IÖWProjekt zu Nahwärmenetzen in kleinen Kommunen

Möglicher Aufbau eines Nahwärmenetzes in kleineren Kommunen.
(Bildquelle: Projekt Suburbane Wärmewende/IÖW 2025)
Ein Projekt des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) untersucht, wie kleine Kommunen ohne eigenes Stadtwerk ein wirtschaftlich tragfähiges Nahwärmenetz aufbauen können. Wie das IÖW berichtet, stehen alle Kommunen vor der Aufgabe, bis spätestens 2028 Wärmepläne zu erstellen, haben aber häufig wenig Erfahrung mit Planung, Technik und Betrieb solcher Netze. Im Rahmen des Projekts Suburbane Wärmewende, das das IÖW zusammen mit der Technischen Universität Berlin und dem Umweltzentrum Stuhr-Weyhe verantwortet, wurden technische, wirtschaftliche und organisatorische Optionen analysiert. Die Forschenden begleiteten dabei die Gemeinde Weyhe in Niedersachsen und verglichen ihre Erkenntnisse mit Erfahrungen weiterer Pilotkommunen.
Nachfrage ist entscheidendes Kritierium
Dem IÖW zufolge ist die lokale Nachfrage das entscheidende Kriterium für die Wirtschaftlichkeit. Erst verbindliche Rückmeldungen aus Informationsveranstaltungen, Beratungen und Begehungen zeigen, ob sich genügend Haushalte anschließen wollen. Am Beispiel Weyhe errechneten die Projektpartner, dass vor allem ältere Gebäude mit hohen Temperaturanforderungen vom Anschluss profitieren. Bei neueren, gut gedämmten Häusern hängt die Entscheidung stärker davon ab, wie sich die Kosten einer eigenen Wärmepumpe zu denen eines Netzanschlusses verhalten.
Parallel prüfte das Projektteam verschiedene lokale Wärmequellen im Ortskern von Leeste. In Betracht kommen Abwasserwärme, Solarthermie, Biomasse, Erdwärmesonden unter dem Sportplatzgelände und mitteltiefe Geothermie. Mehr als die Hälfte der befragten Haushalte äußerte Interesse an einem klimaneutralen Wärmenetz, zeigte aber auch Vorbehalte, etwa gegenüber Biomasse. Laut den Forschenden wäre ein Projektstart in einigen Jahren sinnvoll, wenn viele Heizungswechsel ohnehin anstehen. Wirtschaftlich tragfähig wäre ein Einstieg in den dicht bebauten Straßen nahe des Schulgeländes, von wo aus das Netz schrittweise erweitert werden könnte.
Scheu vor Eigenlösungen
Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts betrifft die Betreiberfrage. Wie Tidian Baerens vom IÖW erklärt, scheuen viele kleinere Kommunen Eigenlösungen, weil Personal, Mittel und Infrastruktur fehlen. Die im Projekt erarbeiteten Handreichungen stellen deshalb Modelle vor, die kommunale Steuerungsmöglichkeiten erhalten und zugleich externes Know-how einbinden. Eine gemeinsame Wärmenetzgesellschaft mit Bürgerenergiegenossenschaften, benachbarten Stadtwerken oder privaten Unternehmen kann Kapital und Technik bündeln, während die Kommune Stimmrechte behält.
Nach Angaben der Weyher Klimaschutzmanagerin Kirstin Taberski fließen die Ergebnisse direkt in die kommunale Wärmeplanung ein. Für die Gemeinde, die bis 2035 klimaneutral werden will, liefern sie Grundlagen, um den Wärmebereich technisch, organisatorisch und wirtschaftlich auf eine zukunftsfähige Versorgung auszurichten.
Fellbach: Fortschritte bei Wärmeplanung
[09.01.2026] Fellbach treibt die kommunale Wärmeplanung mit dem Ziel einer klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2040 voran. Der Gemeinderat setzt dabei auf Machbarkeitsstudien für Wärmenetze, den Ausbau von Photovoltaik und Wärmepumpen sowie auf eine intensive Information der Bürgerschaft. mehr...
Stadtwerke Osnabrück: Zwischenbilanz zu Wärmepumpen-Komplettpaket
[08.01.2026] Nach einem Jahr ziehen die Stadtwerke Osnabrück eine positive Zwischenbilanz ihres Wärmepumpen-Komplettpakets. Das gemeinsam mit Industriepartnern und regionalem Handwerk entwickelte Modell stößt auf anhaltendes Interesse und wird inzwischen durch PV- und Speicherlösungen ergänzt. mehr...
Hamburg: Wärme aus Abwasser
[07.01.2026] Mit der größten Abwasserwärmepumpe Deutschlands treiben die Hamburger Energiewerke und Hamburg Wasser die Wärmewende voran. Das Pionierprojekt im Energiepark Hafen demonstriert, wie Städte ihre lokalen Energiepotenziale nutzen können. mehr...
