LBEGErfolgreiche Testbohrungen

Bohranlage in Ahnsbeck.
v.l.: Sven Krueger, Geschäftsführer von Baker Hughes; LBEG-Präsident Carsten Mühlenmeier; SVO-Geschäftsführer Holger Schwenke
(Bildquelle: LBEG/Eike Bruns)
Wie das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) berichtet, hat die Firma Baker Hughes bei Ahnsbeck in rund 2.500 Metern Tiefe Gesteinsschichten mit einer Temperatur von 113 Grad Celsius angetroffen. Damit ist Niedersachsen dem ersten erfolgreichen Tiefengeothermie-Vorhaben einen entscheidenden Schritt nähergekommen. LBEG-Präsident Carsten Mühlenmeier sprach bei einem Vor-Ort-Besuch von einem möglichen „Vorzeigeprojekt“. Das Fündigkeitsrisiko, das viele Tiefengeothermie-Projekte bisher bremst, spiele in Ahnsbeck keine Rolle mehr, nun gehe es darum, die Wärme bis zu den Endverbrauchern zu transportieren.
Baker Hughes hatte auf der Bohranlage bereits zahlreiche Testbohrungen vorgenommen und nach eigenen Angaben geahnt, auf einem Hot Spot zu arbeiten. Doch die nun gemessenen Werte lagen über den Erwartungen. Projektleiter Oliver Höhne nennt die 113 Grad Celsius Reservoirtemperatur einen außergewöhnlichen Befund, in dieser Tiefe sei sonst mit etwa 75 Grad zu rechnen. Die Ergebnisse seien möglich, weil sich im Untergrund eine mehr als 40 Meter mächtige Schicht aus Rhätsandstein erstreckt, erklärte der Geowissenschaftler Matthias Franz von der Universität Göttingen. Diese Formation ähnelt den geologischen Strukturen in Mecklenburg-Vorpommern, wo seit Jahrzehnten Tiefengeothermie-Projekte erfolgreich laufen.
Für die praktische Umsetzung arbeitet der regionale Energieversorger SVO an Plänen für eine Fernwärmeversorgung. Zunächst sollen Ahnsbeck und Lachendorf angeschlossen werden. Von dort könnte die Wärme – unterstützt durch Abwärme einer Papierfabrik – bis nach Celle geleitet werden. Dort sei der Bedarf an zentraler Versorgung besonders hoch, nicht zuletzt wegen der engen Bebauung im historischen Stadtkern. SVO-Geschäftsführer Holger Schwenke erklärte, dass der nächste Schritt von einer Förderzusage des Bundeswirtschaftsministeriums abhängt, um eine Machbarkeitsstudie in Angriff zu nehmen.
Das LBEG hebt die Bedeutung der Geothermie als regenerative Energiequelle hervor und will diese auch am Tag der Geothermie in Hannover präsentieren. Die Fachmesse richtet sich an Hausbesitzer, Handwerker, Kommunen und Stadtwerke und soll über die Möglichkeiten oberflächennaher und tiefer Geothermie informieren.
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