Donnerstag, 17. September 2026

Stadtwerke Award 2026Feuchtwangen gewinnt mit Dekarbonisierungskonzept

[17.09.2026] Beim Stadtwerke Award 2026 sind drei Projekte für die kommunale Energiewende ausgezeichnet worden. Den ersten Platz belegen die stadtWERKE Feuchtwangen mit einem regionalen Dekarbonisierungskonzept. Weitere Auszeichnungen gehen nach Saarbrücken und Hamburg.

Gewinner des diesjährigen Stadtwerke Awards.

Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer, Verband kommunaler Unternehmen e. V.; Annette Schmitz, Senior Projektleiterin, VKU Akademie; Klaus Hinkel, Chefredakteur, ZFK; Fabian Kuhnert, Produktverantwortlicher für gridlytics, Hamburger Energienetze GmbH; Lea Regolin, Produktverantwortliche für gridlytics, Hamburger Energienetze GmbH; Dr. Sven Killinger, Geschäftsführer, greenventory GmbH; Ivars Gludausis, Vorstandsvorsitzender, Stadtwerke Saarbrücken Netz AG; Lothar Beckler, Technischer Vorstand, stadtWERKE Feuchtwangen KU; Thomas Stöhr, Kaufmännischer Vorstand, stadtWERKE Feuchtwangen KU; Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung, Trianel GmbH

(Bildquelle: VKU Service GmbH / Jonathan Goepfert)

Im Rahmen des VKU-Stadtwerkekongresses in Berlin sind heute (Donnerstag, 17. September 2026) die Gewinner des Stadtwerke Award 2026 bekannt gegeben worden. Wie die Stadtwerke-Kooperation Trianel mitteilt, wurden Projekte prämiert, die insbesondere Praxisnähe, Innovationskraft und Übertragbarkeit miteinander verbinden sollen. Den ersten Platz erhielten die Stadtwerke Feuchtwangen für das Projekt „Dekarbonisierung der Region Feuchtwangen“. Grundlage ist eine gemeinsam mit der Hochschule Ansbach und Siemens erarbeitete Studie. Ziel der Stadtwerke ist es nach Angaben von Trianel, die Strom- und Wärmeversorgung der Region bis 2035 weitgehend zu dekarbonisieren.

Das dezentrale Konzept umfasst Photovoltaik-Freiflächenanlagen mit insgesamt 24 Megawatt (MW) Leistung, einen Großbatteriespeicher mit 10 MW Leistung und 20 Megawattstunden (MWh) Kapazität sowie gesicherte Flächen für 21 Windenergieanlagen. Hinzukommen soll ein Elektrolyseur mit einer Leistung von 5 MW, dessen Abwärme genutzt werden soll. Digitale Zwillinge, Smart Meter und Power Purchase Agreements (PPA) für Gewerbe und Industrie sind weitere Bestandteile des Konzepts.

Digitale Infrastrukturplanung in Saarbrücken

Auf dem zweiten Platz landeten die Stadtwerke Saarbrücken Netz und greenventory mit ihrer Algorithmen-basierten Infrastrukturplanung. Die Projektpartner haben einen Digitalen Zwilling entwickelt, der Daten verschiedener Sparten zusammenführt und visualisiert. Ein Algorithmus ermittelt auf Straßenebene Prioritäten für die Erneuerung der Netzinfrastruktur. Dabei werden nach Angaben von Trianel die Planungen für Strom-, Gas- und Fernwärmenetze mit den Vorgaben der Kommunalen Wärmeplanung verknüpft. Auf diese Weise sollen Tiefbauarbeiten gebündelt, mehrfache Straßenaufbrüche vermieden und Investitionen gezielter eingesetzt werden.

Den dritten Platz erhielen die Hamburger Energienetze für die Open-Source-Datenplattform gridlytics. Die im eigenen Rechenzentrum betriebene Plattform führt Daten aus Informations- und Betriebstechnologie in einem einheitlichen Netzdatenmodell zusammen. Zeitreihen können unter anderem für Visualisierungen, Reportings, Warnmeldungen und KI-basierte Prognosen genutzt werden. Durch den Einsatz quelloffener Technologien sollen laut Unternehmensangaben zudem Lizenz- und Pflegekosten reduziert werden.

Preis wird seit 2010 vergeben

„Die Siegerprojekte machen deutlich, dass Stadtwerke längst weit mehr leisten als die klassische Strom-, Gas- und Wasserversorgung“, erklärte Trianel-Geschäftsführer und Award-Initiator Sven Becker. VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing verwies angesichts knapper kommunaler Haushalte auf die Bedeutung langfristiger Investitionen in die Transformation der Energieversorgung.

Der Stadtwerke Award wird seit 2010 jährlich vergeben und seit 2016 beim VKU-Stadtwerkekongress gemeinsam mit der VKU Akademie und der Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) verliehen. Seit 2018 fließt auch eine Publikumsabstimmung in die Entscheidung ein. Nach Angaben der Veranstalter macht sie ein Drittel des Endergebnisses aus, die Bewertung einer Expertenjury zwei Drittel.





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