Wärmeversorgung: Das Jahrhundert der Großwärmepumpe
[05.01.2026] Vor einem Jahr ging auf dem Hafengelände der dänischen Stadt Esbjerg die weltweit größte Meerwasserwärmepumpe mit CO2 als natürlichem Kältemittel in Betrieb. Die Anlage produziert nicht nur klimaneutral Wärme, sondern trägt auch zur Netzstabilisierung bei. mehr...
Stiftung Umweltenergierecht: Leitfäden für die Wärmewende
[05.01.2026] Neue Leitfäden sollen Kommunen, Energieversorgern sowie Bürgerinnen und Bürgern den Weg von der kommunalen Wärmeplanung in die praktische Umsetzung erleichtern. Sie bündeln rechtliche Hinweise, Handlungsempfehlungen und Beispiele aus der Praxis für die lokale Wärmewende. mehr...
Osnabrück: Kommunale Wärmeplanung abgeschlossen
[18.12.2025] Die Stadt Osnabrück hat ihre kommunale Wärmeplanung abgeschlossen und damit frühzeitig die Grundlage für eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2040 gelegt. Der Stadtrat hat das Konzept samt erster Umsetzungsaufträge beschlossen und damit den Übergang von der Planung in die Praxis eingeleitet. mehr...
Nordrhein-Westfalen: Bündnis für Heizwende gegründet
[15.12.2025] Nordrhein-Westfalen bündelt Kräfte aus Politik, Wirtschaft und Verbraucherschutz, um den Umstieg auf moderne und sparsame Heizsysteme zu erleichtern. Ein neues Bündnis startet unter dem Titel „Heizkeller der Zukunft“ eine landesweite Offensive für bezahlbares und klimafreundliches Heizen. mehr...
Schornsheim: Klimaneutrales Neubaugebiet fertiggestellt
[11.12.2025] Schornsheim hat das neue Neubaugebiet Gänsweide übernommen, das komplett auf Erdwärme setzt. MVV zufolge ist es das erste Gebiet der Verbandsgemeinde Wörrstadt, das mit einem kalten Nahwärmenetz erschlossen wurde. mehr...
Agentur für Erneuerbare Energien: Hintergrundpapier bewertet Wärmewende
[11.12.2025] Ein Hintergrundpapier der Agentur für Erneuerbare Energien zeigt deutliche Unterschiede beim Fortschritt der Wärmewende in den Bundesländern. Die Analyse beleuchtet sowohl den Ausbau erneuerbarer Wärme als auch den Stand der kommunalen Wärmeplanung. mehr...
Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim: Bürgerbeteiligung beeinflusst Fernwärmeplanung
[11.12.2025] In Ludwigsburg und Kornwestheim beeinflusst die Bürgerbeteiligung erstmals spürbar die Fernwärmeplanung. Wie die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim berichten, führt die Nachfrage der Anwohner direkt zu vorgezogenen Ausbauschritten. mehr...
naturstrom: Zuschlag für Wärmeplanung erhalten
[10.12.2025] naturstrom und EnergyEffizienz haben erstmals gemeinsam den Zuschlag für eine kommunale Wärmeplanung erhalten. Die beiden Unternehmen sollen die Wärmeplanung für die Kommunale Allianz Aurach-Zenn in Nordbayern erarbeiten. mehr...
Wärmewende Akademie: Positive Bilanz nach einem Jahr
[10.12.2025] Die Mannheimer Wärmewende Akademie zieht ein Jahr nach ihrer Eröffnung eine positive Bilanz: Über 90 Handwerksbetriebe haben ihre Schulungen durchlaufen und unterstützen die Umstellung auf klimafreundliche Heizsysteme. mehr...
Neutraubling: Biomasseheizwerk ans Wärmenetz gegangen
[08.12.2025] REWAG hat in Neutraubling jetzt ein Biomasseheizwerk offiziell in Betrieb genommen. Die Anlage soll das Wärmenetz stabilisieren und ein weiterer Schritt zur Dekarbonisierung sein. mehr...
Deutsche Telekom: Abwärme für Berliner Wohnkomplex
[04.12.2025] Ein denkmalgeschützter Wohnkomplex in Berlin-Schöneberg wird künftig zu großen Teilen mit Abwärme aus einem Telekom-Rechenzentrum beheizt. Das geplante System soll rund zwei Drittel des Wärmebedarfs der 500 Wohnungen abdecken, ohne die Mieter finanziell zusätzlich zu belasten. mehr...
Wuppertal: Online-Beteiligung zur Wärmeplanung gestartet
[04.12.2025] Wuppertal bittet die Bevölkerung erneut um Hinweise zur kommunalen Wärmeplanung und öffnet dafür eine zweite Online-Beteiligung. Bis zum 12. Dezember können Bürgerinnen und Bürger laut wer denkt was Vorschläge zur klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2045 einreichen. mehr...















