Sonntag, 14. Juni 2026

Baden-WürttembergPflicht zur Wärmeplanung ausgeweitet

[05.09.2025] Seit dem 6. August gilt in Baden-Württemberg ein novelliertes Klimaschutzgesetz. Laut KEA-BW betrifft die wichtigste Änderung die Pflicht aller Kommunen, eine Wärmeplanung vorzulegen.

Die Novelle des KlimaG BW verpflichtet ausnahmslos alle Gemeinden, unabhängig von ihrer Einwohnerzahl, zum Erstellen einer kommunalen Wärmeplanung.

(Bildquelle: KEA-BW)

Wie die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) mitteilt, ist das novellierte Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetz Baden-Württemberg (KlimaG BW) am 6. August in Kraft getreten. Damit setzt das Land bundesrechtliche Vorgaben zum Wärmeplanungsgesetz und zum Klimawandelanpassungsgesetz um. Zentrale Neuerung ist die Ausweitung der Pflicht zur Wärmeplanung: Alle Gemeinden, unabhängig von der Einwohnerzahl, müssen künftig einen Wärmeplan erstellen. Für Kommunen mit weniger als 10.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist ein vereinfachtes Verfahren vorgesehen. Bestehende Wärmepläne genießen Bestandsschutz. Die Pläne sind bis spätestens 30. Juni 2028 einzureichen und werden anschließend von den Regierungspräsidien geprüft.

Neben der Wärmeplanung schreibt das Gesetz vor, dass Stadtkreise, Große Kreisstädte und Landkreise Klimaanpassungskonzepte erarbeiten müssen. Landkreise sind zusätzlich verpflichtet, solche Konzepte für die kreisangehörigen Gemeinden mit Ausnahme der Großen Kreisstädte zu erstellen. Ziel ist es, Strategien zum Schutz vor den Folgen des Klimawandels systematisch zu entwickeln. Unterstützung erhalten die Kommunen vom Kompetenzzentrum Klimawandel der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW), das Schulungen und Fachinformationen bereitstellt.

Neu geregelt ist auch die Dekarbonisierung der Wärmenetze: Betreiber bestehender und neuer Netze müssen diese schrittweise auf Klimaneutralität umstellen, spätestens bis Ende 2040. Außerdem enthält das Gesetz einen neuen Abschnitt mit detaillierten Vorgaben zum Ablauf der Wärmeplanung, etwa zur Eignungsprüfung von Gebieten, zur Einteilung in Wärmeversorgungsräume und zur Darstellung von Versorgungsoptionen bis zum Zieljahr 2040.

Die Landesregierung gleicht die zusätzlichen Aufgaben finanziell aus. Informationen zu den Änderungen stellt die KEA-BW auf ihrer Webseite bereit. Dort finden Kommunen neben dem Gesetzestext auch Erläuterungen zu weiteren Themen wie dem Klima-Berücksichtigungsgebot, Klimamobilitätsplänen, dem CO2-Schattenpreis, nachhaltigem Bauen sowie den erweiterten Befugnissen der Regierungspräsidien.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik Wärmeversorgung

Stadtwerke Flensburg: Grundstein für Großwärmepumpe gelegt

[10.06.2026] Die Stadtwerke Flensburg haben den Grundstein für ihre erste Großwärmepumpe mit 60 MW thermischer Leistung gelegt. Das 70-Millionen-Euro-Projekt soll ab 2027 Wärme aus Fördewasser ins Fernwärmenetz einspeisen und ist ein zentraler Baustein für die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung. mehr...

Oldenburg: Rat hat Wärmeplanung beschlossen

[10.06.2026] Der Rat der Stadt Oldenburg hat den kommunalen Wärmeplan mit 18 Maßnahmen zur Wärmewende beschlossen. Nun startet die Umsetzung von Wärmenetzstudien, Beratungsangeboten und neuen Beteiligungsformaten, die den Umstieg auf klimafreundliche Wärmeversorgung voranbringen sollen. mehr...

bericht

Darmstadt: Fahrplan bis 2045 vorgestellt

[09.06.2026] Darmstadt hatte sich bereits 2022 zur Erarbeitung einer kommunalen Wärmeplanung entschlossen. Nach umfassender Datenerhebung liegen jetzt die Ergebnisse vor. Eine Erkenntnis: Wasserstoff ist für Darmstadt keine realistische Option zur flächendeckenden Wärmeversorgung. mehr...

Luftaufnahme eines Energie- und Fernwärmestandorts am Kölner Hafen. Die Anlage liegt auf einer Landzunge zwischen einem Hafenbecken und dem Rhein. Zu sehen sind mehrere Industriegebäude, ein großer Kühlturm, Schornsteine, Rohrleitungen sowie runde Speicher- und Tankanlagen. Im Hintergrund fließt der Rhein, dahinter erstrecken sich Grünflächen und Bäume. Das Bild zeigt die bestehende Infrastruktur des Standorts Köln-Niehl, an dem eine große Flusswasser-Wärmepumpe errichtet werden soll.

