Dienstag, 28. April 2026

HamburgNutzung von Abwasser

[14.07.2025] Hamburg setzt beim Klimaschutz auf Abwasser: Auf dem Klärwerk Dradenau entsteht Deutschlands größte Abwasserwärmepumpe mit 60 Megawatt Leistung. Ab 2026 soll sie bis zu 39.000 Haushalte mit klimafreundlicher Fernwärme versorgen.

Besuch des Klärwerks in Hamburg, wo eine Abwasserwärmepumpe entstehen soll.

v.l.: Dr. Michael Beckereit, Sprecher der Geschäftsführung und technischer Geschäftsführer von HAMBURG WASSER; Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin und Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft; Kirsten Fust, Sprecherin der Geschäftsführung der Hamburger Energiewerke

(Bildquelle: Hamburger Energiewerke/HAMBURG WASSER)

Mitten im Klärwerk Hamburg wächst eine Anlage, die das Abwasser der Millionenstadt in eine verlässliche Wärmequelle verwandeln soll. Wie die Freie und Hansestadt mitteilt, errichtet Hamburg Wasser dort gemeinsam mit den Hamburger Energiewerken eine 60‑Megawatt‑Großwärmepumpe; sie wird direkt am Ablaufstrom installiert, wo gereinigtes Abwasser ganzjährig mindestens zwölf Grad Celsius warm aus den Becken strömt. Vier Turboverdichter‑Aggregate heben diese Energie auf 95 Grad Celsius an und leiten sie ohne Umweg zur benachbarten Gas‑ und Dampfturbinenanlage im Energiepark Hafen.

Die Technik arbeitet im geschlossenen Kreislauf: Das heiße Wasser lässt sich in einem Pufferspeicher zwischenspeichern, bei Bedarf in der Gas‑ und Dampfturbinenanlage weiter aufheizen und anschließend unter der Elbe hindurch in das rund 870 Kilometer lange Stadtnetz einspeisen. Bis zu 5.000 Vollbetriebsstunden pro Jahr sind vorgesehen; gerechnet wird mit maximal 90.000 Tonnen CO₂‑Ersparnis. Die Stromversorgung erfolgt über eine eigene 110‑Kilovolt‑Anbindung an das städtische Netz, sodass die Pumpe autark vom Abwasserstrom arbeiten kann.

Rund 60 Millionen Euro investieren die Energiewerke, Hamburg Wasser bleibt Eigentümerin und verantwortet Bau sowie Betrieb. „Großwärmepumpen sind eine Schlüsseltechnologie für die Wärmewende“, sagte Geschäftsführerin Kirsten Fust; Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Bündnis 90/Die Grünen) sprach von einem „Meilenstein“, der Hamburgs Weg zur Klimaneutralität bis spätestens 2045 beschleunige. Starten soll die Anlage 2026, parallel zur Inbetriebnahme des modularen Energieparks Hafen, der Abwärme aus Industrie, Müllverbrennung und Klärprozessen bündelt. Damit setzt die Hansestadt ihren Plan fort, spätestens 2030 aus der Kohle auszusteigen und die städtischen Unternehmen bis 2040 klimaneutral zu betreiben.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung
Infografik mit einer stilisierten Karte von Konstanz und markierten Projektgebieten für den Ausbau von Wärmenetzen. Farbig hervorgehobene Stadtteile zeigen unterschiedliche Planungsstände: Hafner und Bodensee-Therme in Dunkelgrün (fortgeschrittene Projektentwicklung), Berchengebiet, Paradies und Altstadt in Hellgrün (Machbarkeitsstudie abgeschlossen), Petershausen West in Gelb (Voruntersuchungen), Petershausen West/Königsbau sowie Klinikum in Grau (Voruntersuchungen in Planung). In Sprechblasen stehen jeweils die vorgesehenen Energiequellen wie Seethermie, Außenluft, Abwärme aus Kläranlage oder Kehrichtverwertungsanlage. Rechts oben erklärt eine Legende die Farben und Symbole.

