Mittwoch, 6. Mai 2026

BSW-SolarZubau lässt nach

[06.05.2026] Der Photovoltaik-Ausbau in Deutschland ist schwach ins Jahr 2026 gestartet. Vor allem bei Dachanlagen für Privathaushalte und Unternehmen brechen die Neuinstallationen ein – ausgerechnet vor einer möglichen weiteren Kürzung der Förderbedingungen.

Der BSW-Solar verzeichnet einen Rückgang des Zubaus von Solaranlagen für die erste Jahreshälfte.

(Bildquelle: alexsdriver/123rf)

Der Zubau neuer Photovoltaikanlagen in Deutschland hat im ersten Quartal 2026 nachgelassen. Wie der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) unter Berufung auf Daten aus dem Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur berichtet, gingen Solarstromanlagen mit einer Bruttoleistung von rund 3,51 Gigawatt peak (GWp) neu in Betrieb. Das sind sechs Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Besonders deutlich fiel der Rückgang bei gebäudenahen Anlagen aus. Im Heimsegment mit Anlagen bis 30 Kilowatt peak (kWp) wurden in den ersten drei Monaten nur noch rund 0,85 GWp registriert. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Minus von 21 Prozent. Noch stärker verlor das Gewerbedachsegment mit Anlagen über 30 kWp. Hier sank der Zubau auf rund 0,60 GWp und damit um 33 Prozent.

Zulegen konnten dagegen nur Freiflächenanlagen und sonstige größere Solarprojekte. In diesem Segment summierte sich die neu installierte Leistung auf rund 1,97 GWp. Das entspricht einem Plus von 20 Prozent. Auch steckerfertige Erzeugungsanlagen blieben hinter dem Vorjahreswert zurück: Balkonsolargeräte kamen auf rund 0,09 GWp, ein Minus von sechs Prozent.

Grundlage der Auswertung sind rund 143.000 Photovoltaikeinheiten mit Inbetriebnahmedatum im ersten Quartal 2026, die bis zum 23. April im Marktstammdatenregister erfasst waren. Der Verband weist darauf hin, dass sich diese Zahlen durch Nachmeldungen noch verändern können. Er orientiert sich damit jedoch an der Methodik, die auch die offiziellen Statistiken der Bundesnetzagentur verwenden.

Der Bundesverband Solarwirtschaft sieht die schwache Entwicklung vor allem im Zusammenhang mit verschlechterten Rahmenbedingungen. Bereits das Solarspitzengesetz habe Anfang 2025 die Investitionsbedingungen belastet. Zusätzliche Unsicherheit entstehe nun durch Pläne aus dem Bundeswirtschaftsministerium, die Förderung insbesondere für Photovoltaik-Dachanlagen mit Inbetriebnahme ab 2027 weiter einzuschränken.

Für die kommenden Wochen erwartet die Branchenvertretung zwar eine leichte Belebung der Nachfrage. Ausschlaggebend seien zum einen die jüngste Energiekrise, zum anderen mögliche Vorzieheffekte aus Sorge vor sinkenden Förderungen. „Eine vorübergehende solare Sonderkonjunktur, sollte sie kommen, ersetzt keine verlässlichen Investitionsbedingungen“, erklärt BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Die aktuelle Energiepreisentwicklung zeige erneut, dass Deutschland beim Ausbau erneuerbarer Energien und von Speichern schneller vorankommen müsse, um seine Abhängigkeit von teuren Energie-Importen zu senken. Körnig warnt: „Wer bei der Solarenergie jetzt auf die Bremse tritt, schadet dem Wirtschaftsstandort und drosselt den in der Bevölkerung beliebtesten Energiepreisdämpfer.“





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