RheinEnergie: Bau einer Flusswasser-Wärmepumpe startet

[09.06.2026] In Köln hat die Hauptbauphase für eine der europaweit größten Flusswasser-Wärmepumpen begonnen. Das Unternehmen RheinEnergie investiert 280 Millionen Euro in das Projekt am Standort Köln-Niehl. Ab 2028 soll die Anlage Fernwärme für bis zu 50.000 Haushalte liefern. mehr...

Kiel: Förderung für Quartierswärmemanagement

[08.06.2026] Schleswig-Holstein fördert erstmals ein Quartierswärmemanagement zur Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung. Die Stadt Kiel erhält dafür rund 198.000 Euro und startet in zwei Quartieren mit Beratungs- und Unterstützungsangeboten für die Wärmewende. mehr...

bericht

Kommunale Wärmeplanung: Fossile Energieträger dominieren

[03.06.2026] Eine aktuelle Studie zur kommunalen Wärmeplanung zeigt: Großstädte setzen auf den Ausbau der Fernwärme. In kleineren Kommunen werden dezentrale Strategien mit Wärmepumpen und biogenen Energieträgern verfolgt. mehr...

Bremen: Erster Klimaturm soll Quartier versorgen

[03.06.2026] Towergy nimmt Ende Juni in Bremen den ersten Klimaturm in Betrieb, eine kompakte Luft-Wasser-Großwärmepumpe für dicht bebaute Quartiere. Das System soll erneuerbare Wärme und Kälte platzsparend bereitstellen und könnte neue Möglichkeiten für die Wärmewende in Städten eröffnen. mehr...

Berlin: Wärme aus dem Rechenzentrum für Modell-Campus

[01.06.2026] Auf dem Modell-Campus ringberlin soll künftig Wärme aus einem benachbarten Rechenzentrum genutzt werden. Langfristig ist die Wärmeversorgung des gesamten Quartiers geplant. mehr...

Wärmewende: Austauschprojekt zwischen Städten gestartet

[29.05.2026] Stuttgart, Leipzig und Köln starten mit der Forschungsstelle für Energiewirtschaft das Projekt GLOW-Up zur kommunalen Wärmewende. Das Netzwerk soll Städten helfen, Wärmepläne schneller umzusetzen, Bürger früh einzubinden und praxistaugliche Lösungen für Finanzierung und Infrastruktur zu entwickeln. mehr...

Kaiserslautern: Quartier erhält Energiezentrale

[29.05.2026] Im Pfaff-Quartier in Kaiserslautern ist eine Energiezentrale für die klimaneutrale Wärmeversorgung des neuen Stadtviertels in Betrieb gegangen. Das Gebäude verbindet Niedertemperatur-Wärmenetz, Abwärmenutzung und Forschung zum bidirektionalen Laden von Elektrofahrzeugen und gilt als Kernstück des Projekts EnStadt. mehr...

Borken: Kaltes Nahwärmenetz geplant

[27.05.2026] Borken will ein kaltes Nahwärmenetz aufbauen, das Wärme aus gereinigtem Abwasser nutzt. Für das kommunale Modellprojekt stellen Bund und Kommune zusammen mehr als zehn Millionen Euro bereit – mit dem Ziel, öffentliche Gebäude weitgehend ohne fossile Energien zu beheizen. mehr...

Mönchengladbach: Allianz für Wärmewende gegründet

[26.05.2026] Mönchengladbach hat mit Energieversorgern, Handwerk, Wirtschaft und Verbraucherschutz die „Allianz für die Wärmewende“ gegründet. Das Bündnis soll den Umbau der Wärmeversorgung bis 2045 koordinieren und konkrete Projekte für klimaneutrale, bezahlbare Wärme anschieben. mehr...

Münster: Kommunaler Wärmeplan beschlossen

[26.05.2026] Der Rat der Stadt Münster hat jetzt den kommunalen Wärmeplan bis 2045 beschlossen und setzt dabei auf mehr Fernwärme und Wärmepumpen. Der Plan soll Eigentümern Orientierung für künftige Heizsysteme geben und markiert den Umbau einer bislang stark fossil geprägten Wärmeversorgung. mehr...

Advertorial: Wie Stadtwerke die Wärmewende erfolgreich umsetzen

[21.05.2026] Bei der Wärmewende gibt es keine Standardlösungen. Deshalb macht die Steag Iqony Group individuelle Bedürfnisse von Stadtwerken und Kommunen finanzierbar und umsetzbar. mehr...

Böhlen: Klimaneutrale Wärme

[20.05.2026] In der sächsischen Stadt Böhlen soll die Wärmeversorgung künftig auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Das Projekt umfasst den Bau einer neuen Energiezentrale und die Modernisierung des bestehenden Wärmenetzes. mehr...