SmartoptimoStadtwerke Steuerzentrale der Energiewende

Beim Praxistalk 1 ging es um mehr als nur Kupfer. Wie kommt man vom physischen Netz zum digitalen Ökosystem?
Von links nach rechts: Rainer Schermuly (PSI), Dr. Christian Hofmann (Robotron), Ingo Schönberg (PPC), Prof. Dr. Sebastian Lehnhoff (Offis) und Markus Strenge (smartoptimo).
(Bildquelle: smartoptimo)
Beim Praxistalk 1 ging es um mehr als nur Kupfer. Wie kommt man vom physischen Netz zum digitalen Ökosystem?
Von links nach rechts: Rainer Schermuly (PSI), Dr. Christian Hofmann (Robotron), Ingo Schönberg (PPC), Prof. Dr. Sebastian Lehnhoff (Offis) und Markus Strenge (smartoptimo).
(Bildquelle: smartoptimo)
Das smartoptimo-Forum in Osnabrück stand unter dem Leitgedanken einer vernetzten Energiezukunft. Daniel Waschow von den Stadtwerken Osnabrück sagte in seiner Rede: „Der Wandel kommt von allen Seiten – nicht nur durch die Energiewende.“ Er verwies dabei auf gesellschaftliche, technologische und wirtschaftliche Veränderungen.
Energiezukunft vernetzt
Sebastian Jurczyk von den Stadtwerken Münster hob die lokale Stärke hervor: „Unsere einzigartige Position als Stadtwerke liegt in unserer lokalen Präsenz und dem Vertrauen der Menschen.“ Um digitale Aufgaben zu bewältigen, ohne die regionale Identität zu verlieren, sei Kooperation entscheidend.
Sebastian Lehnhoff vom Forschungsinstitut Offis gab eine wissenschaftliche Einordnung. Er erklärte, das Smart-Meter-Gateway – ein digitales Messsystem – sei die sichere Basis; der eigentliche Nutzen entstehe jedoch in Datennetzen. Seiner Einschätzung nach könnten Methoden der Künstlichen Intelligenz bald Standard sein, um Stromnetze stabil zu halten.
Praxisnahe Talks
In zwei Diskussionsrunden wurde deutlich, wie dies in der Praxis gelingt. Im ersten Talk drehte sich alles um die Netzsteuerung gemäß Paragraf 14a des Energiewirtschaftsgesetzes. Die Fachleute betonten, dass dafür intelligente Messsysteme flächendeckend benötigt werden. Im zweiten Talk wurde die Einführung dieser Systeme in Unternehmen behandelt. Praktiker:innen berichteten von Problemen bei der Technik und deren Einbindung in Betriebsabläufe. Sie waren sich einig, dass die Infrastruktur bereits jetzt so vorbereitet werden müsse, dass spätere Steuerungsaufgaben möglich sind.
In weiteren Fachforen reichten die Themen von der europäischen Netzführung und der knappen Verfügbarkeit von Personal und Material bis hin zu neuen Geschäftsfeldern. Dazu gehörten Heim-Energiemanagementsysteme und die gemeinschaftliche Versorgung von Gebäuden.
Zum Abschluss ordnete Geertje Stolzenburg vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft die Diskussionen ein. Sie verwies auf die gesetzlichen Vorgaben im Messstellenbetriebsgesetz und im Energiewirtschaftsgesetz. Nun sei es wichtig, die Regeln rechtssicher und praktisch umzusetzen. Zentrale Themen bleiben Cybersicherheit und die Standardisierung der Datenkommunikation.
Moderator Sebastian Icks von smartoptimo fasste zusammen, dass die Stadtwerke sich auf einem klaren Weg befinden, um zur Steuerzentrale der Energiewende zu werden. Das nächste Forum Netz & Vertrieb findet am 15. und 16. September 2026 in Osnabrück statt.
Smight/Thüga SmartService/Robotron: Vollständige Steuerkette umgesetzt
[06.05.2026] Smight, Thüga SmartService und Robotron haben eine vollständige Steuerkette nach §14a EnWG erstmals im Realbetrieb durchgängig umgesetzt. Damit steht Verteilnetzbetreibern eine standardkonforme End-to-End-Architektur zur Verfügung, die Netzengpässe automatisiert erkennt, marktseitig verarbeitet und steuernd auf Verbrauchseinrichtungen zugreift. mehr...
Pilotprojekt: Wärmepumpen entlasten Stromnetz
[27.04.2026] Wärmepumpen können als flexible Verbraucher aktiv zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen. Ein Pilotprojekt von Viessmann Climate Solutions mit Übertragungsnetzbetreibern zeigt erstmals unter Realbedingungen, wie sich Haushaltsgeräte ins Engpassmanagement integrieren lassen. mehr...
München: Supraleitung für Stromnetz soll kommen
[16.04.2026] Die Stadtwerke München und der Kabelhersteller NKT möchten ihre Zusammenarbeit ausbauen. Ziel ist ein besonders leistungsfähiges Stromkabel im Zentrum der Stadt. Es könnte das weltweit längste supraleitende Hochspannungssystem werden. mehr...