Konstanz: 30 Millionen Euro für Wärmenetze

[27.04.2026] Der Gemeinderat in Konstanz hat den Ausbau klimafreundlicher Wärmenetze beschlossen. Die Stadt will die Stadtwerke über 15 Jahre mit insgesamt 30 Millionen Euro stärken. Damit sollen neue Projekte in geeigneten Stadtgebieten ermöglicht werden. mehr...

Ein großer Autokran hebt auf einer Baustelle einen zylinderförmigen Industriebehälter aus Metall an. Das Bauteil liegt auf Schienen und ist mit mehreren Rohranschlüssen versehen. Im Hintergrund sind Baugeräte, Fahrzeuge und freie Flächen zu sehen. Darüber spannt sich ein blauer Himmel mit dünnen Wolken.

enercity: Großwärmepumpe ersetzt Kohleblock

[23.04.2026] In Hannover hat der Bau einer 30-Megawatt-Großwärmepumpe am Klärwerk Herrenhausen eine neue Phase erreicht. Nach Angaben von enercity hat die Montage zentraler Bauteile begonnen. Die Anlage soll bis Ende 2026 in Betrieb gehen und Wärme für bis zu 13.000 Haushalte liefern. mehr...

Münster: Finaler Entwurf der Wärmeplanung liegt vor

[21.04.2026] Münster plant den Umbau seiner Wärmeversorgung mit mehr Fernwärme und Wärmepumpen. Der jetzt vorliegende Wärmeplan zeigt, wie die Stadt bis 2045 klimaneutral werden will, und steht im Mai zur politischen Entscheidung. mehr...

Frontansicht des Bremer Rathauses mit reich verzierter Backsteinfassade, großen Fenstern und historischem Giebel. Über dem Gebäude wehen die deutsche Flagge sowie weitere Fahnen. V

Freie Hansestadt Bremen: Kommunaler Wärmeplan beschlossen

[16.04.2026] Der Bremer Senat hat den kommunalen Wärmeplan beschlossen. Er soll den Umbau der Wärmeversorgung hin zu klimafreundlichen Lösungen steuern und Bürgerinnen und Bürgern Orientierung geben. mehr...

Industrielle Hochtemperatur-Wärmepumpe von Evonik in Herne auf Containerbasis mit Lüftungseinheiten und Rohrleitungen auf Werksgelände.

Uniper / Evonik: Wärmepumpen-Projekt in Herne

[15.04.2026] In Herne geht eine Hochtemperatur-Wärmepumpe in Betrieb, die industrielle Abwärme für die Fernwärmeversorgung nutzt. Nach Angaben der beteiligten Unternehmen können damit rund 1.000 Haushalte im Ruhrgebiet versorgt werden. Zudem sollen jährlich bis zu 1.750 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. mehr...

Schwerin: Zwischenstand zur Wärmeplanung

[13.04.2026] Schwerin setzt in seiner Wärmeplanung auf einen massiven Ausbau der Fernwärme und eine klare Gebietseinteilung bis 2045. Die jetzt vorgestellten Szenarien zeigen, wo zentrale Netze dominieren – und wo Gebäudeeigentümer selbst Lösungen finden müssen. mehr...

Kronshagen: Altlastenfläche wird zum Bürgerpark

[10.04.2026] Kronshagen erschließt Erdwärme unter einem ehemaligen Altlastenstandort und koppelt das Projekt mit einer Parkentwicklung. Die frühzeitige Wärmeplanung ermöglicht klimaneutrales Heizen und zeigt, wie Kommunen mehrere Ziele gleichzeitig erreichen können. mehr...

Dresden: Kommunale Wärmeplanung überarbeitet

[09.04.2026] Dresden bringt eine überarbeitete Fassung seines kommunalen Wärmeplans in den Stadtrat ein, mit klarem Fokus auf den Ausbau von Wärmenetzen und lokale Lösungen. Die Maßnahmen bis 2028 sollen den hohen Erdgasanteil senken und die künftige Rolle des Gasnetzes klären. mehr...

