fundierter Praxis­erfahrung aus bereits mehr als zehn erfolgreich abgeschlossenen kommunalen Wärmeplanungen. Weitere 55 Projekte befinden sich Stand April 2025 im Planungsprozess.

Maßgeschneiderte Lösungen

Wärmeplanung ist kein Produkt von der Stange. Jede Kommune bringt ihre eigene Struktur, ihre individuellen Herausforderungen und Entwicklungspotenziale mit. Um dieser Komplexität gerecht zu werden, bietet EWE Netz zwar etablierte Standards, aber zugleich ein individuell geschnürtes Lösungspaket an – vom ersten Datenabgleich bis hin zur ersten maßnahmenbezogenen Analyse. Zudem stellt das Unternehmen eine bedarfsgerechte Kommunikation mit allen relevanten Stakeholdern sicher – von Einzelgesprächen mit Unternehmen über Ratstermine bis hin zu großen Veranstaltungsformaten für Bürgerinnen und Bürger. 

Als Netzbetreiber verfügt EWE Netz über umfangreiche struktur- und verbrauchsbezogene Daten, die für eine fundierte Wärmeplanung unerlässlich sind. So können Informationen zur Infrastruktur, zu Lastgängen oder Netzstärken direkt in die Planung einfließen.

Herzstück Digitaler Zwilling

Ein besonders mächtiges Werkzeug der Wärmeplanung mit EWE Netz ist der Digitale Zwilling: Dabei handelt es sich um eine intelligente Softwarelösung, die nicht nur Bestandsdaten visualisiert, sondern auch Szenarien abbildet, Potenziale erkennt und Maßnahmen auf ihre Eignung hin analysiert. Gemeinsam mit dem Kooperationspartner greenventory wurde die Softwarelösung frühzeitig über das gesamte Netzgebiet gelegt. In der Praxis hat sich das als echter Gamechanger erwiesen.

Dank des Digitalen Zwillings sehen die Verantwortlichen in den Kommunen auf einen Blick, wo Handlungsbedarf besteht, welche Maßnahmen technisch machbar und wirtschaftlich sinnvoll sind – und welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, um diese umzusetzen. Das Ergebnis: keine Planung im Blindflug, sondern ein konkreter Fahrplan mit belastbarer Entscheidungsgrundlage. Als zusätzliche Orientierungshilfe für Bürgerinnen und Bürger lassen sich zukünftig interaktive, datenschutzkonforme Visualisierungen erstellen, zum Beispiel für den Internetauftritt der Kommune.

Nutzen entscheidend

Besonders wichtig in der Wärmeplanung ist EWE Netz die Technologieoffenheit. Kommunen wird keine vorgefertigte Lösung präsentiert, sondern es wird jeweils analysiert, welche Technologien am besten zum Ort, zur Struktur und zu den Zielsetzungen passen. Ob Wärmenetz, Wärmepumpe oder Hybridlösungen – entscheidend ist nicht das Label, sondern der Nutzen für Kommune und Klima. So wird sichergestellt, dass die Wärmepläne nicht nur auf dem Papier gut aussehen, sondern auch langfristig tragfähig und anschlussfähig sind.

Die Zusammenarbeit mit bislang mehr als 70 Kommunen hat wertvolle Einblicke geliefert, etwa zur Kraft der privaten Haushalte. Hier liegt in den meisten Kommunen das größte CO₂-Einsparpotenzial – sei es durch energetische Sanierung oder den Umstieg von fossilen auf klimafreundliche Heizsysteme. Diese Erkenntnis mag zunächst ernüchternd wirken, da Kommunen auf die Privathaushalte nur begrenzten Einfluss haben. Doch mit dem kommunalen Wärmeplan in der Hand können gezielt Fördergebiete ausgewiesen und Maßnahmen angestoßen werden. Der Plan macht sichtbar, wo sich Investitionen lohnen – für Bürgerinnen und Bürger sowie die Kommune.

Eine weitere Erkenntnis: Wissen schafft Handlungsspielraum. Die Daten, die im Wärmeplanungsprozess erhoben und visualisiert werden, verschaffen Kommunen einen umfassenden Überblick: Wo bestehen Potenziale? Welche Maßnahmen sind wirtschaftlich? Welche Fördermittel sind nötig, um Investitionen anzureizen? Der Wärmeplan zeigt nicht nur den Status quo, sondern auch den Weg in die Zukunft. Wärmepläne sind außerdem nicht als starr, sondern als dynamisch zu verstehen. Daher ist eine regelmäßige Anpassung in Form einer Fortschreibung nicht nur gesetzlich verankert, sondern auch dringend zu empfehlen. Festzuhalten ist auch, dass die Wärmeplanung das kommunale Selbstbewusstsein stärkt.

Strategisches Fundament

Viele Kommunen haben längst eigene Klimaschutzstrategien entwickelt, Klimaschutzmanager eingestellt, kleine und große Maßnahmen angestoßen. Der Wärmeplan wirkt hier wie ein Verstärker: Er bündelt Aktivitäten, schafft Sichtbarkeit und verleiht dem kommunalen Klimaschutz ein strategisches Fundament. Die Erfahrungen des Energienetzbetreibers EWE Netz zeigen: Wo Klimaschutz Teil der kommunalen Identität wird, ist auch die Bereitschaft der Bevölkerung größer, Veränderungen mitzutragen.

Die kommunale Wärmeplanung ist somit weit mehr als lediglich eine gesetzliche Pflicht. Sie ist als flächendeckende Transformation vielmehr eine Chance, die Energiezukunft aktiv zu gestalten, wirtschaftlich sinnvolle Lösungen auf den Weg zu bringen und das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger zu gewinnen.

Jannik Hartfil ist Leiter Kommunale Wärmeplanung bei der EWE NETZ GmbH.




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