Freitag, 20. März 2026

Baden-WürttembergPhotovoltaik-Ausbau bleibt auf hohem Niveau

[05.08.2025] Der Photovoltaik-Ausbau in Baden-Württemberg bleibt trotz eines leichten Rückgangs auf hohem Niveau. Große Unterschiede zeigen sich dabei zwischen den Landkreisen – mit Biberach an der Spitze und Pforzheim als Schlusslicht.

Photovoltaikausbau in Baden-Württemberg: Bruttozubau im ersten Halbjahr 2025 nach Landkreisen in Megawatt installierter Leistung.

(Bildquelle: Photovoltaik-Netzwerk Baden-Württemberg)

Der Ausbau der Photovoltaik in Baden-Württemberg entwickelt sich auch im Jahr 2025 dynamisch, zeigt jedoch deutliche regionale Unterschiede. Wie die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) mitteilt, gingen im ersten Halbjahr im Land neue Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 988 Megawatt ans Netz – ein Rückgang von rund 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das zeigen aktuelle Auswertungen des Photovoltaik-Netzwerks Baden-Württemberg, basierend auf Daten des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur und Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW).

Kreis Biberach an der Spitze

An der Spitze der landesweiten Rangliste steht erneut der Landkreis Biberach, der mit 126,3 Megawatt fast 13 Prozent der gesamten neuen Photovoltaikleistung im Südwesten verzeichnete. Maßgeblich dazu beigetragen hat der neue Solarpark in Langenenslingen – mit 80 Megawatt installierter Leistung der größte seiner Art in Baden-Württemberg. Auf Platz zwei folgt der Neckar-Odenwald-Kreis mit 49,9 Megawatt, dicht gefolgt vom Landkreis Konstanz mit 39,6 Megawatt. Deutlich abgeschlagen ist der Stadtkreis Pforzheim mit nur 2,7 Megawatt neu installierter Leistung.

Diese Unterschiede lassen sich unter anderem durch die Flächenverfügbarkeit erklären: In ländlichen Regionen stehen mehr Dachflächen auf Einfamilienhäusern und landwirtschaftlichen Gebäuden sowie geeignete Freiflächen für Solarparks zur Verfügung. In Städten hingegen erschwert die Eigentümerstruktur von Mehrfamilienhäusern oft eine schnelle Umsetzung von Photovoltaikprojekten.

Während der Ausbau konventioneller Anlagen leicht rückläufig ist, erreichen Balkonsolaranlagen ein neues Rekordniveau. Im ersten Halbjahr 2025 wurden in diesem Segment 35 Megawatt neu installiert – ein Zuwachs von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zwar machen sie nur rund 3,5 Prozent des gesamten Zubaus aus, doch die Zahl der registrierten Steckersolargeräte stieg landesweit auf über 133.000. Fachleute gehen von einer beträchtlichen Dunkelziffer aus, da nicht alle Anlagen im Marktstammdatenregister erfasst werden.

Ausbaupotenzial bleibt groß

Eine differenzierte Betrachtung der Ausbauzahlen nach Anlagentyp zeigt weitere Details: Bei den gebäudegebundenen Photovoltaikanlagen liegt der Ortenaukreis vorn mit 34,8 Megawatt neu installierter Leistung. Es folgen der Rhein-Neckar-Kreis (31,1 Megawatt) und der Landkreis Karlsruhe (31 Megawatt). Im Bereich der neuen Solarparks dominiert der Landkreis Biberach mit 102,5 Megawatt, was etwa einem Drittel des gesamten Freiflächenzubaus im Land entspricht.

Die gesamte installierte Photovoltaik-Leistung in Baden-Württemberg summiert sich inzwischen auf 13.520 Megawatt. Auch hier führt der Landkreis Biberach mit 688 Megawatt vor dem Alb-Donau-Kreis (647 Megawatt) und dem Ortenaukreis (602 Megawatt). Trotz dieser Zahlen bleibt das Ausbaupotenzial groß: Je nach Landkreis sind bisher lediglich zwischen acht und gut 30 Prozent der geeigneten Dachflächen genutzt.

Energieministerin Thekla Walker 8Bündnis 90/Die Grünen) kündigte an, dass das Land den Photovoltaik-Ausbau weiter fördern werde. Kritik äußerte sie an der unklaren Haltung des Bundes zur Energiewende: „Diese Signale bedeuten für den Markt der Erneuerbaren ein Maximum an Unsicherheit.“

Weitere Informationen zu den Ausbauzahlen bietet das Photovoltaik-Dashboard der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW). Die Rangliste der Landkreise sowie regionale Daten und Kontakte sind auf der Website des Photovoltaik-Netzwerks Baden-Württemberg abrufbar. Das Netzwerk wird von der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg sowie dem Solar Cluster Baden-Württemberg koordiniert und vom Umweltministerium Baden-Württemberg gefördert.





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