Alt-Text: Bürgerversammlung der Stadt Leverkusen zur kommunalen Wärmeplanung: Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sitzen in einem Veranstaltungsraum und verfolgen einen Vortrag auf einer großen Leinwand, auf der „Heizen mit Zukunft“ präsentiert wird.

Leverkusen: Plan für klimaneutrale Wärme liegt vor

[08.04.2026] Nach der Auswertung von Bürgerhinweisen liegt nun der finale Bericht zur Wärmeplanung der Stadt Leverkusen vor. Dieser benennt Einsparpotenziale sowie mögliche Ausbaugebiete für Wärmenetze. Bei Zustimmung des Rates kann die schrittweise Umsetzung beginnen. mehr...

Deutschlandkarte mit kommunaler Wärmeplanung auf Kreisebene: In verschiedenen Blautönen sind alle Kommunen dargestellt, wobei dunkle Flächen jene Kommunen kennzeichnen, die bereits einen fertigen Wärmeplan vorliegen haben. Diese konzentrieren sich vor allem in Süddeutschland sowie in einzelnen Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet, während in vielen anderen Regionen – insbesondere in Teilen Ostdeutschlands und ländlichen Gebieten – noch überwiegend hellere Flächen ohne abgeschlossene Planung dominieren.

BBSR: Wärmeplanung kommt voran

[07.04.2026] In Deutschland leben immer mehr Menschen in Kommunen mit einem fertigen Wärmeplan. Laut dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung waren es Ende 2025 knapp ein Drittel der Bevölkerung. Besonders weit sind einzelne Bundesländer im Süden und Norden. mehr...

Mehrere Männer stehen und sitzen an einem großen Holztisch in einem repräsentativen Raum und unterzeichnen gemeinsam Dokumente. Zwei Männer sitzen in der Mitte und unterschreiben die Absichtserklärung, während andere Beteiligte daneben stehen und zuschauen. Im Hintergrund sind die Flaggen Deutschlands, der Europäischen Union und Polens zu sehen.

Stadtwerke Görlitz: Deutsch-polnisches Projekt United Heat

[01.04.2026] In Görlitz hat der Bau eines deutsch-polnischen Fernwärmeprojekts begonnen. Das Vorhaben sieht vor, die Wärmenetze von Görlitz und Zgorzelec zu verbinden und bis 2030 klimaneutral zu machen. Die Bundesregierung unterstützt das Projekt mit rund 80 Millionen Euro. mehr...

Deutscher Städte- und Gemeindebund: Umsetzung der Wärmewende in Gefahr

[30.03.2026] Deutschlands Kommunen warnen vor einem finanziellen Kollaps, der Investitionen in die Wärmewende ausbremst. Ohne grundlegende Reformen und verlässliche Förderstrukturen drohen Planung und Umsetzung vor Ort ins Stocken zu geraten. mehr...

Studie: Wärmenetze trotz knapper Kassen finanzieren

[25.03.2026] Eine neue Studie zeigt, wie Kommunen Wärmenetze trotz knapper Kassen finanzieren und wirtschaftlich betreiben können. Sie liefert konkrete Modelle, Planungswege und ein Berechnungstool – entscheidend angesichts milliardenschwerer Investitionen bis 2030. mehr...

Dresden: Intelligentes Fernwärmenetz in Betrieb gegangen

[23.03.2026] In Dresden-Friedrichstadt ist ein digital gesteuertes Fernwärmenetz mit modularer Großwärmepumpe in Betrieb gegangen. Das Projekt zeigt, wie sich erneuerbare Wärme und intelligente Datensteuerung für eine effizientere und klimafreundliche Versorgung kombinieren lassen. mehr...

Stadtwerke Tübingen: Förderung für Großwärmepumpe erhalten

[20.03.2026] Die Stadtwerke Tübingen erhalten 23 Millionen Euro Förderung für eine Großwärmepumpe am Klärwerk. Damit gewinnt die Transformation der Fernwärme an Tempo und ein zentraler Baustein für die Dekarbonisierung rückt näher. mehr...