Voltaris-Expertengespräch: Fachkräfte bleiben Engpass beim Smart-Meter-Roll-out
[15.04.2026] Der Einbau intelligenter Messsysteme in Deutschland nimmt Fahrt auf, bleibt aber hinter den langfristigen Zielen zurück. Das wurde bei einem digitalen Expertengespräch des Messdienstleisters Voltaris deutlich. Als größte Hürden nannten die Fachleute fehlende Montagekapazitäten, Datenqualität und technische Anbindung. mehr...
Hager: Zählerplätze für EnWG-Vorgaben
[09.04.2026] Seit 2024 gelten für leistungsstarke Stromverbraucher neue gesetzliche Anforderungen. Diese sollen dabei helfen, die Stromnetze bei steigender Belastung stabil zu halten. Der Hersteller Hager präsentiert dazu angepasste Lösungen für Zählerplätze. mehr...
Netzentwicklungsplan: Zweiten Entwurf bei Bundesnetzagentur eingereicht
[18.03.2026] Die Übertragungsnetzbetreiber haben den zweiten Entwurf des Netzentwicklungsplans Strom 2037/2045 veröffentlicht. Der Plan integriert nun auch das Szenario C und zeigt damit neue Perspektiven für den Ausbau des Höchstspannungsnetzes. mehr...
Stadtwerke Konstanz: Installation von Transformator
[10.03.2026] Die Stadtwerke Konstanz haben im Umspannwerk Weiherhof einen neuen 40-MVA-Transformator installiert. Der Ausbau reagiert auf den stark steigenden Strombedarf durch Wärmepumpen, Elektromobilität und neue Baugebiete und ist Teil einer langfristigen Netzstrategie. mehr...
Smight: Lösung integriert Kurzschlussanzeiger
[09.03.2026] Das Smight Grid2 Gateway Plus bindet erstmals Kurzschlussanzeiger aus der Mittelspannung direkt in eine Lösung zur Netzüberwachung ein. Verteilnetzbetreiber können damit Störungen schneller lokalisieren und erhalten gleichzeitig zusätzliche Transparenz über die Niederspannung. mehr...
Ostsee: Hybrider Strom-Interkonnektor geplant
[24.02.2026] Deutschland, Lettland und Litauen planen mit dem Baltic-German PowerLink einen hybriden Strom-Interkonnektor durch die Ostsee. Das rund 600 Kilometer lange Seekabel soll Offshore-Windparks anbinden und die Märkte enger koppeln – nun starten die Netzbetreiber die Detailplanung. mehr...
Mitnetz Strom: Zahl der Netzeingriffe gesunken
[17.02.2026] Der Verteilnetzbetreiber Mitnetz Strom hat 2025 erneut weniger Einspeisemanagement-Eingriffe verzeichnet – trotz neuer Rekorde bei erneuerbaren Energien. Grund sind umfangreiche Netzinvestitionen, doch weiter steigende EEG-Leistungen und politische Rahmenbedingungen bleiben entscheidend. mehr...
Balzhausen: Pilot für die Einspeisesteckdose
[09.02.2026] Die Einspeisesteckdose stellt übliche Ausschreibungsverfahren für erneuerbare Energien auf den Kopf. LEW Verteilnetz hat dieses Verfahren jetzt in seinem Netzgebiet im Rahmen eines Pilotprojekts in Balzhausen erprobt. mehr...
enercity Netz: Digitaler Zwilling von Niederspannungsnetz in Betrieb
[09.02.2026] enercity Netz hat einen Digitalen Zwilling für das Niederspannungsnetz in Betrieb genommen. Das virtuelle Echtzeitmodell soll die Netzführung in Hannover präziser machen und bereitet den Weg für automatisierte Steuerung, schnellere Entstörung und neue Planungsprozesse. mehr...
Westfalen Weser Netz: Niederspannungsleitsystem mit CLS-Management gekoppelt
[09.02.2026] Westfalen Weser Netz koppelt erstmals ein Niederspannungsleitsystem direkt mit dem CLS-Management. Der gestartete Pilotbetrieb zeigt, wie sich Netzzustände automatisiert steuern lassen und welche Rolle das für §14a EnWG spielt. mehr...
Netzanschlüsse: Reifegrad statt Windhundprinzip
[06.02.2026] Die Übertragungsnetzbetreiber ändern das Verfahren für Netzanschlüsse grundlegend. Künftig ist nicht mehr die Schnelligkeit eines Antrags entscheidend, sondern dessen Umsetzbarkeit. Das Ziel besteht darin, einen transparenten und planbaren Prozess zu etablieren. mehr...
Hertener Stadtwerke: Stabiles Stromnetz
[05.02.2026] Das Stromnetz in Herten hat 2024 erneut eine sehr hohe Zuverlässigkeit erreicht. Mit einem SAIDI-Wert von rund 1,84 Minuten pro Haushalt liegt die Ausfallzeit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. mehr...















