Bundesverband Kraft-Wärme-KopplungBHKW des Jahres 2025 ausgezeichnet

Urkundenübergabe an der iKWK-Anlage Camphausen.
v.l.: Dietmar Bies, Projektleiter Iqony Energies; Andreas Rimkus, B.KWK-Präsident; Heidi Roider, Redakteurin bei E&M; Norbert Manderla, Bereichsleiter Iqony Energies; Christoph Benard, Betriebsstättenleiter HKW Camphausen und Weiher; Mike Barthel, Asset Manager Iqony Energies
(Bildquelle: Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung e.V. (B.KWK))
Urkundenübergabe an der iKWK-Anlage Camphausen.
v.l.: Dietmar Bies, Projektleiter Iqony Energies; Andreas Rimkus, B.KWK-Präsident; Heidi Roider, Redakteurin bei E&M; Norbert Manderla, Bereichsleiter Iqony Energies; Christoph Benard, Betriebsstättenleiter HKW Camphausen und Weiher; Mike Barthel, Asset Manager Iqony Energies
(Bildquelle: Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung e.V. (B.KWK))
Eine innovative KWK-Anlage auf dem Gelände der ehemaligen Grube Camphausen in einer Gemeinde bei Saarbrücken erhält den Titel „BHKW des Jahres 2025“. Wie der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) mitteilt, setzte sich das Projekt von Iqony Energies unter zehn nominierten Anlagen durch, die zuvor als „BHKW des Monats“ vorgestellt worden waren.
Die Anlage nutzt methanhaltiges Grubengas zur Strom- und Wärmeerzeugung und bindet zugleich die Abwärme des Grubenwassers in die Fernwärmeversorgung ein. „Es ist sinnvoll, methanhaltiges Grubengas als Brennstoff zu verfeuern. So wird ein stark klimaschädliches Gas sinnvoll genutzt“, sagt B.KWK-Präsident Andreas Rimkus. Methan wirke mehr als zwanzigmal so stark wie CO₂, seine Nutzung im BHKW reduziere diese Wirkung erheblich und habe den Ausschlag für die Jury-Entscheidung gegeben.
Technisch stellt der Einsatz von Grubengas hohe Anforderungen. Der Heizwert ist vergleichsweise niedrig und schwankt stark, was speziell ausgelegte Systeme erfordert. Die Anlage in Camphausen zeigt, wie sich solche Herausforderungen mit ingenieurtechnischen Lösungen beherrschen lassen. Ergänzt wird das System durch eine Wärmepumpe, die das rund 36 Grad Celsius warme Grubenwasser als regenerative Quelle erschließt und für die Wärmeversorgung nutzbar macht.
Das Projekt hatte bereits 2020 eine Förderzusage der Bundesnetzagentur im Rahmen innovativer KWK-Systeme (iKWK) erhalten. Solche Systeme kombinieren eine KWK-Anlage mit erneuerbaren Wärmequellen und einem elektrischen Wärmeerzeuger. In Camphausen greifen diese Komponenten ineinander und demonstrieren die sektorübergreifende Nutzung von Energiequellen.
Für den B.KWK gilt die Anlage als Beispiel für die Rolle der Kraft-Wärme-Kopplung in einem künftigen Energiesystem. KWK verbinde Strom- und Wärmeerzeugung sowie unterschiedliche Energieträger und könne so zur praktischen Umsetzung der Energiewende beitragen. Rimkus betont: „Die Energiewende entscheidet sich nicht im Abstrakten, sondern ganz konkret vor Ort. Dort, wo aus Ideen funktionierende Systeme werden.“
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