Montag, 26. Oktober 2026

Deutsche TelekomAbwärme für Berliner Wohnkomplex

[04.12.2025] Ein denkmalgeschützter Wohnkomplex in Berlin-Schöneberg wird künftig zu großen Teilen mit Abwärme aus einem Telekom-Rechenzentrum beheizt. Das geplante System soll rund zwei Drittel des Wärmebedarfs der 500 Wohnungen abdecken, ohne die Mieter finanziell zusätzlich zu belasten.

Der Brutalismus-Bau aus den 1970er-Jahren wird jetzt mit Abwärme aus dem benachbarten Rechenzentrum der Deutschen Telekom beheizt.

(Bildquelle: Unsplash/Sean Zielinski)

Das Berliner Pallasseum erhält eine neue Wärmeversorgung, die überwiegend auf der Abwärme eines benachbarten Telekom-Rechenzentrums beruht. Wie die Deutsche Telekom berichtet, wurde die Anlage in Schöneberg nun offiziell in Betrieb genommen. Der denkmalgeschützte Wohnkomplex aus den 1970er-Jahren mit rund 500 Wohnungen gilt seit langem als schwieriger Fall der energetischen Modernisierung, da eine Fassadendämmung aus Gründen des Denkmalschutzes nicht infrage kommt. Das nun umgesetzte Konzept soll zeigen, dass auch bei solchen Bestandsbauten ein deutlicher Beitrag zur Dekarbonisierung möglich ist, ohne die Gebäudehülle zu verändern und ohne Mehrkosten für die Bewohner.

Der Deutschen Telekom zufolge wird die im Rechenzentrum anfallende Niedertemperatur-Abwärme mit einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe von unter 30 Grad Celsius auf rund 70 bis 75 Grad angehoben. Über eine etwa 140 Meter lange Nahwärmetrasse gelangt sie anschließend in die Heizzentrale des Pallasseums. Dort versorgt sie den Großteil des Gebäudekomplexes, während ein moderner Gaskessel lediglich Spitzenlasten abdeckt. Rund 65 Prozent des jährlichen Wärmebedarfs sollen auf diese Weise gedeckt werden. Das Konzept war bereits 2024 ausgezeichnet worden, wie die Telekom erinnert, und hatte damals den RealGreen Award in der Kategorie sozialverträgliche Dekarbonisierung erhalten.

Der Senatsverwaltung zufolge ist das Projekt ein Beispiel dafür, dass Klimaschutz, Denkmalschutz und soziale Verträglichkeit vereinbar sein können. Vertreter von Gewobag, Gasag und Telekom werteten die Inbetriebnahme als Beleg für die Bedeutung urbaner Synergien und als praktischen Beitrag zur Umsetzung des Energieeffizienzgesetzes. Die PASM, ein Telekom-Tochterunternehmen, verweist zudem darauf, dass sie an immer mehr Standorten Abwärme aus Rechenzentren nutzbar mache und damit ein Nebenprodukt des digitalen Betriebs in eine lokale Ressource verwandle. Das Pallasseum gilt den Beteiligten zufolge nun als realisiertes Vorbild für ähnliche Projekte im gesamten Bundesgebiet.





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