Freitag, 3. Juli 2026

TrianelKlare Regeln für Batteriespeicher

[12.02.2026] Aus Sicht von Trianel sind Batteriespeicher ein zentraler Baustein der Energiewende. Auf der Messe E-world energy & water 2026 stellte das Unternehmen ein Großprojekt in Waltrop vor und warnte zugleich vor regulatorischer Unsicherheit.
Nahaufnahme einer Reihe von Batteriespeicher-Containern in einem Windpark. Die technischen Gehäuse mit Lüftungsgittern stehen in einer Linie im Vordergrund, während im Hintergrund mehrere Windkraftanlagen unscharf zu sehen sind. Die Szene vermittelt die Kombination aus Windenergie und Energiespeicherung.

Batteriespeicher sind laut Trianel eine systemrelevante Flexibilitätsoption.

(Bildquelle: 123RF.com)

Laut der Stadtwerke-Kooperation Trianel braucht der Umbau des Energiesystems mehr als nur neue Wind- und Solaranlagen. Entscheidend sei die Flexibilisierung des Systems. Ohne ausreichende Speicher steigen die Kosten. Die Netze würden an ihre Grenzen geraten. Marktmechanismen würden an Effizienz verlieren, wie das Unternehmen mitteilt. Auf der E-world energy & water 2026 (10. bis 12. Februar in Essen) ordnete Trianel im Rahmen eines Pressegesprächs die Rolle von Batteriespeichern politisch, technisch und marktwirtschaftlich ein. Im Mittelpunkt standen regulatorische Fragen, konkrete Projekte und die Vermarktung über sogenannte virtuelle Kraftwerke.

Kritik an regulatorischer Unsicherheit

Trianel betrachtet Batteriespeicher als systemrelevante Flexibilitätsoption. Regulatorisch werden sie jedoch weiterhin benachteiligt. Das Unternehmen bewertet die Diskussion der Bundesnetzagentur über rückwirkende Speichernetzentgelte besonders kritisch. Laut der derzeitigen Gesetzeslage sind Speicher für 20 Jahre von diesen Entgelten befreit. Eine nachträgliche Belastung würde die Unsicherheit für Investorinnen und Investoren erhöhen. Hinzu kommen unklare Marktrollen, Baukostenzuschüsse und mögliche Eingriffe in die Vermarktung. Das erschwert Investitionen zusätzlich. Trianel plädiert eigenen Angaben zufolge für einen investitionssicheren Rahmen, der Batteriespeicher als eigenständige systemische Flexibilität anerkennt.

Markus Hagel, Leiter des Bereichs Unternehmenskommunikation und Energiepolitik bei Trianel, sagt: „Ohne Batteriespeicher wird die Energiewende unnötig teuer. Sie sind keine Nischentechnologie, sondern eine systemrelevante Flexibilitätsoption. Dafür braucht es jetzt klare politische Weichenstellungen.“ Weiter erklärt er: „Batteriespeicher müssen regulatorisch als das behandelt werden, was sie sind. Sie sind weder Erzeuger noch Verbraucher, sondern ein zentraler Baustein für ein stabiles und effizientes Energiesystem.“

Großprojekt in Waltrop geplant

Der Batteriepark Waltrop zeigt laut Trianel, wie ein großer Speicher umgesetzt werden kann. Er entsteht auf Waltroper Gemeindegebiet in direkter Nähe zum Kraftwerksstandort Lünen (wir berichteten). Geplant sind eine Leistung von 900 Megawatt und eine Kapazität von 1.800 Megawattstunden. Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2028 vorgesehen. Netzanschluss, Flächensicherung und Investorenstruktur sind bereits geklärt. Die Baugenehmigung wird im Februar 2026 erwartet. Der finale Baubeschluss steht bevor. Laut Trianel soll die Wirtschaftlichkeit des Projekts vollständig auf Markterlösen beruhen. Eine Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist nicht vorgesehen.

Klaus Horstick, Geschäftsführer von Trianel Flexibilitätsprojekte, sagt: „Der Batteriepark Waltrop zeigt, dass Großspeicher heute technisch beherrschbar, finanzierbar und wirtschaftlich darstellbar sind. Dass bislang nur wenige Investitionsentscheidungen für Batteriespeicher getroffen wurden, liegt nicht an fehlenden Projekten oder mangelndem Interesse. Es liegt an den unsicheren politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen.“ Er ergänzt: „Batteriespeicher sind marktlich finanzierte Flexibilität. Dafür brauchen sie einen stabilen und verlässlichen Rahmen. Ohne diesen werden Investitionen verzögert, obwohl der systemische Bedarf eindeutig ist.“

Einsatz im Virtuellen Kraftwerk

Laut Trianel entfalten Speicher den größten Nutzen im Verbund. Über ein virtuelles Kraftwerk werden verschiedene Anlagen digital zusammengeschaltet und zentral gesteuert. So können sie gemeinsam am Strommarkt auftreten. Batteriespeicher werden dort automatisiert gesteuert und an mehreren Märkten eingesetzt. Dazu zählen der Intraday-Handel, also der kurzfristige Stromhandel innerhalb eines Tages, sowie die Bereitstellung von Regelenergie zur Stabilisierung des Netzes.

Lars Becker, Leiter des Virtuellen Kraftwerks bei Trianel, sagt: „Besonders dezentrale Batteriespeicher entfalten ihren vollständigen wirtschaftlichen und systemischen Nutzen erst im Verbund. Im Virtuellen Kraftwerk werden sie automatisiert gesteuert, kontinuierlich optimiert und marktübergreifend eingesetzt.“ Er fügt hinzu: „Die Vermarktung von Batteriespeichern ist ein hochkomplexer Prozess. Entscheidend ist eine vollautomatisierte Optimierung, die die Fahrweise und die Marktzugänge laufend anpasst und dabei verschiedenste Marktdynamiken berücksichtigt.“





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